Georg „Geo“ Müller (* 30. Mai 1918 in Saarbrücken; † 2. April 1955 ebenda) war ein deutscher Offizier der Wehrmacht und Leichtathlet. Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den bekanntesten saarländischen Leichtathleten und vertrat Deutschland in internationalen Wettkämpfen.
Leben Jugend und Ausbildung Georg Müller wurde am 30. Mai 1918 in Saarbrücken geboren. Nach dem Besuch der Volksschule besuchte er das Hindenburg-Gymnasium in Saarbrücken, an dem er 1937 das Abitur ablegte.
Bereits während seiner Schulzeit war er ein erfolgreicher Leichtathlet. Nach dem Abitur absolvierte Müller den Reichsarbeitsdienst. Im November 1937 trat er als Freiwilliger in die Wehrmacht ein.
Sportliche Laufbahn mini|Georg Müller am Startblock Schon früh entwickelte sich Müller zu einem herausragenden Leichtathleten. Er startete für den SV Saar 05 Saarbrücken und gewann bei den 13. Nationalen Jugend- und Juniorenwettkämpfen in Darmstadt am 29. und 30. August 1936 den Wettbewerb über 400 Meter in einer Zeit von 53,2 Sekunden.
In den folgenden Jahren gehörte er zur deutschen Leistungsspitze über die 400-Meter-Distanz. Müller gewann beim Internationalen Abendsportfest in Stockholm 1939 den 400-Meter-Lauf in der Bestzeit von 48,9 Sekunden. Er erzielte sowohl in Einzeldisziplinen als auch in Staffelläufen Erfolge. Seine sportlichen Leistungen führten zur Berufung in deutsche Nationalmannschaften. Bei den Deutschen Meisterschaften 1939 und 1941 belegte er jeweils den zweiten Platz und wurde damit zweimal Deutscher Vizemeister. Er nahm an drei Leichtathletik-Länderkämpfen teil: 1938 gegen Belgien, 1941 gegen Rumänien und ebenfalls 1941 gegen Italien. Nach dem Krieg war er 1947 Saarlandmeister über 400 Meter und 1948 über 800 Meter.Amrhein, Seite 270
Auch während seiner Fronteinsätze blieb seine sportliche Vergangenheit präsent. Kameraden nannten ihn den „Sportsmann von der Saar“. Später erklärte Müller selbst, dass das harte Training des Leistungssports die beste Vorbereitung auf die körperlichen und psychischen Anforderungen des Fronteinsatzes gewesen sei.
Militärische Laufbahn Während des Zweiten Weltkriegs war Müller Oberleutnant der Reserve in der deutschen Wehrmacht. Dabei war er sowohl im Westen als auch an der Ostfront eingesetzt, an der er bis zum Kompanieführer aufstieg und verwundet wurde. Nach Kriegsende war er in der Bundeswehr beschäftigt.
Auszeichnungen Müller erhielt zahlreiche militärische Auszeichnungen.
Deutsches Schutzwall-Ehrenzeichen (20. März 1940) Eisernes Kreuz I. Klasse (9. Mai 1942) Infanterie-Sturmabzeichen „Silber“ (10. Juni 1942) Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (10. August 1942) Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer (16. August 1942) Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 (Ostmedaille) (1. August 1943) Eisernes Kreuz II. Klasse
Persönliche Bestleistungen 200 m: 22,3 s, 24. Mai 1941, Dresden 300 m: 34,6 s, 18. Juni 1941, Berlin 400 m: 48,5 s, 15. Juni 1941, Mainz Dreisprung: 13,54 m, 21. Juni 1936
Literatur Klaus Amrhein u. a.: Biographisch-Genealogisches Handbuch zur Geschichte der deutschen Leichtathletik 1891–1944. Groß-Zimmern 2025 publiziert über die Deutsche Gesellschaft für Leichtathletik-Dokumentation als Bulletin Nr. 100, Seite 269f
Einzelnachweise
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