200px|mini|Javier Moscoso (2017) Javier Moscoso del Prado Muñoz (* 7. Oktober 1934 in Logroño, Provinz La Rioja; † 17. Juli 2025 in Xàbia, Provinz Alicante) war ein spanischer Politiker der Unión de Centro Democrático (UCD) und später des Partido Socialista Obrero Español (PSOE), der unter anderem zwischen 1979 und 1986 Mitglied des Congreso de los Diputados sowie von 1982 bis 1986 im Kabinett González I Minister beim Ministerpräsidenten war.
Leben Javier Moscoso del Prado Muñoz absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Saragossa, schloss seine Promotion zum Doktor der Rechte ab und erwarb zudem ein Diplom im Fach Vergleichende Rechtswissenschaft an der Universität Straßburg. 1958 trat er in den Justiz- und Staatsanwaltschaftsdienst ein und war bis April 1978 im Staatsdienst tätig, bevor er eine unbezahlte Auszeit nahm. Er wurde Mitglied der Rechtsanwaltskammern von Pamplona, Logroño sowie Madrid und engagierte sich als Mitglied des Nationalen Rates für Jugendschutz (Junta Nacional de Protección de Menores) sowie als Vorsitzender des Kuratoriums für den Schutz von Frauen (Patronato de Protección a la Mujer) in Navarra. Innerhalb der Union des Demokratischen Zentrums UCD (Unión de Centro Democrático) fungierte er als Generalsekretär des UCD von Navarra sowie als Mitglied des Politischen Rates der Nationalen UCD. Er war des Weiteren zeitweise Generalsekretär des Ministeriums für die Beziehungen zum Parlament.
Am 2. Mai 1979 wurde Moscoso erstmals Mitglied des Abgeordnetenhauses (Congreso de los Diputados), des Unterhauses des Parlaments (Cortes Generales), und gehörte diesem bis zum 30. Oktober 1986 an, wobei er für die UCD in der ersten Legislaturperiode (2. Mai 1979 – 18. November 1982) den Wahlkreis „Navarra“, für die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei PSOE (Partido Socialista Obrero Español) in der zweiten Legislaturperiode (18. November 1982 – 23. April 1986) den Wahlkreis „Madrid“ sowie zuletzt in der dritten Legislaturperiode (15. Juli bis 30. Oktober 1986) den Wahlkreis „Murcia“ vertrat. In der ersten Legislaturperiode gehörte er ferner verschiedenen Ausschüssen als Mitglied an.
mini|200px|Javier Moscoso mit Regierungssprecher Eduardo Sotillos bei einer Pressekonferenz (9. Februar 1983). Im Kabinett González I, der ersten Regierung der PSOE nach der Transition unter Ministerpräsident Felipe González, bekleidete er vom 3. Dezember 1982 bis zum 26. Juli 1986 den Posten des Ministers beim Ministerpräsidenten (Ministro de la Presidencia de España) und war als solcher zeitgleich in Personal Sekretär des Ministerrates (Secretario del Consejo de Ministros). Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung gehörte er vom 10. bis zum 30. September 1986 dem Justiz- und Innenausschuss (Comisión de Justicia e Interior) als Mitglied an und schied am 30. Oktober 1986 aus dem Parlament aus, woraufhin Antonia Visiedo Nieto als „Nachrückerin“ neue Abgeordnete wurde.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament wurde Javier Moscoso 1986 zum Großkreuzritter des Ordens Karls III. ernannt. Er übernahm am 19. September 1986 von Luis Antonio Burón Barba das Amt des Generalstaatsanwalts (Fiscal general del Estado) und bekleidete dieses bis zum 26. Januar 1990, woraufhin Leopoldo Torres Boursault seine Nachfolge antrat. Als Generalstaatsanwalt war er vom 19. September 1986 bis zum 26. Januar 1990 auch Mitglied des Staatsrats von Amts wegen (Consejero nato del Consejo de Estado) und wurde 1990 ferner mit dem Großkreuz des Ordens San Raimundo de Penafort ausgezeichnet. Er war ferner zwischen 1996 und 2001 Mitglied des Generalrates der rechtsprechenden Gewalt (Consejo General del Poder Judicial ), das leitende Organ der spanischen Judikative sowie ein in Artikel 122 der Verfassung des Königreichs Spanien vorgesehenes Verfassungsorgan. 2017 wurde ihm die Medalla al Mérito en el Trabajo in Gold verliehen.
Javier Moscoso del Prado Muñoz war verheiratet und Vater von drei Kindern, darunter der PSOE-Politiker Juan Moscoso (* 1966), der zwischen 2004 und 2016 ebenfalls Mitglied des Abgeordnetenhauses war.
Veröffentlichungen El divorcio por violencia de género, Thomson Reuters Aranzadi, Cizur Menor 2016, ISBN 978-84-9135-098-9 Consejo de Estado, Mitautoren Alfonso Guerra, Antonio Hernández Gil, Servicio Central de Publicaciones, Presidencia del Gobierno, Madrid 1983, ISBN 978-84-7471-058-8
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