Wink vom Nachbarn ist ein DEFA-Dokumentarfilm von Harry Hornig von 1966, der gegen die Westdeutschen Kurzfilmtage in Oberhausen polemisiert.
Inhalt Zuerst zeigt der Regisseur Harry Hornig Impressionen aus seiner Heimatstadt Oberhausen, einem Zentrum der westdeutschen Stahlindustrie. Danach kommentiert Gerhard Scheumann die dortigen Kurzfilmtage von 1966 mit scharfer Polemik und vernichtender Kritik. Dem stellt er die sozialistischen Filme gegenüber, die seiner Meinung nach die Realität korrekter wiedergäben. Er dokumentiert auch eine Pressekonferenz des DDR-Anwalts Friedrich Karl Kaul, auf der eine Anklage gegen den westdeutschen Kongo-Söldnerführer Müller bekanntgegeben wird, über den Heynowski in seinem vorherigen Film berichtet hatte.
Am Ende des Films wird eine Demonstration von 30.000 Menschen gegen die Schließung der sehr produktiven Steinkohlenzeche Graf Bismarck in Gelsenkirchen gezeigt, die erfolglos bleibt und somit die Probleme des westdeutschen kapitalistischen Systems zeige.Wink vom Nachbarn Filmportal, mit detaillierter Inhaltsangabe
Hintergründe Der DDR-Dokumentarfilmer Walter Heynowski hatte für 1966 seinen Propagandafilm Kommando 52 über westdeutsche Söldner im Kongo bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen eingereicht, der dort jedoch abgelehnt wurde. Daraufhin beauftragte er den DEFA-Dokumentarfilmregisseur Harry Hornig, der schon mehrere scharfe propagandistische antiwestdeutsche Filme (Pankoff) gemacht hatte, einen Film zu drehen, der das international renommierte Filmfestival für DDR-Zuschauer herabwürdigen sollte.Andreas Kötzing, Film- und Kulturpolitik im Kalten Krieg, Wallstein, Göttingen 2013, S. 288; mit ausführlicher Beschreibung der Machart dieses Filmes Der Titel Wink vom Nachbarn war eine Verballhornung des langjährigen Festivalmottos Wege zum Nachbarn. Am 29. März 1966 wurde er erstmals im DDR-Fernsehen ausgestrahlt.
1996 wurde er dann erstmals in einer Retrospektive bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen gezeigt (mit Pankoff), 2016 bei der BerlinaleWink vom Nachbarn Berlinale 2016 und 2022 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin.Wink vom Nachbarn Haus der Kulturen der Welt
Rezeption Der Publizist Daniel Urban zitierte 2025 aus dem Film von Walter Heynowski und Gerhard Scheumann
Der spätere Oberhausener Festivalleiter Wolfgang J. Ruf erklärte 2025 anlässlich der Wiederaufführung über diesen Film auf die Aussage seines Interviewers Der Film Wink vom Nachbarn wirkt heute nicht zuletzt unfreiwillig komisch.
Der Filmkritiker Pitt Herrmann beschrieb 2025 seine Eindrücke von dem Film so
Weblinks Wink vom Nachbarn Filmportal Wink vom Nachbarn Dokumentarfilmgeschichte
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1966 Kategorie:Kurzfilm Kategorie:DDR-Film Kategorie:Propaganda (DDR) Kategorie:Kalter Krieg im Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Internationale Kurzfilmtage Oberhausen Kategorie:Kulturpolitik (DDR)