Die Nordmarkt-Grundschule in Dortmund ist eine Ganztags-Grundschule mit 18 Klassen in der Dortmunder Nordstadt. Das Viertel gilt als sozialer Brennpunkt. Die Schule nimmt an mehreren Modellprojekten teil und entwickelte selbst innovative Konzepte zur Grundschulbildung und der Integration der sozialen und familiären Umfelder der Schulkinder.
An der Schule werden unter anderem Unterrichts- und Lernmaterialien abgestimmt auf den Lernstand und die Lebenswelt der Kinder von den Lehrkräften selbst erstellt. Besonderer Fokus liegt weiterhin auf der Einbeziehung der oft ebenfalls bildungsfernen Eltern, der Versorgung der Kinder mit regelmäßigen Mahlzeiten und der aufsuchenden Stadtteilarbeit.
Konzepte und Modellprojekte 2017 wurde das Pilotprojekt Nordmarkt-GrundschulePlus mit zehn Jahren Laufzeit und Start im August 2019 beschlossen, womit ein bereits „sehr differenziertes und pädagogisch wertvolles Konzept“ an der Nordmarkt-Grundschule ergänzt werde. Ein Bestandteil des Pilotversuchs ist das Programm „Lernen neu denken“, welches mit Kleingruppen, Exkursionen und neuen Lernräumen benachteiligte Kinder unterstützt. Es wurde während der Corona-Pandemie umgesetzt und in Fachkreisen aufgegriffen. Mehrere weitere Dortmunder Schulen übernahmen das Konzept, durch die Zusammenarbeit mit Hochschulen wurden im Rahmen des Projekts auch neue Lehrkräfte gewonnen. Seit dem Schuljahr 2023/24 wird das Projekt „Lernen neu denken“ wissenschaftlich durch die FH Dortmund begleitet.
Die Lehrkräfte arbeiten mit an der Schule selbst entwickelten Lehrmaterialien, die auf die konkrete Lebensrealität der Kinder eingehen und diese abbilden. Nach Prüfung der Schulgesetze verlängerte die Schule eigenständig die Grundschuldauer von vier auf fünf Jahre, nachdem ein großer Teil der Kinder regelmäßig nicht in die zweite Klasse versetzt werden konnte. Stand 2026 blieben 97 % der Kinder zwei Jahre lang in der normalerweise einjährigen Schuleingangsphase. Während diese Quote medial auch problematisiert wurde, werden an der Schule durch die längere Grundschulphase bessere Lernprozesse und stabilere Beziehungen beobachtet.
Die Nordmarkt-Grundschule wurde während der vierjährigen Pilotphase des Projekts Vast vasteste – Hand in Hand. Roma als Bildungsmediator*innen in das Programm aufgenommen, mit dem zugewanderte Kinder und Jugendliche mit Roma-Hintergrund und in vergleichbaren Lebenslagen durch die Vermittlung und Betreuung von Mediatoren aus Roma-Communities gefördert werden. Nach Auslaufen der Pilotphase wurde die Nordmarkt-Grundschule Teil des vom Land NRW verstetigten, gleichnamigen Landesprogramms.
Die Nordmarkt-Grundschule war eine von bundesweit 30 Projekt-Grundschulen im EU-finanzierten Verbundprojekt „Digitalisierungsbezogene und digital gestützte Schul(kultur)entwicklung durch Multiprofessionelle Kooperation an ganztägigen Grundschulen“ (DigiSchuKuMPK) zur Gestaltung zukünftiger Ganztagsgrundschulen. Im Projekt arbeiteten fünf Universitäten aus drei verschiedenen Bundesländern mit Grundschulen als Partner zusammen, die Nordmarkt-Grundschule kooperierte in der Community of Practise 2 mit der Universität Oldenburg, Schwerpunkt war die sozialraumorientierte Schulentwicklung, das Projekt hatte eine Laufzeit von August 2023 bis März 2026.
Stadtteil- und weitere Bildungskonzepte 2013 wurde mit dem Matherad ein an der Nordmarkt-Grundschule entwickeltes Lernkonzept von Schulbuchverlagen übernommen.
Seit 2016 ist die Nordmarkt-Grundschule als Schule ohne Rassismus anerkannt.
Quartiers- und Elternarbeit stellt einen weiteren Arbeitsschwerpunkt der Nordmarkt-Grundschule dar. Seit 2007 ist an der Nordmarkt-Grundschule eines von sechs Elterncafes an Grundschulen im Bezirk Innenstadt-Nord eingerichtet, die in Trägerschaft von schul.inn.do und in Kooperation mit dem Verein Stadtteil-Schule e. V. betrieben werden. Zu den Konzepten gehört weiterhin aufsuchende Arbeit, Beratungs- und Befähigungsarbeit mit Eltern bis hin zu Alphabetisierungs- und Deutschkursen. Im Rahmen der Stadtteilarbeit eröffnete in Kooperation mit der Nordstadt-Grundschule eine Spiel- und Lernstube für zugewanderte Kinder ohne Kita-Platz in einer ehemaligen Problemimmobilie.
Mit seinem Start 2024 ist die Nordmarkt-Grundschule eine der 400 Schulen im Startchancen-Programm des Landes NRW. Abriss und Neubau Seit 2021 wird der Abriss und Neubau unter anderem der Nordmarkt-Grundschule im Rahmen eines Schulbau-Programms für die Nordstadt geplant. Vorgesehen ist Stand 2024 ein Neubau über den Zeitraum von Januar 2027 bis Oktober 2029, Kosten in Höhe von 54 Mio. Euro werden veranschlagt. Mit dem Neubau sollen moderne pädagogische Konzepte wie Kleingruppenarbeit besser unterstützt sowie Gruppen-, Werk- und Musikräume zur Verfügung gestellt werden. Die Probleme durch den anstehenden Umzug sowie die von der Schule erarbeiteten Lösungsansätze wurden im Rahmen des DigiSchuKuMPK-Projekts in einem Film dokumentiert.
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