Die Spixnachtschwalbe (Nyctipolus hirundinaceus, Syn.: Caprimulgus hirundinaceus) ist eine Vogelart aus der Familie der Nachtschwalben (Caprimulgidae), die in Brasilien endemisch ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale Die Spixnachtschwalbe erreicht eine Körperlänge von 16,0 bis 20,0 cm bei einem Gewicht von ca. 32,0 g. Der vordere Oberkopf, der Oberkopf und der Nacken des Männchens sind braun und dicht mit grauweißen und zimtfarbenen Flecken gesprenkelt. Dabei hat es einen unausgeprägten und dünnen weißen Überaugenstreif. Die Zügel und Ohrdecken sind braun mit grauweißen und gelbbraunen Flecken. Der Rücken, der Bürzel und die Oberschwanzdecken sind braun und dicht mit grauweißen und zimtfarbenen Flecken gesprenkelt. Die Schulterfedern sind braun mit grauweißen Sprenkeln und weisen an der Spitze der Außenfahnen einen graubraunen oder gelbbraunen Fleck auf. Die Steuerfedern sind braun und dicht mit grauweißen, gelbbraunen und zimtfarbenen Flecken übersät. Die äußerste Steuerfeder weist an der Spitze der Innenfahne einen ca. 15 mm weißen Fleck auf. Die nächste Steuerfeder hat eine breitere 15 bis 18 mm weiße Spitze, die sich über beide Fahnen erstreckt. Die beiden inneren Federpaare sind undeutlich grauweiß gestreift, das mittlere Paar ist breit gestreift mit grauweißen Flecken. Die Flügeldecken sind braun, dicht mit grauweiß, gelbbraun und zimtfarben Sprenkeln, sowie grauweißen, graubraunen und gelbbraunen Flecken. Die Handschwingen sind braun. Ein weißer Fleck befindet sich etwa auf halber Länge der Feder an der Innenfahne der äußersten Handschwingen. Die innersten Handschwungfedern haben schmutzig gelbbraune schmale Spitzen. Die Armschwingen sind braun und an den Innenfahnen gelbbraun gestreift. Die Schirmfedern sind braun und dicht mit grauweißen, gelbbraunen und zimtfarbenen Flecken übersät. Der seitlicher Kehlstreifen ist schmal gelbbraun. Das Kinn und obere Kehle sind weiß mit braunen Streifen. Am Hals ist ein dreieckiger weißer Fleck, der in einen breiten braunbeigen Streifen übergeht, der wiederum an der oberen Brust braun gefleckt ist. Die Brust ist braun und mit hellbeigem und grauweißem gefleckt und gestreift. Der Bauch und die Flanken sind beige mit braunen Streifen. Die Unterschwanzdecken sind ebenfalls beige, aber nur leicht braun gestreift. Die Unterflügeldecken sind beige und braun gestreift. Das Weibchen ist ähnlich wie das Männchen, wirkt jedoch etwas blasser. Es hat kleinere Flecken an den vier äußeren Handschwungfedern. Bei beiden Geschlechtern ist die Iris dunkelbraun und der Schnabel sowie die Beine schwärzlich braun. Halbwüchsige Vögel sind heller als erwachsene Tiere. Oft ist ihre Färbung stark zimtfarben. Sie haben breite gelbbraune Spitzen an den Handschwingen.Andrea Alfano, u. a. (2020)

Lautäußerungen Der Gesang der Spixnachtschwalbe ist ein kurzer, einsilbiger Pfiff, der wie whio oder wheo klingt, dem oft eine schnelle Abfolge von drei bis vier wha-Tönen vorausgeht Das hört sich dann beispielsweise wie wha wha wah whio an. Den wha-Ruf stößt sie manchmal auch im Flug aus. Ihr Alarmruf wird als flüssige prrip-Töne beschrieben.

Fortpflanzung Es wird von Bruten der Spixnachtschwalbe von November bis Mai berichtet. Dies ist meist während der Regenzeit. Sie baut kein Nest und das Ei wird direkt auf den Boden auf sandigen bis steinigen Untergrund gelegt. Ein Gelege besteht aus nur einem einzigen Ei. Das Ei ist blassbeige cremefarben und weist unregelmäßige rötliche Flecken sowie dunkle Sprenkel auf. Tagsüber brütet nur das Weibchen das Ei aus, nachts betreut das Männchen das Nest. Beide Geschlechter führen bei Gefahr ein Ablenkungsritual durch, das sich jedoch in der Regel je nach Geschlecht unterscheidet. Das Männchen zeigt sich z. B. indem es kurze Strecken mit aufgefächertem Schwanz und leicht in V-Form angehobenen oder ausgebreiteten Flügeln zurücklegt, während das Weibchen seinen Körper flach auf den Boden drückt und mit den Flügeln schlägt, während es davonkriecht, was einem gebrochenen Flügel ähnelt. Es wurden auch Männchen mit der gebrochen Flügel-Simulation beobachtet. Die Spixnachtschwalbe ist zumindest während der Paarbindung monogam.

Verhalten und Ernährung Die Spixnachtschwalbe ernährt sich von Insekten. Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv. Dabei ruht sie sich meist auf Sand und Steinen in Lichtungen aus und sitzt nachts auf Pfaden und Feldwegen. Sie wurde bei der Nahrungssuche in offenem gestörten Gelände beobachtet. Diese Nachtschwalbe sucht ihre Nahrung, indem sie vom Boden durch kurze Flugstöße 0,5 bis 10 Meter in die Luft auffliegen und an denselben Ort zurückkehrt. Genauere Informationen zu ihrer Nahrung liegen bisher nicht vor. Nachtschwalben leben in der Regel als Einzelgänger, außer wenn sie sich zur Brutzeit paaren. Das Sozialverhalten der Art ist aber bisher wenig erforscht.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Spixnachtschwalbe (grün) Die Spixnachtschwalbe kommt in trockenen Buschlandschaften und Laubwäldern insbesondere in der Caatinga-Savanne vor, ist jedoch vor allem mit offenen, kies- und steinreichen Standorten sowie mit Felsvorsprüngen in der Region des Atlantischen Regenwaldes verbunden.

Unterarten Es werden folgende Unterarten anerkannt: Nyctipolus hirundinaceus cearae , 1917Charles Barney Cory (1917), S. 4–5. kommt von Ceará bis ins nördliche Bahia vor. Die Unterart ähnelt der Nominatform ist jedoch blasser. Der Bauch ist rötlicher, vor allem bei den Weibchen und die Unterseite nicht so stark braun gestreift. Die Unterschwanzdecken sind manchmal einfarbig. Männchen weisen größere weiße Flecken auf den vier oder fünf äußeren Handschwungfedern sowie ganz oder teilweise weiße Federschäfte auf. Nyctipolus hirundinaceus hirundinaceus (, 1825)Johann Baptist von Spix (1825), S. 2–3, Tafel 3 Abbildung 1. ist von Piauí bis Bahia und Alagoas verbreitet. Nyctipolus hirundinaceus vielliardi (, 1995)Romulo Ribon (1995), S. 333–337. kommt in Espírito Santo vor. Dies ist die dunkelste Subspezies, die kleinere weiße Flecken auf den Handschwingen aufweist und bei der die vier inneren Handschwingen in der oberen Hälfte der Außenfahnen deutlich gelbbraun gefleckt sind.

Caprimulgus hirundinaceus crissalis , 1915Charles Barney Cory (1917), S. 301. wird heute als Synonym zur Nominatform betrachtet.

Etymologie und Forschungsgeschichte mini|links|Illustration von Spix als Teil der Originalbeschreibung Die Erstbeschreibung der Spixnachtschwalbe erfolgte 1825 durch Johann Baptist von Spix unter dem wissenschaftlichen Namen Caprimulgus hirundinaceus. Als Verbreitungsgebiet gab er fälschlicherweise den Oberlauf des Amazonas, der dort Rio Solimões genannt wird, an. 1912 führte Robert Ridgway die für die Wissenschaft neue Gattung Nyctipolus für die Trauernachtschwalbe (Nyctipolus nigrescens (, 1849)) ein.Robert Ridgway (1912), S. 98. Dieser Begriff leitet sich aus den griechischen Worten und ab.Nyctipolus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Das Artepitheton »hirundinaceus« hat seinen Ursprung in .hirundinaceus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Cearae bezieht sich auf den Bundesstaat Ceará. Vielliardi ist Jacques Marie Edme Vielliard (1944–2010) gewidmet. Schließlich hat crissalis seinen Ursprung in .crissalis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er nur Puerto BertoniArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 46. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni als möglichen Nachweis für Paraguay. Laubmann vermutete aber eher eine Verwechslung Bertonis mit der Zwergnachtschwalbe (Setopagis parvula (, 1837)).Alfred Laubmann (1940), S. 7

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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