mini|hochkant|Innenraum mini|hochkant|Blick auf Altar und Kruzifix Die Kirche Sankt Michael ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in der Gemeinde Kirchberg an der Murr im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Die schlichte Saalkirche wurde 1954 im Heimatschutzstil gebaut. Die Kirche wurde dem Patrozinium des Erzengels Michael anvertraut, der als Schutzpatron der Deutschen gilt. Zur Kirchengemeinde St. Michael gehören neben Kirchberg auch Affalterbach (St. Johannes) und Burgstall an der Murr (St. Josef).

Geschichte Mit der Einführung der Reformation unter Herzog Ulrich 1535 wurde ganz Altwürttemberg evangelisch-lutherisch. Der damalige Kirchberger Dorfpfarrer Michael Rummel weigerte sich jedoch im Sinne der Reformation zu predigen und wurde daraufhin aus seinem Amt entfernt. In den folgenden Jahrhunderten stellten die Altgläubigen nur noch eine kleine Minderheit in Württemberg. Erst durch die Industrialisierung und den Bau der Eisenbahn siedelten sich wieder Katholiken im altwürttembergischen Gebiet an; ihre Zahl blieb jedoch gering. 1866 lebte in der Gemeinde Kirchberg nur eine Person mit katholischer Konfession.Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Marbach. Verlag H. Lindemann, Stuttgart 1866, S. 213. Die Kirchberger Katholiken waren nach Oppenweiler eingepfarrt. Durch Flucht und Vertreibung von Millionen Menschen aus den Ostgebieten des Deutschen Reichs und den Staaten des ehemaligen Österreich-Ungarn nahm die Zahl der Katholiken nach 1945 stark zu. In den 1950er Jahren wurde der Bau einer kleinen Kirche geplant, die 1954 fertiggestellt wurde.

Architektur und Ausstattung Die kleine Saalkirche mit Satteldach, Rundbogenfenstern und hölzernem Dachreiter machte lange Zeit den Eindruck einer Notkirche. Die zunächst einfachen Fenster wurden erst später mit biblischen Motiven nach Vorlagen des Pfarrers gestaltet und eingebaut. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Jesu Christi: Die Fußwaschung, die Brotvermehrung und die Stillung des Sturms auf dem See Genezareth.

Im Eingangsbereich befindet sich ein Relief des Erzengels Michael und eine Gedenktafel anlässlich des 50. Jubiläums der Kirchweihe (2004).

Orgel Die kleine Orgel mit nur sechs Registern wurde 1946 in der Werkstatt der Firma Walcker in Ludwigsburg gebaut. Walcker hat von diesem Typ zwischen 1940 und 1950 etwa 50 Stück gebaut.

Die Disposition der Orgel lautet:

Manual C–1. Gedeckt 8′2. Prinzipal 4′3. Holzflöte 4′4. Feldflöte 2′5. Scharf III Pedal C– 6. Subbass 16′

Glocken Anfangs verfügte die Kirche nur über eine Glocke, die im 16. Jahrhundert gegossen wurde. Sie stammt ursprünglich aus Deutsch Kamitz in Oberschlesien. Diese Glocke musste während des Zweiten Weltkriegs als Metallspende abgegeben werden. Die Glocke wurde jedoch nicht eingeschmolzen, sondern in Hamburg eingelagert. Von dort gelangte sie als Leihglocke nach Kirchberg. Bereits in den 1980er Jahren wurden Spenden für weitere Glocken gesammelt, doch erst 2013 konnten drei weitere Glocken bei der Glockengießerei Bachert (Karlsruhe) bestellt werden. Der Einbau der neuen Glocken verzögerte sich jedoch, da der Dachreiter erst noch verstärkt werden musste. Seit 2020 ist das Geläut vollständig. +Übersicht der Glocken von St. MichaelGlockeGlockengießerGussortGussjahrSchlagtonGewichtDurchmesserMaterialInschriftI.Albert BachertKarlsruhe2013c″384 kg82 cmBronzeSt. Michael an Murr und LembergII.es″219 kg68,2 cmBronzeSt. Michael an Murr und LembergIII.unbekanntunbekannt1526f″133 kg61 cmBronzeGENOD VND FRIED IN CHRISTO 1526IV.Albert BachertKarlsruhe2013as″126 kg54,6 cmBronzeSt. Michael an Murr und Lemberg

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Einzelnachweise

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