Hugh O’Connor (geboren am 12. März 1924 in Fort William, Schottland; gestorben am 20. September 1967 in Jeremiah, Kentucky, Vereinigte Staaten) war ein kanadischer Filmregisseur und -produzent, der für das National Film Board of Canada (NFB) tätig war. Sein bekanntester Film ist In the Labyrinth (1967). Seine vielversprechende Karriere endete kurz nach der Veröffentlichung dieses Films, als er während Dreharbeiten in Kentucky erschossen wurde.

Leben Karriere O’Connor kam 1956 zum NFB, nachdem er vermutlich als Journalist tätig gewesen war. Er wurde von Tom Daly eingestellt, um die Abteilung für Wissenschaftsfilme der NFB-Einheit B zu leiten. Er wurde bald als einer der führenden Filmemacher Kanadas anerkannt. Er war dafür bekannt, in seinen Filmen bahnbrechende Technologien zu entwickeln, darunter den mit fünf Kameras gedrehten und auf fünf Leinwänden gezeigten Film In the Labyrinth, eines der Highlights der Expo 67 in Montreal. Der Film verteilte die Bildelemente auf fünf Leinwände und fügte sie zu einem einzigen Mosaikbild zusammen. Dies inspirierte den kanadischen Filmemacher Norman Jewison dazu, ähnliche Techniken in Thomas Crown ist nicht zu fassen anzuwenden. In the Labyrinth war die früheste Inspiration für das IMAX-Filmformat.

Tod Ende der 1960er Jahre strömten Journalisten und Filmemacher nach Appalachia, um die Lebensbedingungen während des „War on Poverty“ zu dokumentieren. Dies verärgerte viele Einwohner, die Einwände gegen die Stereotypisierung und Kritik durch Außenstehende sowie gegen die Tendenz hatten, nur die negativen Seiten von Appalachia zu zeigen.

Ohne sich der Feindseligkeit gegenüber Außenstehenden bewusst zu sein, begab sich O’Connor in die Berge im Osten von Kentucky, während er an einer Dokumentation mit dem Titel US arbeitete, die vom US-Handelsministerium in Auftrag gegeben worden war, um auf der Weltausstellung HemisFair ’68 in San Antonio gezeigt zu werden. Der Film sollte das Leben in den Vereinigten Staaten von den frühen Pionierzeiten bis zur Gegenwart darstellen.

Am Nachmittag des 20. September 1967 hatten O’Connor und sein Team die Dreharbeiten beendet und waren auf dem Weg zurück zu ihrem Hotel, als sie einen Bergarbeiter entdeckten, der noch immer mit Kohlenstaub bedeckt auf seiner Veranda saß und sein Baby auf dem Schoß hielt. Sie hielten an und fragten den Mann, ob sie ihn filmen dürften; er willigte ein, und sie bauten ihre Kameras auf. Dieser Mann war Mieter, und sein Haus gehörte Hobart Isom, einem Mann, der mehrere Häuser besaß, die sich in besonders schlechtem Zustand befanden. Als Isom die Crew auf seinem Grundstück entdeckte, befahl er ihnen, das Gelände zu verlassen. Sie packten ihre Ausrüstung zusammen und machten sich auf den Weg zu ihrem Auto. Als sie sich dem Auto näherten, zielte Isom mit einem Smith-&-Wesson-Revolver vom Kaliber .38 aus dem Jahr 1904 und feuerte vier Schüsse ab, zuerst auf die Kamera und dann auf O’Connor. Eine Kugel traf O’Connor in die Brust, und er starb sofort. Isom bekannte sich schließlich des fahrlässigen Totschlags schuldig und wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt; davon verbüßte er ein Jahr.

Der gesamte Vorfall wurde von Elizabeth Barret in ihrem Film Stranger with a Camera aus dem Jahr 2000 dokumentiert, der in der Public-Broadcasting-Service-Reihe P.O.V. ausgestrahlt wurde.

Nachwirkungen O’Connors Tod löste Schock, Entsetzen und Empörung aus. O’Connors Vorgesetzter bei der NFB, Colin Low, war besonders überrascht, da O’Connor aufgrund seiner umgänglichen Art im Umgang mit Menschen stets die „Führungsrolle“ bei der Suche nach Drehorten auf der ganzen Welt übernommen hatte.

Aufgrund der aufsehenerregenden Natur des Falls wurde viel über den Mord und den Prozess geschrieben; über O’Connor hingegen wurde kaum etwas berichtet, und es scheint kein Nachruf erschienen zu sein. Bekannt ist, dass er eine 14-jährige Tochter, einen zehnjährigen Sohn und seine Frau Claire hinterließ, die vier Jahre nach dem Tod ihres Mannes starb.

Filmografie 1956–1957: Perspective (Fernsehserie, 2 Episoden, als Autor, Regisseur, Co-Regisseur und Location-Manager) 1956: Escape (Kurzfilm, als Location-Manager) 1957: The Barrier (als Location-Manager) 1957: The Winds of Weather (Kurzfilm, als Regisseur und Produzent) 1958: The Face of the High Arctic (Kurzfilm, als Produzent) 1958: High Arctic: Life on the Land (Kurzfilm, als Produzent) 1958: Tales Out of School (Kurzfilm, als Regisseur) 1958: The Department Manager (Kurzfilm, als Regisseur) 1958: The Story of Cinderella (Kurzfilm, als Regisseur) 1958: The Vice-President (Kurzfilm, als Regisseur) 1959: Radiation (Kurzfilm, als Regisseur und Produzent) 1960: Above the Timberline: The Alpine Tundra Zone (Kurzfilm, als Produzent) 1960: Frontiers (Fernsehserie, eine Episode, als Regisseur und Produzent) 1960: Interview with Linus Pauling (als Produzent) 1960: Life in the Woodlot (Kurzfilm, als Produzent) 1960: Microscopic Fungi (Kurzfilm, als Produzent) 1961: Snow (Kurzfilm, als Produzent) 1961: Trout Stream (Kurzfilm, als Regisseur) 1963: Magic Molecule (Kurzfilm, als Co-Regisseur) 1964: Above the Horizon (Kurzfilm, als Co-Regisseur und Co-Produzent) 1964: Paul-Émile Borduas: 1905–1960 (Kurzfilm, als Co-Produzent) 1964: The Edge of the Barrens (Kurzfilm, als Produzent) 1964: The Persistent Seed (Kurzfilm, als Produzent) 1967: Ethiopian Mosaic (Kurzfilm, als Co-Regisseur und Co-Produzent) 1967: In the Labyrinth (Dans le labyrinthe, Kurzfilm, als Co-Regisseur)

Auszeichnungen und Nominierungen Islands of the Frozen Sea (1958) Scholastic Teacher Magazine Annual Film Awards: Verdienstauszeichnung, 1958

Radiation (1959) 12th Canadian Film Awards, Toronto: Verdiensturkunde für Ausbildung und Lehre, 1960

Microscopic Fungi (1960) International Exhibition of Scientific Film, Buenos Aires: Ehrenurkunde, 1964

Life in the Woodlot (1960) Salerno Film Festival, Salerno: Silberpokal der Provinz Salerno, 1961 13th Canadian Film Awards, Toronto: Bester Film, Kinderfilme, 1961

Above the Horizon (1964) Electronic, Nuclear and Teleradio Cinematographic Review, Rom: Bester Film in der Kategorie Wissenschaft, 1970 International Survey of Scientific and Didactic Films, Padua: Erster Preis, Lehrfilme Australian and New Zealand Association for the Advancement of Science (ANZAAS), Sydney: Orbit Award, 1966 18th Canadian Film Awards, Montreal: Bester Kinderfilm, 1966 International Scientific Film Festival, Lyon: Lobende Erwähnung für die Vermittlung eines wissenschaftlichen Themas, 1969 International Exhibition of Scientific Film, Buenos Aires: Ehrenurkunde, 1966

Magic Molecule (1964) Columbus International Film & Animation Festival, Columbus (Ohio): Chris Award, Wirtschaft und Industrie, 1964 Yorkton Film Festival, Yorkton (Saskatchewan): Sonderpreis, Industrie, 1964 Victoria Film Festival, Victoria (British Columbia): Bester Industriefilm, 1964 Festival of Technical and Scientific Films, Budapest: Zweiter Platz, Dokumentation, 1964 La Plata International Children's Film Festival, La Plata: Silbermedaille, 1966 London Film Festival, London: Dritter Platz, Industrie, 1964 International Labour and Industrial Film Festival, Antwerpen: Verdiensturkunde für industrielle oder technische Informationsfilme, 1964

The Edge of the Barrens (1964) Yorkton Film Festival, Yorkton (Saskatchewan): Golden-Sheaf-Preis für den besten Film des Festivals, 1964 Yorkton Film Festival, Yorkton (Saskatchewan): Erster Platz, Naturkunde, 1964 Internationale Filmfestspiele von Venedig, Venedig: Zweiter Platz, Kinderfilme, 1964 Weyburn Film Festival, Weyburn (Saskatchewan): Erster Platz, 1965 International Exhibition of Scientific Film, Buenos Aires: Lobende Erwähnung, 1966

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Einzelnachweise

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