mini|Leslie L. R. Hausburg, 1904 Leslie Leopold Rudolph Hausburg, meist Leslie L. R. Hausburg (* 26. Mai 1872 in The Glebe, Penshurst, Kent; † 3. Juli 1917 in Weybridge, Surrey), war ein britischer Philatelist und Tennisspieler. Er war auf die Plattierung klassischer Briefmarkenausgaben spezialisiert, verfasste den Teil über Postwertzeichen in dem Handbuch The Postage and Telegraph Stamps of British India und war von 1913 bis 1917 Honorary Secretary der Royal Philatelic Society London. Postum wurde Hausburg 1921 als einer der Fathers of Philately in die erste Seite der Roll of Distinguished Philatelists aufgenommen.
Leben
Hausburg besuchte das Clifton College und studierte anschließend am Trinity College der Universität Cambridge. Nach einer zeitgenössischen biografischen Skizze in The Philatelic Record begann er 1881 mit dem Briefmarkensammeln. In Cambridge kam er mit John Neville Keynes und C. Geldard in Kontakt, die seine philatelistische Ausbildung beeinflussten.
Neben der Philatelie war Hausburg als Tennisspieler aktiv. The Philatelic Record bezeichnete ihn 1904 als begeisterten Lawn-Tennis-Spieler, der an zahlreichen wichtigen Turnieren teilgenommen und seine Grafschaft vertreten habe. Bei den Wimbledon Championships trat er unter anderem 1894 im Herrendoppel mit C. O. S. Hatton an; das offizielle Wimbledon-Draw führt das Paar im Halbfinale des All-Comers-Wettbewerbs. 1902 war Hausburg in Wimbledon sowohl im Herreneinzel als auch im Herrendoppel gemeldet; im Doppel spielte er mit Charles Simond.
Philatelistische Tätigkeit
Hausburg begann zunächst mit einer allgemeinen Sammlung, konzentrierte sich später aber auf Ausgaben des Britischen Empires und besonders auf klassische Kolonialgebiete. Eine zeitgenössische Beschreibung seiner Sammlung nennt unter anderem Australien, Neuseeland, Indien, Hongkong, Grenada und Jamaika. Besondere Bedeutung erlangte er durch Plattierungsstudien zu Briefmarken von Victoria, Peru, Mexiko und Venezuela. Außerdem galt er als Fachmann für die Zähnung australischer Marken.
In der zeitgenössischen philatelistischen Literatur wurde Hausburgs Sammlung hoch eingeschätzt. Fred J. Melville schrieb in Chats on Postage Stamps, die Sammlungen Hausburgs hätten neben denen des Earl of Crawford besondere Aufmerksamkeit und Bewunderung gefunden.
Ein wichtiges Arbeitsfeld Hausburgs waren die Briefmarken von Britisch-Indien. Für das 1907 erschienene Werk The Postage and Telegraph Stamps of British India verfasste er den ersten Teil über die Postwertzeichen; die Teile zu Telegrafenmarken stammten von Charles Stewart-Wilson und Charles Stanhope Foster Crofton. Geoffrey Clarke bezeichnete das Werk später in The Post Office of India als maßgebliche Grundlage für die Beschäftigung mit indischen Briefmarken; der Teil über Postwertzeichen sei von Hausburg geschrieben worden und beruhe auf detaillierten Forschungen.
Hausburgs Indien-Sammlung ging 1916 in die Royal Philatelic Collection über.
Organisierte Philatelie
Hausburg war Mitglied der Royal Philatelic Society London, gehörte deren Expert Committee an und amtierte von 1913 bis 1917 als Honorary Secretary der Gesellschaft. Zudem war er Vizepräsident der Philatelic Society of India.
Nach Angaben der Association of British Philatelic Societies entdeckte Hausburg während eines Aufenthalts in Neuseeland die Originalplatten, von denen die ersten Briefmarken Neuseelands gedruckt worden waren.
Würdigung
Bei der Einrichtung der Roll of Distinguished Philatelists wurden 1921 in den seitlichen Ornamentfeldern der ersten Pergamentseite verstorbene Wegbereiter der Philatelie als Fathers of Philately gewürdigt. Die Royal Philatelic Society London nennt Hausburg in dieser Gruppe unter den 43 Personen, die bei der Einführung der Roll als historische Wegbereiter der Philatelie angesehen wurden. Die Kategorie umfasst Philatelisten, die wegen ihrer Bedeutung für die Entwicklung der Philatelie postum auf der Roll eingetragen wurden.
Schriften
L. L. R. Hausburg: Notes on Tasmania. In: The Philatelic Record, Band 26, 1904, S. 23–25. L. L. R. Hausburg, C. Stewart-Wilson, C. S. F. Crofton: The Postage and Telegraph Stamps of British India. Stanley Gibbons, London 1907.
Literatur
Notable Philatelists. L. L. R. Hausburg. In: The Philatelic Record, Band 26, Februar 1904, S. 26–28. In Memoriam. In: The London Philatelist, Band 26, Nr. 307, Juli 1917, S. 155–158. Brian J. Birch: The Fathers of Philately Inscribed on the Roll of Distinguished Philatelists. Royal Philatelic Society London / Roll of Distinguished Philatelists Trust, London 2019.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Philatelist Kategorie:Vater der Philatelie Kategorie:Tennisspieler (England) Kategorie:Person (Britisch-Indien) Kategorie:Absolvent der University of Cambridge Kategorie:Engländer Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1872 Kategorie:Gestorben 1917 Kategorie:Mann