mini|hochkant=1.2|Hauptfassade des Schlosses Cropières Das Schloss Cropières () ist eine als Monument historique klassifizierte barocke Schlossanlage in der französischen Gemeinde Raulhac im Département Cantal der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Das in der historischen Region des Carladès im Goul-Tal gelegene Anwesen ist als Geburtsort von Marie-Angélique de Scorailles, der Duchesse de Fontanges und berühmten Mätresse des Königs Ludwig XIV., bekannt. Die Gebäude, Nebengebäude und Gartenflächen stehen seit dem 5. Mai 1986 unter Denkmalschutz.

Nach langem Verfall befindet sich das Schloss, das sich in Privatbesitz befindet, in einer Phase der schrittweisen Restaurierung und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Geschichte Historische Zuordnung der Schlösser im Cantal { "type": "FeatureCollection", "features": [ { "type":"Feature", "properties":{"title":"Schloss Caillac","description":"Prévôté d’Aurillac / Carlat – Sitz des Herrn von La Salle de Vézac (1533)","marker-color":"#ef3b2c","marker-symbol":"castle"}, "geometry":{"type":"Point","coordinates":[2.526667,44.946111]} },

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Prévôté d’Aurillac & Vizegrafschaft Carlat Schloss Caillac Schloss Conros Schloss Cropières Schloss Sédaiges Schloss Comblat Schloss Messilhac

Prévôté de Mauriac Burg Anjony Schloss Pesteils

Prévôté de Saint-Flour Schloss La Trémolière Das mittelalterliche Festungswerk und die Familie Montjou Im Mittelalter stand an dieser Stelle eine wehrhafte Festung, die der Verteidigung des strategisch wichtigen Goul-Tals diente. Als einer der frühesten Besitzer ist der Ritter Aymar de Cropières für das Jahr 1263 urkundlich belegt. Im Jahr 1362 leistete Pierre de Cropières ein Lehensbekenntnis (*Reconnaissance*) gegenüber Hector de Montjou, woraus hervorgeht, dass das Lehen zu diesem Zeitpunkt bereits an die Familie Montjou übergegangen war.

Während des Hundertjährigen Krieges wurde die Anlage im Jahr 1381 von englischen Truppen zerstört, im Anschluss jedoch wieder aufgebaut. Die Familie de Montjou hielt die Herrschaft über sechs Generationen hinweg, bis die Linie im Mannesstamm erlosch. Die Erbin Anne de Montjou brachte das Anwesen schließlich im Jahr 1508 als Mitgift in ihre Ehe mit Rigal IV. de Fontanges ein, wodurch der Besitz an das Haus Fontanges überging.

Die Ära Fontanges und Scorailles mini|hochkant=1.2|Marie-Angélique de Scorailles Die Familie de Fontanges bewohnte das Schloss über fünf Generationen hinweg. Ähnlich wie die zeitgenössischen Schlossherren auf dem benachbarten Schloss Messilhac galt auch diese Linie als überaus kinderreich und festigte ihren Einfluss durch geschickte Heiratspolitik in der Nachbarschaft. Am 5. August 1616 heiratete die reiche Universalerbin Guillemine de Fontanges gegen den anfänglichen Widerstand ihres Vaters Louis de Scorailles, der einer der ältesten und glanzvollsten Adelslinien der Auvergne entstammte.

Unter den Scorailles erlebte die Herrschaft zum Ende des 17. Jahrhunderts den Höhepunkt ihrer Macht und wurde zu einer Baronnie erhoben, die neun ländliche Lehen, ausgedehnte Wälder sowie mehrere ertragreiche Zollstationen (darunter jene am Pass von Curebourse) vereinte. Im Jahr 1661 wurde Marie-Angélique de Scorailles auf dem Schloss geboren. Sie stieg am Hof von Versailles zur Favoritin Ludwigs XIV. auf, welcher sie zur Herzogin von Fontanges ernannte. Ihr Bruder, Annet Joseph de Scorailles, erwarb zudem das einflussreiche Amt des königlichen Stellvertreters (*Lieutenant du roi*) in der Provinz Auvergne.

Der barocke Schlossumbau im Geiste von Versailles Es war der Sohn von Annet Joseph, Louis Théodose de Scorailles, welcher ab etwa 1677 bis 1720 die alte, düstere mittelalterliche Festung vollständig niederriss. Alle wehrhaften Elemente wie Türme und Zinnen wurden abgetragen, um Platz für ein repräsentatives barockes Lustschloss (*Château de plaisance*) nach dem Vorbild des Versailler Hofes zu machen. An den verbliebenen Nordflügel wurde ein rechtwinkliger Westflügel angebaut, der prachtvolle Empfängssäle erhielt.

Da Louis Théodose kinderlos verstarb, setzte er 1746 seinen Neffen Jacques Antoine de Freyssinet de Valady als Universalerben ein. Die Französische Revolution von 1789 bedeutete das jähe Ende der höfischen Pracht auf Cropières. Der Graf von Valady verließ das Schloss im Jahr 1793 fluchtartig und kehrte nie wieder zurück, woraufhin die Anlage jahrzehntelang unbewohnt blieb und dem Verfall preisgegeben war. Im Jahr 1906 gelangte das Schloss durch Heirat in den Besitz der Familie de Chefdebien-Zagariga, welche die Anlage bis heute besitzt.

Beschreibung Das Schloss präsentiert sich heute als zweiflügelige Anlage in L-Form, die sich um einen rechteckigen Ehrenhof (*Cour d'honneur*) gruppiert. Nach Osten hin wird der Hof durch ein repräsentatives Portal abgeschlossen, das von zwei freistehenden Pavillons flankiert wird. Von der mittelalterlichen Bausubstanz hat sich lediglich das massive Mauerwerk im westlichen Teil des Nordflügels erhalten, das ehemals zu den Gewölbekammern der alten Festung gehörte. Ein baufälliger Teil dieses Flügels, in dem sich die alte Schlosskapelle befand, musste im 19. Jahrhundert abgerissen werden.

Der einstöckige barocke Westflügel aus dem 17. Jahrhundert erhob sich ursprünglich über den ehemaligen Stallungen im Erdgeschoss. Eine monumentale Freitreppe führt hinauf zu einer weitläufigen, von einer kunstvollen Steinbalustrade flankierten Aussichtsterrasse. Am Fuß dieser Treppe ruhen zwei skulptierte Löwen, während im Zentrum der Terrasse eine Büste auf einem Sockel steht, die König Ludwig XIV. in der Gestalt des römischen Kriegsgottes Mars darstellt. Im Inneren dieses Flügels befand sich der große Festsaal, dessen einst prachtvolle barocke Holzvertäfelungen (*Boiserien*) heute nur noch in Fragmenten erhalten sind.

An der Südseite des Hofes trennt eine erhöhte Promenade, die ehemals ebenfalls mit einer Balustrade versehen war, den Ehrenhof von den tiefer gelegenen Gartenflächen, welche heute jedoch nicht mehr in ihrer barocken Struktur existieren. Zur Abwendung des fortschreitenden Verfalls und zur denkmalgerechten Sicherung der Bausubstanz wurde die *Association pour la Sauvegarde du Château de Cropières* (A.S.C.) ins Leben gerufen, welche seither die privaten Restaurierungsarbeiten koordiniert.

Literatur Jean-Baptiste de Ribier du Châtelet: Dictionnaire statistique, ou Histoire, description et statistique du département du Cantal. Bernard Poulhès: L’Ancien Raulhac. Christian de Chefdebien: Guillemine. Claude Grimmer: Mon tout, mon roi.

Weblinks

Eintrag im allgemeinen Kulturgüterverzeichnis des französischen Kulturministeriums (französisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Schloss in Auvergne-Rhône-Alpes Kategorie:Bauwerk im Département Cantal Kategorie:Monument historique im Département Cantal Kategorie:Monument historique (Schloss) Kategorie:Monument historique seit 1986 Kategorie:Barockbauwerk in Auvergne-Rhône-Alpes Kategorie:Schloss in Europa Kategorie:Raulhac