Ausgeflippt hoch drei (englischer Originaltitel The Illustrated Mum) ist ein Jugendroman der britischen Schriftstellerin Jacqueline Wilson, der im Jahr 1999 mit den Illustrationen von Nick Sharratt beim Verlag Transworld Publishers veröffentlicht wurde. Die deutsche Erstausgabe in einer Übersetzung von Ursula Schmidt-Steinbach erschien 2002 unter dem Titel Tattoo Mum beim Sauerländer Verlag.
Inhalt Die zehnjährige Dolphin und ihre ältere Halbschwester Star leben mit ihrer Mutter Marigold in einer kleinen Sozialwohnung in London. Marigold, eine begeisterte Tattoo-Liebhaberin und gelegentlich selbst Tattoo-Künstlerin, leidet unter einer bipolaren Störung und hat zudem ein Alkoholproblem. Während Dolphin ihre Mutter als wunderbar und einzigartig verehrt, schämt sich Star für Marigolds Tattoos und ihr unberechenbares Verhalten.
In der Schule fühlt sich Dolphin wie eine Außenseiterin: Sie wird von Mitschülern gemobbt, hat das Gefühl, dass ihre Lehrerin sie ungerecht behandelt, und kämpft mit ihrer Legasthenie. Star hingegen scheint bei allen beliebt zu sein – was immer wieder Dolphins Eifersucht weckt. Einzige Lichtblicke sind die Freundschaft zu Oliver, einem schüchternen, strebsamen Jungen, der sich häufig in der Bibliothek aufhält, um Spott zu entgehen und dem dort beaufsichtigenden Lehrer Mr. Harrison.
Eines Tages kauft Marigold Tickets für ein Konzert ihrer Lieblingsband Emerald City, in der Hoffnung, Micky wiederzutreffen – Stars Vater, in den sie immer noch verliebt ist. Zu Dolphins und Stars Überraschung bringt sie Micky tatsächlich mit nach Hause. Dieser wusste nichts von seiner Tochter und ist begeistert, Star kennenzulernen. Dolphin jedoch empfindet Abneigung gegen ihn, weil er Marigold verlassen hat. Bei einem gemeinsamen Ausflug nach London fühlt sich Dolphin den ganzen Tag ignoriert. Marigold ist überzeugt, dass sie nun als Familie zusammenleben werden, doch Micky bringt sie am Ende nur nach Hause und fährt zurück nach Brighton.
In den folgenden Tagen schickt Micky Geschenke, und Star verbringt ein Wochenende bei ihm. Als Marigold erfährt, dass Micky eine neue Freundin hat, ist sie am Boden zerstört. Micky, der keine romantischen Gefühle mehr für Marigold hegt, lädt Star und Dolphin ein, bei ihm zu leben. Während Star die Gelegenheit ergreift, bleibt Dolphin aus Loyalität zu Marigold bei ihr. Doch als Star geht, erleidet Marigold einen psychischen Zusammenbruch und bemalt sich am gesamten Körper mit weißer Farbe, um ihre Tattoos zu verbergen. Dolphin ruft trotz Marigolds Angst vor Spitälern die Rettung. Später erfährt sie, dass ihre Mutter in ein Krankenhaus für psychische Erkrankungen eingeliefert wurde.
Ohne Schwester und mit kranker Mutter ermutigt Oliver Dolphin, ihren leiblichen Vater zu kontaktieren. Die beiden machen Dophins Vater, einen Schwimmlehrer namens Michael, tatsächlich ausfindig, und er freut sich, sie kennenzulernen. Doch als Dolphin hofft, dass er sich um sie kümmert, stellt sich heraus, dass er bereits eine Familie hat. Er beschließt, die Sache richtig anzugehen und wendet sich ans Jugendamt. Dolphin wird daraufhin vorläufig in einer Pflegefamilie untergebracht. Anfangs hat sie Angst – Marigolds Schauergeschichten über ihre eigene Zeit in Pflegefamilien sind ihr noch im Gedächtnis. Doch sie landet bei einer liebevollen älteren Frau, die sich bereits um drei weitere Kleinkinder kümmert. Michael besucht mit Dolphin Marigold im Krankenhaus, die nun Medikamente gegen ihre bipolare Störung erhält. Langsam entwickelt sich eine Vater-Tochter-Beziehung.
Als Star weder Marigold noch Dolphin telefonisch erreichen kann, wenden sich Micky und Star ebenfalls ans Jugendamt, von dem sie die Adresse von Dophins Pflegefamilie erfahren. Star, die sich in der Zwischenzeit nicht mehr so gut mit Micky versteht, sucht daraufhin Dolphin in ihrem neuen Zuhause auf. Anfangs gibt es Streit – Star macht Dolphin für das Scheitern ihrer Zeit mit Micky verantwortlich. Doch schließlich versöhnen sie sich und gemeinsam besuchen sie Marigold. Die Geschichte endet mit der Erkenntnis Dolphins: Trotz Marigolds Krankenhausaufenthalt und ihrer eigenen Unterbringung in einer Pflegefamilie sind Marigold, Star und sie selbst immer noch eine Familie.
Rezeption Geraldine Brennan schreibt in ihrer Buchrezension: „Jacqueline Wilson versteht es meisterlich, die größten Schwierigkeiten, in die Familien geraten können, so darzustellen, dass Kinder, die vielleicht Ähnliches durchleben, die Situation verstehen und nachvollziehen können. Die Qualität der Geschichte leidet darunter nicht im geringsten. […] Das unsentinmentale Mitgefühl dieser Geschichte macht sie so wertvol für junge Leser.“ Das britische Magazin The Bookseller befindet: „Eine eindringlich geschilderte, bisweilen schockierende, aber letztendlich aufbauende Geschichte – dieses Buch sollte man sich nicht entgehen lassen.“
Auszeichnungen Ausgeflippt hoch drei wurde im Jahr 2000 mit dem Guardian Children’s Fiction Prize ausgezeichnet.
Referenzen Ausgeflippt hoch drei ist in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 12+ Jahre enthalten.
Ausgaben
Adaptionen 2003 wurde der Roman unter der Regie von Cilla Ware mit dem Titel The Illustrated Mum (dt. Tattoo Mum - Eine magische Mutter) als Fernsehfilm adaptiert.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Jugendliteratur Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literarisches Werk