Die Kehrichtverbrennungsanlage Les Cheneviers ist eine Müllverbrennungsanlage in Aire-la-Ville, im Schweizer Kanton Genf. Sie gehört zu den grössten ihrer Art in der Schweiz und ist der drittgrösste Stromproduzent des Kantons.
Geschichte Bereits 1898 wurde das Projekt einer Kehrichtverbrennungsanlage vom Grossen Rat beschlossen, doch das Gebäude wurde erst 1966 eingeweiht. Die damalige Kapazität von 100'000 Tonnen pro Jahr stieg mit dem Bau eines dritten Ofens 1978 auf das doppelte.
Mit steigenden Abfallmengen und neuen Regulierungen gegen Luftverschmutzung mussten die Öfen von 1966 (Cheneviers I) schliessen und die neuen (Cheneviers III) konnten 1992 in Betrieb genommen werden. Die Kapazität stieg auf 350'000 Tonnen pro Jahr.
2001 übernahmen die Services Industriels de Genève den Betrieb der Anlage. Die 2006 in Lausanne erbaute neue Kehrichtverbrennungsanlage Tridel übernimmt die Abfallentsorgung des Kantons Waadt, wodurch in Les Cheneviers erneut Überkapazitäten entstanden. In Les Cheneviers werden daraufhin 180 000 Tonnen Abfall aus Neapel verarbeitet. Diese Situation löste einen politischen Skandal aus: Der Staatsrat verbot ab 2008 den Import von Abfällen. Die SIG wurde im selben Jahr Eigentümerin der Anlage, und 2010 wurde der Ofen Cheneviers II stillgelegt.
Da die aktuelle Anlage teilweise veraltet und überlastet ist sollen in naher Zukunft die Öfen I und II abgerissen werden und durch Cheneviers IV ersetzt werden. 2018 begannen die Bauarbeiten und 2023 wurde die erste Etappe abgeschlossen und erste neue Ausstattung in Betrieb genommen werden. 2024 begannen die Arbeiten an dem neuen Ofen, dieser soll 2029 in Betrieb genommen werden und eine Kapazität von 160'000 Tonnen haben. Cheneviers ||| soll daraufhin ebenfalls abgerissen werden.
Funktionsweise Die Anlage in Les Cheneviers dient der Aufbereitung und Verwertung von Siedlungsabfällen, landwirtschaftlichen Abfällen, Industrieabfällen und Sonderabfällen. Die Hauptnutzer sind die Genfer Gemeinden und Unternehmen. Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Verbrennungsanlagen werden auch gewöhnliche Abfälle aus anderen Schweizer Kantonen oder aus dem benachbarten Frankreich angeliefert. Das Werk erzeugt dabei Strom und Fernwärme.
Ein Boot fährt täglich vom Genfer Viertel Jonction die Rhone herab bis Les Cheneviers, um über 100 Tonnen an Abfällen aus der Stadt zur Anlage zu bringen. Die Rhone ist auf der Strecke teilweise gestaut durch die Barrage de Verbois, die sich neben der Kehrichtverbrennungsanlage befindet.
Zahlen Jährlich bearbeitet die Anlage an die 228'000 Tonnen an angeliefertem Abfall und liefert circa 90'000 Megawattstunden an Strom. Sie beschäftigt 89 Mitarbeiter.
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Einzelnachweise
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