mini|Armand Berton (1854–1917) – Porträt von Antonin Carlès. Musée des Amériques, Auch, Departements Gers Jean-Antonin Carlès (auch Antonin Jean Paul Carlès; * 24. Juli 1851 in Gimont, Département Gers; † 18. Februar 1919 in Paris) war ein französischer Bildhauer. Er gehörte zu den bedeutenden Vertretern der französischen Salonplastik des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sein Werk umfasst Porträtbüsten, Genrefiguren, allegorische Darstellungen, historische Monumente und öffentliche Denkmäler. Antonin Carlès zählt zu den etablierten französischen Bildhauern der Dritten Republik. Seine Arbeiten wurden im Salonwesen seiner Zeit mehrfach ausgezeichnet und fanden Eingang in bedeutende öffentliche Sammlungen. Die zeitgenössische und spätere kunsthistorische Literatur behandelt ihn vor allem als Vertreter der akademischen französischen Bildhauerei um 1900.

Leben Antonin Carlès wurde am 24. Juli 1851 in Gimont im Département Gers geboren. Seine künstlerische Ausbildung begann in Marseille. Anschließend studierte er an der École des beaux-arts in Toulouse sowie an der École des Beaux-Arts in Paris. Dort war er Schüler von François Jouffroy und Ernest-Eugène Hiolle. Carlès lebte und arbeitete überwiegend in Paris. Er stellte regelmäßig im Salon der Société des Artistes Français aus und gehörte später dem Komitee sowie der Jury dieser Künstlervereinigung an. Zu seinen frühen Ausstellungserfolgen gehörte die Skulptur La Cigale, mit der er 1878 im Pariser Salon debütierte. Weitere Anerkennung erhielt er für die Marmorfigur Abel, die mit einer Medaille zweiter Klasse ausgezeichnet wurde, sowie für La Jeunesse, die 1885 eine Medaille erster Klasse erhielt. Auf den Weltausstellungen in Paris war Antonin Carlès vertreten. Bei der Exposition Universelle von 1900 wurde er mit dem Grand Prix ausgezeichnet. 1913 wurde er zum Commandeur der Ehrenlegion ernannt. Antonin Carlès starb am 18. Februar 1919 in Paris.

Werk Antonin Carlès arbeitete vorwiegend in Marmor und Gips, verwendete jedoch auch Bronze. Sein Œuvre umfasst Porträts, Genreplastiken, allegorische Figuren, historische Darstellungen und Monumentalplastik.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen:

La Cigale (1878, Musée de Lectoure) Abel (Marmor, Salonausstellung, ausgezeichnet mit einer Medaille zweiter Klasse) La Jeunesse (Marmor, 1885, ausgezeichnet mit einer Medaille erster Klasse, ehemals Musée du Luxembourg) Retour de chasse (Bronze, Jardin des Tuileries, Paris) Statue Charles VII. für das Rathaus von Compiègne Héraut d’armes für das Hôtel de Ville in Paris Denkmal für Louis Pasteur in Dole (1902), architektonische Gestaltung durch Léon Chifflot Denkmal für den Chevalier de La Barre auf dem Montmartre in Paris (1906) Monument du Commandant Hériot (1906) Jeanne d’Arc (1916)

Ein bedeutender Teil seines Schaffens bestand aus Porträtbüsten, darunter Darstellungen von Gérard de Ganay und Armand Berton (1883), sowie zahlreichen Bildnissen von Angehörigen der französischen Aristokratie.

Werke (Auswahl)

Literatur René Édouard-Joseph: Dictionnaire biographique des artistes contemporains 1910–1930. Band 1. Art & Édition, Paris 1930.

Emmanuel Bénézit (Begr.): Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs. 3. Auflage, Band 2. Gründ, Paris 1976. Jules Martin (auch: Henri-Joseph Martin): Nos peintres et sculpteurs. Flammarion, Paris 1897. Pierre Kjellberg: Les bronzes du XIXe siècle. Dictionnaire des sculpteurs. Les Éditions de l’Amateur, Paris 1987. Pierre Kjellberg: Le nouveau guide des statues de Paris. La Bibliothèque des Arts, Paris 1988. Georges Soós: Antonin Carlès dans les collections hongroises. In: Bulletin du Musée hongrois des Beaux-Arts. Band 25, Budapest 1964, S. 107–112. Pierre de Maulmin: Le monument à Louis Pasteur à Dole. In: Monuments historiques de la France. Nr. 144, Paris 1986, S. 80 ff. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 3: Bülow – Cossin. Paris, 2006.

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Einzelnachweise

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