Der Begriff Nepalesisch-Tibetanischer Krieg bezieht sich auf mehrere kriegerische Ereignisse zwischen Nepal (auch als Gorkha bezeichnet) und Tibet:
Nepalesisch-Tibetanische Kriege von 1788 bis 1792 Im ersten Krieg mit Tibet, der 1788 durch Handelsstreitigkeiten ausgelöstNepal verzeichnete damals unter der autoritären Regierung des Gurkha-Königs sowohl das Umgreifen einer Art Hindu-Nationalismus als auch eine Zunahme der Handelsaktivitäten. Beides brachte es in Konflikt mit Tibet. Schon König Prithivi Narayan (reg. 1769–1775) verlangte von Tibet ein Einreiseverbot für Ausländer, um die Konkurrenz auszuschalten. Dazu kam, dass die tibetischen Kaufleute Münzen mit seinem Bildnis akzeptieren sollten, was sie nicht taten. Schließlich kam auch noch ein Streit um die Importsteuern und um die Qualität von Salz hinzu. und durch Intrigen des 10. Shamarpa Chödrub Gyatsho gefördert worden war, rückten die nepalesischen Truppen Rana Bahadur Shahs 1790 erfolgreich in Richtung Lhasa vor. Die beiden Ambane und ein kaiserlicher General namens Bazhong drängten die Tibeter zu einem Vertrag, um sich nicht vor dem chinesischen Kaiser Qianlong rechtfertigen zu müssen. Aber der Dalai Lama erkannte den Vertrag (Tibet sollte jährlich 50.000 Rupien Tribut zahlen) nicht an. Als Tibet die Zusagen nicht einhielt, nahmen die Nepalesen in einem zweiten Krieg 1791 Shigatse ein und plünderten Trashilhünpo. Sie misshandelten zudem einen chinesischen Gesandten, was den Kaiser zum direkten Eingreifen zwang. Eine chinesische Armee unter General Fuk'anggan kam ins Land, schlug 1792 die Nepalesen und konnte sie in Verhandlungen zur Aufgabe sämtlicher Ansprüche zwingen. Der Vertrag von Betrawati von 1792 begründete zudem ein Tributsystem zwischen Nepal und dem kaiserlichen China. Shamarpas Leiche wurde den Chinesen übergeben.Arjun Prasad Pokharel: The Nepal-Tibet War (1788-1792): A Historical Analysis. Academia Research Journal (ARJ), Vol. 4, Issue 2, 2025.
Die Briten (die man in Peking der Anstiftung dieses Krieges verdächtigte) verhielten sich neutral.Russland und Großbritannien verstärkten in der 2. Hälfte des 18. Jh. stetig ihren Einfluss in Asien. 1774/5 sandte der britische Generalgouverneur von Indien, Warren Hastings einen Vertreter nach Trashilhünpo, nachdem ihn der Penchen Lama wegen des Schicksals des Königreiches Bhutan konsultiert hatte. Die Kontakte schienen sich zum beiderseitigen Vorteil zu gestalten, da verstarb der Penchen Lama auf der Reise an den Kaiserhof.
Der Nepalesisch-Tibetanische Krieg von 1855/56 Ausgelöst durch eine Misshandlung der nepalesischen Gesandtschaft in Tibet und in Folge des geschwächten Einflusses durch China infolge des Taiping-Aufstands, griff Nepal unter Jang Bahadur Rana 1855 Tibet an. Die nepalesischen Truppen marschierten in Tibet ein und besetzten strategisch wichtige Handelsposten wie Kuti, Kerung und Dzarkhok. Die Tibeter leisteten zwar erbitterten Widerstand, erlitten jedoch schwere Niederlagen.
Am 24. März 1856 wurde in Kathmandu der Vertrag von Thapathali geschlossen. Nepal erreichte die Zahlung von Tributen und die Errichtung von Freihandelsstationen und einer Gesandtschaft. Im Gegenzug verzichtete Nepal auf die besetzten Gebiete, die logistisch allerdings auch nicht zu halten gewesen wären.
Siehe auch
Britischer Tibetfeldzug
Einzelbelege
Kategorie:Geschichte (Tibet) Kategorie:Geschichte Nepals Kategorie:Krieg in der chinesischen Geschichte