Der Kamobeul Bôlon ist als Bolong ein linker Nebenfluss des Casamance-Stromes in der Region Ziguinchor in Senegal. Er bildet die Grenze zwischen dem Département Ziguinchor und dem Département Oussouye.Kamobeul Bôlon bei Geonames
Geographie Der längste Quellfluss des Kamobeul Bôlon, der auf dem verfügbaren Kartenmaterial allerdings namenlos ist, entspringt knapp jenseits der Grenze zwischen Guinea-Bissau und Senegal zwischen Mpack und São Domingos (Guinea-Bissau) als Intermittierendes Gewässer in einem Trockental. Sein Ursprung ist aus der Satellitenperspektive als Talschluss in einem Waldgebiet 1350 Meter südlich der Staatsgrenze und als Ausgangspunkt von Fließspuren erkennbar auf Meereshöhe in der Region Cacheu. Von hier sucht er seinen Talweg zum Meer in allgemeiner Nordwestrichtung. Sechs Kilometer östlich des Ortes Nyassia macht sich der Gezeitenstrom des Atlantik bemerkbar, der durch die Gewässer flutet, aus den Uferregionen Feuchtgebiete macht und bis zur Mündung hin eine immer breiter werdende amphibische Watt- und Mangrovenlandschaft gestaltet. Nach 40 Kilometern Fließstrecke geht der von Osten her kommende Quellfluss in dem eigentlichen Kamobeul Bôlon auf, der von Süden her kommt ().Watershed Data Report Quellfluss; Hinweis: Fließspuren des Quellflusses reichen 3 km über die Kartendarstellung hinaus Auch dessen Oberlauf hat seinen Ursprung jenseits der Grenze in Guinea-Bissau, und zwar in einer Mangrovenlandschaft, die dort schwer erkennen lässt, ob das Wasser noch nach Norden dem Casamance zufließt oder schon nach Süden zum Rio Cacheu (). Seine Fließstrecke bis zum Zusammenfluss mit seinem rechten, deutlich längeren Quellfluss beläuft sich auf 29 Kilometer.
Vom Zusammenfluss der beiden Quellflüsse bis zur Mündung in den Casamance-Strom vier Kilometer oberhalb von Pointe Saint-Georges legt der Kamobeul Bôlon noch 21 Kilometer zurück. Sein Flussbett, in dem der Gezeitenstrom hin- und herflutet, ist in diesem letzten Flussabschnitt über 300 Meter breit, unter Hinzurechnung des den Fluss begleitenden amphibischen Watt- und Mangrovengürtels ergibt sich eine Breite von vier bis sieben Kilometer.
Die Fließstrecke bzw. der Talweg des längeren Quellflusses bis zur Mündung in den Casamance-Strom misst 61 Kilometer. Vom Quellgebiet des eigentlichen Kamobeul Bôlon ausgehend ergibt sich eine Fließstrecke von 50 Kilometer.
Das Einzugsgebiet des Kamobeul Bôlon beläuft sich auf 810 km². Er nimmt aus seinem relativ flachen Einzugsgebiet, das sich nur bis auf maximal Meereshöhe erhebt, eine Reihe weiterer intermittierender Zuflüsse auf. Für eine ganzjährige Wasserführung reichen die durchaus stattlichen Niederschläge der Regenzeit, die sich im Einzugsgebiet auf die Monate Juni bis Oktober konzentrieren und durchschnittlich 1321 mm pro Jahr erreichen, außerhalb des Gezeitenstroms nicht aus.
Namensgebung Seinen Namen leitet das Gewässer von dem Dorf Kamobeul ab, das nahe des Zusammenflusses der beiden Hauptarme in der Gemeinde Enampore liegt.Kamobeul bei Geonames
Verkehr Auf dem Landweg ist das Tal des Kamobeul Bôlon nur an einer Stelle passierbar. Denn einzig die Nationalstraße N 6 quert die amphibischen Watt- und Mangrovenlandschaften, die den Kamobeul Bôlon und seinen Quellfluss begleiten. Sie führt in Ost-West-Richtung von Ziguinchor nach Nyassia, wo die N6 gleich dreimal Ausbuchtungen von Feuchtgebieten auf Dämmen durchschneidet, deren Länge sich auf rund 4800 Meter summiert. Dann geht es weiter auf zwei 7000 und 1300 Meter langen Dämmen, verbunden mit zwei 360 und 15 Meter langen Brücken über die Hauptarme der Bolongs, an das westliche Ufer des Kamobeul Bôlon nach Oussouye und von dort weiter an die Atlantikküste von Cap Skirring in der Gemeinde Diembéring.
Weblinks
Global Watersheds
Einzelnachweise
Kategorie:Gewässer im Senegal