Der Strichelgrunddrossling (Kenopia striata) ist die einzige Art der Gattung Kenopia aus der Familie der Drosslinge (Pellorneidae).

Er kommt in Südthailand, der Malaiischen Halbinsel, Sumatra und Borneo vor.

Es werden keine Unterarten unterschieden.

Merkmale Der Strichelgrunddrossling erreicht eine Körperlänge von 14 bis 15 cm und ein Gewicht von 17 bis 22 g. Er ist ein kleiner auffällig gezeichneter Drossling mit einem charakteristisch weißen Gesicht, einer weißen Unterseite sowie weißen Streifen auf dem Mantel und dem Hals. Oberkopf und Nacken sind schwarz, mit breiten weißen Streifen entlang der Mitte vom Scheitel und Nacken. Die Oberseite ist kastanienbraun mit breiten weißen Streifen an den leicht schwärzlichen Halsseiten. Kleinere Streifen finden sich auf den Oberflügeldecken und dem Rücken. Flügel und Schwanz sind rötlichbraun. Die borstigen, aufgerichteten Zügel sind orange-isabellfarben, die Ohrdecken verwaschen gräulich. Der übrige Gesichtsbereich (Überaugenstreif, Augenumgebung, Wangen und der Bereich unterhalb des Bartstreifs) ist weiß und geht ohne Unterbrechung in das Weiß der Unterseite über. Die Brustseiten sind schwarz geschuppt, die Flanken hell gelbockerfarben gestreift. Die Iris ist braun bis schwärzlich. Der Schnabel ist schwarz bis blauschwarz, die Basis des Unterschnabels rosafarben. Die Läufe sind hell rosafarben. Die Geschlechter unterscheiden sich äußerlich nicht.

Jungvögel haben einen bräunlichen Scheitel mit schmalen beigeweißen Streifen, eine schwächer ausgeprägte Streifung auf der Oberseite sowie keine Strichelung an den Halsseiten und keine schwarze Schuppung an den Brustseiten.

Systematik Der Strichelgrunddrossling galt lange Zeit als Vertreter der Timalien (Timalliidae). Er wurde 1842 von Edward Blyth als Timalia striata im Journal of the Asiatic Society of Bengal erstbeschrieben. 1869 stellte George Robert Gray die Gattung Kenopia auf. Die Art gilt als monotypisch.

Lebensraum Der Strichelgrunddrossling bewohnt immergrüne Laubwälder, leicht aufgelichtete oder selektiv genutzte Wälder sowie höher gelegene Heidewälder. Sumpfige Bereiche werden Berichten zufolge bevorzugt, hierfür liegen jedoch bislang nur unzureichende Belege vor. In Südostasien wurde die Art bis in 750 m Höhe nachgewiesen, auf Sumatra bis 200 m, lokal bis 1500 m. Auf Borneo ist er meist in Höhenlagen bis 610 m zu beobachten, mit vereinzelten Nachweisen aus 1050 m und 1220 m Höhe.

Lebensweise Der Strichelgrunddrossling ist ein Standvogel. Er ernährt sich von kleinen Insekten. Die Art tritt gewöhnlich einzeln oder paarweise auf, gelegentlich auch in kleinen Gruppen. Sie sucht ihre Nahrung überwiegend am Boden, indem sie auf oder nahe dem Erdboden zwischen Laubstreu, umgestürzten Baumstämmen und ähnlichen Strukturen nach Beute liest. Offenbar wurde die Art auch bei der Nahrungssuche im Blattwerk beobachtet.

Der Strichelgrunddrossling brütet in Südostasien von Mai bis Oktober. In Nordborneo (Sabah) wurden im Februar Vögel in Brutbereitschaft und im Mai abhängige Jungvögel beobachtet. Das Nest ist eine offene Schale, die überwiegend aus abgestorbenen Blättern besteht und einfach mit schwärzlichem, wurzelähnlichem Material ausgekleidet ist. Es wird bis zu 1 m über dem Boden in einer palmenartigen Unterwuchspflanze angelegt. Das Gelege umfasst zwei Eier. Diese sind weißlich und deutlich, jedoch eher spärlich mit rostbraunen bis rotbraunen Flecken und Sprenkeln gezeichnet. Weitere Informationen zur Fortpflanzungsbiologie liegen nicht vor.

Lautäußerungen Der Gesang besteht aus einem kurzen, klaren, eintönigen Pfiff, „chuuii“, der in Abständen von 1,5–2 Sekunden wiederholt wird und mit einem stotternden Ansatz beginnt. Mitunter wird er als „chiuuu“ oder „chi-uuu“ wiedergegeben, wobei zwischen den Lauten nur ein sehr kurzer Abstand liegt. Zu den Rufen gehören ein leises „pee-pee-pee“, ein weicher, froschartiger Laut „churrh-churrh-churrh“ sowie bei Erregung kurze, näselnde, schnarrende Töne.

Gefährdung und Schutz Die Art gilt derzeit als „potenziell gefährdet“ (Near Threatened) und wird nicht als weltweit bedroht eingestuft. Sie ist im Allgemeinen selten und tritt meist in vergleichsweise geringer Dichte auf. Im Nationalpark Taman Negara auf der Malaiischen Halbinsel ist sie recht häufig. Auf Borneo wird sie regelmäßig nachgewiesen, gilt jedoch in Sabah als eher selten; in der Danum Valley Conservation Area kommt sie dagegen recht häufig vor. Im Waldgebiet des Bezirks Berau in Ostkalimantan wird sie vergleichsweise selten beobachtet. Nachgewiesen wurde sie außerdem im Similajau-Nationalpark (Sarawak) sowie im Kayan-Mentarang-Nationalpark (Ostkalimantan). Auf Sumatra kommt sie in den Nationalparks Gunung Leuser, Bukit Tigapuluh und – dort selten – Way Kambas vor.

Als typische Art der Tieflandwälder des Sundalandes ist sie gegenüber der großflächigen Zerstörung von Wäldern in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet besonders anfällig. Ihre Fähigkeit, auch in Hangwäldern und selektiv genutzten Wäldern zu überleben, deutet jedoch darauf hin, dass sie derzeit nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht ist. Die Bestände gehen dennoch infolge der Fragmentierung und Abholzung von Tieflandwald-Lebensräumen zurück.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Drosslinge