mini|229x229px|Karte von 1892 Rheim oder auch Reim ist eine Ortschaft am Niederrhein.

Lage

Die Ortschaft liegt heute im nordwestlichen Bereich von Repelen und grenzt zudem an Kohlenhuck, Genend und Kamp-Lintfort.Königlich Preußische Landesaufnahme: Messtischblatt Moers (Blatt 4506), Berlin 1892. Wie Repelen lag die Ortschaft im Mittelalter an einer Seitenrinne des Rheins.Heinz Wilhelm Rosendahl / Heinz Peter Splittorf: Repelen. Eine uralte und starke Geschichte, Repelen 2008, S. 28, 48.

Geschichte mini|223x223px|Karte von 1798 mini|298x298px|Gipfelkreuz auf dem Pattberg Aus der frühen Eisenzeit ist in dem Bereich ein Gräberfeld nachweisbar. Der entsprechende Fund umfasste Reste von Urnen, Knochenbrand, Töpfe und Schalen sowie Bruchstücke aus Keramik.Margret Wensky: Moers. Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart, Band 1, Köln 2000, S. 411.

In einer Urkunde aus dem Jahre 1226 wird die Ortschaft als Reydeham erwähnt. Sie gehörte zu dieser Zeit zur Grafschaft Moers. Aus dem Namen Reydeham wird etwas über das einstige Landschaftsbild hergeleitet. Demnach hat ein Hamm, eine flache Landzunge, die bogenartig in eine mit seichtem Wasser gefüllte Wasserrine vorsprang, dort gelegen, und diese Rinne war mit Reet, Ried, Rohr, Schilf bewachsen.Ernst Kelter: Chronik der Gemeinde Rheinkamp, Moers 1960, S. 45.

Später wandelte sich der Name Reydeham zum heutigen Rheim oder auch Reim. Bis dahin finden sich die Namensvarianten Reydom, was Reyd’m ausgesprochen wurde,Ernst Kelter: Chronik der Gemeinde Rheinkamp, Moers 1960, S. 45. und Reyhem.Heinz Wilhelm Rosendahl / Heinz Peter Splittorf: Repelen. Eine uralte und starke Geschichte, Repelen 2008, S. 150.

Eine erste genauere Kartierung der Ortschaft, des Reimschen Feldes und der entsprechenden Güter wurde im Jahr 1783 angefertigt. In dieser Zeit war die Ortschaft ein Teil des Fürstentums Moers und überwiegend landwirtschaftlich geprägt.Johann Friedrich v. Goldbeck / Georg Ferdinands: Delineatio über die im Fürstentum Moers Kirchspiel Repelen liegende sog. Repeler Heide, Landesarchiv Nordrhein-Westfalen RW Karten Nr. 2759, 1783.

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert gehört die Ortschaft administrativ zu Repelen.Mehrere Verfasser: Die Rheinprovinz der preußischen Monarchie, Erster Band, Sechstes Heft, Düsseldorf 1834, S. 161–162.

Im Jahr 1927 wurde dort die Schachtanlage Pattberg in Betrieb genommen und war bis zur Stilllegung im Jahr 1993 in Förderung. Sie entwickelte sich zu einer der modernisierten Zechen des Ruhrbergbaus und wurde später in den Verbund der Ruhrkohle AG integriert.Heinz Wilhelm Rosendahl / Heinz Peter Splittorf: Repelen. Eine uralte und starke Geschichte, Repelen 2008, S. 235 f.

Die Ortschaft ist zudem Herkunftsort eines in der Region bekannten alten Familiengeschlechts und steht mit diesem in namentlicher Verbundenheit. Seit dem Jahre 1400 finden sich erste urkundliche Erwähnungen von älteren Linien mit dem Herkunftsnamen v. Reyhem.Heinz Wilhelm Rosendahl / Heinz Peter Splittorf: Repelen. Eine uralte und starke Geschichte, Repelen 2008, S. 150. Jüngere Linien mit den Genanntnamen gen. Rheim oder Reim beziehungsweise mit dem Herkunfts-s Rheims oder Reims sind ab dem Jahre 1700 urkundlich erwähnt.Günther Ellenberger: Familien der Gemeinde Repelen zwischen 1675 und 1800, Brühl 2000, S. 142. Deutsche Forschungsgesellschaft für Heraldik und Genealogie: Deutsche Wappenrolle, Band VII, Mainz 1985, S. 428. Angehörige dieser Linien sind unter anderem als GutsbesitzerErnst Seyfert / Hans Wehner: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Güter und größeren Höfe der Rheinprovinz, Leipzig 1928, S. 84., BürgermeisterMilitary Government of Germany: Jakob Reims, Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Bestand NW 1006-IV - SBE Hauptausschuss Landkreis Geldern Nr. 2332., Kleriker und RechtsgelehrteCarl Wilkes: Inventar der Urkunden des Stiftsarchivs Xanten, 1. Band. Köln 1952, S. 187, 249. bezeugt.

Heutige Situation

Zwischen den Jahren 1964 und 1985 entstand durch die Aufschüttung von Bergematerial aus dem Betrieb der Schachtanlage Pattberg die Halde Pattberg. Mit einer Höhe von rund 75 Metern wurde sie im Zuge der Rekultivierung zu einer landschaftlich gestalteten Bergehalde umgeformt und ist heute ein markanter Aussichtspunkt am Niederrhein.Regionalverband Ruhr: Route der Industriekultur – Halde Pattberg Moers, www.route-industriekultur.ruhr/panoramen/halde-pattberg-moers (abgerufen am 1. Juni 2026).

Literatur

Heinz Wilhelm Rosendahl / Heinz Peter Splittorf: Repelen. Eine uralte und starke Geschichte, Repelen 2008, ISBN 978-3-00-024177-2. Ernst Kelter: Chronik der Gemeinde Rheinkamp, Moers 1960, ISBN 3-921564-13-1. Margret Wensky: Moers. Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart, Köln 2000, ISBN 3-412-04600-0.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kreis Wesel Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Wesel) Kategorie:Geographie (Moers)