mini|Camille Moreau-Nélaton, 1860er Jahre. Bibliothèque nationale de France Camille Moreau, geborene Nélaton (vollständiger Name: Camille Marie Moreau-Nélaton; * 17. August 1840 in Paris; † 4. Mai 1897 ebenda), war eine französische Keramikerin und Malerin.

Leben Moreau-Nélaton war eine Tochter von Auguste Nélaton, der später als Leibarzt Napoleons III. Bekanntheit erlangte. Sie erhielt ihre künstlerische Ausbildung bei ihrem Onkel, dem Maler Jules Nélaton (* 27. Januar 1805), bei Auguste Bonheur, dem Bruder der Tiermalerin Rosa Bonheur, sowie bei dem Tiermaler Otto Weber. 1858 heiratete sie Adolphe Ferdinand Moreau, einen wohlhabenden und hochrangigen Regierungsbeamten, der ebenfalls malte und gemeinsam mit ihr die Kunstsammlung seines Vaters weiter ausbaute. Aus der Ehe ging der Sohn Étienne Moreau-Nélaton hervor, der als Maler, Kunstschriftsteller sowie bedeutender Sammler und Förderer des Impressionismus bekannt wurde. Camille Moreau-Nélaton kam am 4. Mai 1897 beim Brand des Bazar de la Charité in Paris ums Leben, ebenso ihre Schwiegertochter.

Werk Von 1865 bis 1881 stellte Moreau-Nélaton regelmäßig im Pariser Salon aus, vorwiegend Landschaften.

mini|Camille Moreau-Nélaton – Plat „Carpe“. Musée des arts décoratifs, Paris

Angeregt durch das berühmte, vom Japonismus geprägte Speiseservice von Félix Bracquemond unternahm Moreau-Nélaton ab 1867 erste Versuche in der Keramik. Zunächst gestaltete sie ein Service für den eigenen Familiengebrauch, dann wurde sie Schülerin von Théodore Deck, der sie in der Emailfarbentechnik unterwies. Ihre keramischen Motive – hauptsächlich Tiere und Blumen – stehen in der Tradition des zeitgenössischen Japonismus. Ein erhaltener Teller aus dem Jahr 1868 befindet sich im Musée national Adrien Dubouché in Limoges. 1869 und 1870 stellte sie großformatige Wandteller im Salon aus.

In den Jahren 1872 bis 1874 unternahm sie in der Pariser Manufaktur M. Edièvre Versuche mit Tonwaren aus Terre de Paris, zum Teil mit gekratztem Dekor. Ab 1873 war Laurent Bouvier ihr Lehrer. Von da an arbeitete sie im Barbotine-Verfahren mit Ton aus Bourg-la-Reine und ließ ihre Arbeiten in der Manufaktur von François Laurin in Bourg-la-Reine brennen. Auf der Weltausstellung 1878 in Paris feierte Moreau-Nélaton als Keramikerin einen ersten großen Erfolg: Ihre Arbeiten fanden unter französischen, englischen und amerikanischen Sammlern – darunter Nathaniel de Rothschild – breite Anerkennung. Ab 1894 ließ sie ihre Erzeugnisse bei Albert Dammouse in Sèvres brennen. Moreau-Nélaton zählt zu den ersten Künstlern, die ihre keramischen Arbeiten signierten. Der überwiegende Teil ihrer Werke befindet sich in Privatbesitz.

Neben ihrer Tätigkeit als Keramikerin baute sie eine bedeutende Sammlung früher japanischer Farbholzschnitte auf.

Literatur

Étienne Moreau-Nélaton: Camille Moreau. Peintre et céramiste, 1840–1897. H. Floury, Paris 1899. Alain Roussard: Dictionnaire des peintres à Montmartre. André Roussard, Paris 1999. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 9: Maele – Müller. Paris, 2006.

Weblinks

Wildenstein Plattner Institute

Einzelnachweise

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