mini|Magda Łyżwańska-Klemm, 2026 Magda Łyżwańska-Klemm (geboren 31. März 1946 in Podkowa Leśna) ist eine polnische Malerin, Grafikerin und ehemalige Solidarność-Aktivistin.

Leben Magda Łyżwańska-Klemm kam am 31. März 1946 in Podkowa Leśna als Tochter der Krankenschwester und Dozentin Nonna Lipińska-Łyżwańska und des Malers und Hochschullehrers Antoni Łyżwański zur Welt.

Sie besuchte das Jan-Zamoyski-Gymnasium in Warschau, wo sie 1964 das Abitur bestand. Anschließend studierte sie an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste (Akademia Sztuk Pięknych im. Władysława Strzemińskiego) in Łódź. Das Studium schloss sie 1970 mit dem Diplom ab. Im selben Jahr (oder im Jahr darauf) wurde sie Mitglied im Verband der Polnischen Bildenden Künstler (ZPAP).

Von 1973 bis 1985 war Magda Łyżwańska-Klemm Kunstbeauftragte in der Kulturabteilung des Bezirksamtes Warschau-Ochota und Leiterin der „Galerie 102“ beim Presse- und Buchklub in der Grójecka-Straße in Warschau.

Von 1974 bis 1978 engagierte sie sich in Kooperation mit der Monatszeitschrift „Magazin Rodzinny“ als Designerin im Bereich Kindermode. Für das Staatliche Filmunternehmen „Film Polski“ war sie als Assistentin des Bühnenbildners Antoni Uniechowski im Kostümdesign tätig. Von 1987 bis 1989 arbeitete sie als Grafikdesignerin mit dem Gildenstern Verlag in Bad Honnef zusammen. 1988 übernahm sie grafische Arbeiten für die Reformationskirche in Düsseldorf.

Künstlerisches Werk Die Bilder und Grafiken von Magda Łyżwańska-Klemm befinden sich in Privatsammlungen in Polen, Deutschland, England, Frankreich, Israel und der Schweiz.

Von 1974 bis 2003 wurden ihre Werke in 13 Einzelausstellungen gezeigt, mehrfach in Warschau (1974, 1976, 1978, 1979, 1980, 1981, 1989) und Hamburg (1996, 2000, 2003) sowie in Gütersloh (1978) und in Wiesbaden (2003). Außerdem war sie von 1979 bis 2007 an zahlreichen Gruppenausstellungen in Deutschland und Polen beteiligt, u. a. in Köln und Cuxhaven, Płock und Toruń. 1997 waren ihre Bilder in der Gruppenausstellung „Frauen aus Osteuropa“ in der Katholischen Akademie in Hamburg zu sehen.

Die Kunsthistorikerin Barbara Kokoska schreibt zu den Bildern von Magda Łyżwańska-Klemm: "Großer menschlicher Kampf gegen Widrigkeiten, ein ständiges Hin und Her zwischen Selbstbeschränkung und Sehnen, zwischen geduldigem Ausharren und Träumen, bilden die Grundierung dieses Werkes – doch das ist nur der eine Teil des Schaffens. Der andere ist eine vorgestellte Welt im einfachen Rhythmus der Natur..."

Politische Aktivitäten Seit Ende der 1970er Jahre war Magda Łyżwańska-Klemm in der polnischen Bürgerrechtsbewegung mit der Verbreitung von Büchern und Bulletins des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (Komitet Obrony Robotników KOR) aktiv.

Nach der Verhängung des Kriegsrechts in Polen am 13. Dezember 1981 organisierte sie Wohn-, Büro- und Versammlungsräume für untergetauchte Aktivisten und galt der Staatssicherheit als „Quartiermeisterin“ der Solidarność. In ihrem Haus arbeiteten die Redaktionen des „Tygodnik Wojenny“ und des „Przegląd Wiadomości Agencyjnych“. Bis 1985 wurden dort Materialien und Druckmaschinen für die Exekutivkommission Masowien (Regionalna Komisja Wykonawcza RKW) der Solidarność aufbewahrt. Seit Mai 1982 wurde Magda Łyżwańska-Klemm vom Geheimdienst überwacht. Im Februar 1983 wurde sie vor den Augen ihrer Kinder von Agenten der Staatssicherheit in ihrer Wohnung festgenommen und anschließend mehrere Monate in Haft gehalten.

Als ihr Mann ein Stipendium der Humboldt-Stiftung erhielt und eine Stelle an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn antreten konnte, emigrierte die gesamte Familie 1985/86 nach Westdeutschland. Ab 1990 lebte sie in Hamburg und seit 2008 in Berlin. Mit dem politischen Umbruch in Polen war es ihnen ab 1989 wieder möglich, sich zwischen Polen und Deutschland frei zu bewegen.

Preise und Auszeichnungen

Stipendium des Ministeriums für Kultur und Kunst (1973) Auszeichnung im Plakatwettbewerb des DGB bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen (1989) Ritterkreuz des Ordens der Wiedergeburt Polens (Krzyż Kawalerski Orderu Odrodzenia Polski) (2001) Auszeichnung „Verdienstvoller Kulturaktivist“ (odznaka „Zasłużony Działacz Kultury“) (2011) Ehrenplakette „Aktivist der antikommunistischen Opposition oder politisch Verfolgter“ (odznaka honorowa „Działacza opozycji antykomunistycznej lub osoby represjonowanej z powodów politycznych“) (2016)

Privates Magda Łyżwańska-Klemm ist seit 1971 mit dem Polonisten, Literaturwissenschaftler und Lexikographen Wojciech Klemm-Wesołowski verheiratet. Das Paar hat drei Söhne. Der älteste ist der Theaterregisseur Wojtek Klemm, der zweitälteste der Zirkuskünstler Antek Klemm. Michał Klemm, der jüngste Sohn, muss aufgrund einer nicht korrekt diagnostizierten, falsch behandelten Hirnhautentzündung im Säuglingsalter mit einer schweren Behinderung leben.

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Einzelnachweise

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