mini|Blick durch den Ostteil der Leiterstraße zum Breiten Weg, 2026 Die Leiterstraße ist eine Straße in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.

Lage und Verlauf Die Straße befindet sich in der Magdeburger Altstadt. Sie geht vom Breiten Weg nach Westen ab und verläuft dann weiter in westliche Richtung, bis sie nach etwa 220 Metern auf die Otto-von-Guericke-Straße mündet. In der westlichen Hälfte mündet von Süden die Prälatenstraße ein. Im östlichen Teil besteht eine große platzartige Erweiterung. Die Leiterstraße ist auf ihrer vollen Länge als Fußgängerzone ausgewiesen.

Historisch verlief die Straße nur über etwa 150 Meter, bis sie auf die Prälatenstraße mündete, ohne dass weitere Straßen abgingen.

Geschichte Eine erste urkundliche Erwähnung der Straße ist aus dem Jahr 1275 in Latein als vicus corii () überliefert. Eine andere Angabe nennt das Jahr 1263.Andreas Hornemann: Von so weit her bis hier hin. Quadrat Art Verlag, Magdeburg 2009, ISBN 978-3-935971-53-9, Blatt 2. Der Straßenname ist im Prinzip seit dieser ersten urkundlichen Erwähnung im Kern unverändert, wurde jedoch durch eine Verwechslung letztlich von Leder zu Leiter. 1276 wurde die Straße als ledderstrate bezeichnet. Diese ersten Erwähnungen stehen im Zusammenhang mit einem Magdeburger Bürger, dessen Beinamen als Günther de vico corii bzw. Günther von der Lederstraße angegeben wurden. Bei einer noch früheren Erwähnung eines Leder- oder Gerbermarkts aus dem Jahr 1227 (forum coriariorum) ist die konkrete räumliche Zuordnung unklar. Ein Markt so weit ab von den sonstigen Marktplätzen wird für unwahrscheinlich gehalten. Möglicherweise bestand dieser Markt auf dem Alten Markt am Innungshaus der Gerber, dem Lederhof (ehemals Alter Markt 25).

Noch bis 1670 wurde weitgehend einheitlich der Name Lederstraße genutzt. Als Nebenname wurde zeitweise, wie auch bei benachbarten Straßen wie der Himmelreichstraße, die Bezeichnung Auf dem Brande genutzt. Dieser Name nahm Bezug auf einen in diesem Bereich erfolgten Stadtbrand. Erstmals in einem Verzeichnis aus dem Jahr 1683 findet sich die Bemerkung „Leiter = alias Lederstraße“. Noch bis um 1750 wurde parallel zur Leiterstraße auch noch der Name Lederstraße verwandt, dann wurde ausschließlich noch der eigentlich falsche Name Leiterstraße genutzt.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 269. mini|Westlicher Abschnitt Anfang des 20. Jahrhunderts Im Zuge der Stadterweiterung wurde ab 1872 die Leiterstraße nach Westen über das Grundstück des Hauses Zum König von Preußen (Prälatenstraße 27) in Richtung Otto-von-Guericke-Straße verlängert. Die Arbeiten für den Straßendurchbruch wurden am 23. Juni 1873 abgeschlossen.Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg Teil II, Max Niemeyer Verlag, Halle (Saale) 1956, Seite 98. mini|Luftaufnahme der Einmündung der Leiterstraße auf die Otto-von-Guericke-Straße, 1929 Dieses neue westliche Teilstück wurde zunächst der Hasselbachstraße zugeordnet, später jedoch in die Leiterstraße eingegliedert.Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg Teil II, Max Niemeyer Verlag, Halle (Saale) 1956, Seite 122.

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg war die Bebauung der Leiterstraße, anders als weite Teile der Innenstadt, in wesentlichen Teilen erhalten geblieben. Von 1945 bis in die 1970er Jahre wurde der Magdeburger Weihnachtsmarkt in der Leiterstraße durchgeführt. 1949 sah das Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs eine Verbreiterung der Leiterstraße vor. Dieses Vorhaben fand Eingang in den Aufbauplan. Zur Umsetzung gelangte das Vorhaben jedoch erst ab 1975. Im Rahmen einer Neukonzeption des Magdeburger Stadtzentrums in der Zeit der DDR wurde die erhaltene, aber durch Vernachlässigung stark beeinträchtigteAndreas Hornemann: Von so weit her bis hier hin. Quadrat Art Verlag, Magdeburg 2009, ISBN 978-3-935971-53-9, Blatt 3. Bebauung abgerissen und 1977 der Grundstein für die Neugestaltung als Fußgängerzone mit Gebäuden in Plattenbauweise gelegt. Der städtebauliche Entwurf stammt von Hanspeter Kirsch und Burkhard Leu, die Planung der Wohn- und Geschäftsbebauung von Johannes Schroth, Horst Freytag, Günter Schmidt und H. Robra. Als Landschaftsarchitektin war Erika Becker tätig. mini|Faunbrunnen, 1986 Es entstanden hohe Wohnhäuser mit einer zum Teil zweigeschossigen Unterlagerung mit Ladengeschäften. Zur Ausführung kam – in einer modifizierten Variante – der Wohnungsbautyp P2. Die Ladengeschosse wurden in Stahlbetonskelettbauweise, die Obergeschosse als Plattenbauten errichtet. Während die Nordseite als achtgeschossige geschlossene Wohngebäude gestaltet wurden, entstanden auf der Südseite vier- bis sechsgeschossige Verwaltungsbauten, in denen auch Geschäfte und Kultureinrichtungen untergebracht wurden. Auf der Nordseite entstand darüber hinaus als Flachbau der Fruchthof. Aufgrund wirtschaftlicher Probleme in der DDR und der Konzentration der Baukapazitäten in Berlin ergaben sich erhebliche Verzögerungen bei der Umsetzung der Maßnahme. Eine Einweihung erfolgte erst 1989.Iris Reuther: Fußgängerzone Leiterstraße. In: Magdeburg – Architektur und Städtebau, Verlag Janos Stekovics, Wettin-Löbejün OT Dößel 2017, ISBN 978-3-89923-390-2, Seite 81. 1986 wurde in der Straße der von Heinrich Apel geschaffene Faunbrunnen aufgestellt. Ein weiterer Brunnen entstand mit dem Brunnen Leiterstraße 5.

In der Zeit von 1998 bis 2004 wurde der Komplex architektonisch überformt, wobei jedoch die bisherige Konzeption bestehen blieb. In diesem Zusammenhang wurde auch im Jahr 2002 am westlichen Ende der Leiterstraße die Kunstinstallation Stabwerk errichtet. Ein von dort ausgehendes, die Elbe symbolisierendes Band, schlängelt sich seitdem auf voller Länge durch die Leiterstraße.

Im Jahr 2003 gab es ein Vorhaben die platzartige Erweiterung der Leiterstraße in Charles-de-Gaulle-Platz umzubenennen. Der Vorschlag scheiterte jedoch im Stadtrat.Straßenname, DS0563/03 vom 19. August 2003. 2021 wurde nach dem Tod Heinrich Apels die unmittelbare Umgebung des Faunbrunnens formal aus der Leiterstraße ausgegliedert und ihm zu Ehren als Heinrich-Apel-Platz benannt.Benennung "Heinrich-Apel-Platz", DS0177/21 vom 19. April 2021.

Hausnummerierungen Nach diversen Umnummerierungen beginnt die Hausnummerierung mit der Nummer 1 am nordwestlichen Ende und verläuft dann aufsteigend nach Osten bis zur Nummer 5 in der Nähe des Breiten Wegs. Von dort geht es von der Nummer 6 ausgehend nach Westen bis zur Nummer 12 an der Otto-von-Guericke-Straße. Einzelne rückwärtig angeordnete Häuser sind in die Nummerierung entsprechend eingeordnet.

Die Nummerierung begann ursprünglich am nordöstlichen Ende und verlief dann aufsteigend auf der Nordseite nach Westen bis zur Nummer 11 an der Prälatenstraße. Auf der Südseite lief die Nummerierung dann weiter aufsteigend wieder nach Osten bis zur Nummer 19 am Breiten Weg. Mit der Eingliederung des östlichen Abschnitts der Hasselbachstraße als westlichen Abschnitt der Leiterstraße machte sich eine neue Vergabe von Hausnummern geltend. Die Nummern wurden, wohl in den 1930er Jahren, nun so angeordnet, dass sich die ungeraden Nummern auf der Südseite und die geraden auf der Nordseite befanden, wobei die Nummerierung weiterhin an der Ostseite am Breiten Weg begann und nach Westen hin anstieg, bis sie mit den Nummern 21 bzw. 24 an der Otto-von-Guericke-Straße endeten. Diese Nummerierung bestand bis zur Neugestaltung der Straße in der Zeit der DDR, seitdem gilt die aktuelle.

(Historische) Häuser der Leiterstraße Nachfolgend werden die Grundstücke der Leiterstraße tabellarisch aufgeführt. Dabei werden sowohl die aktuellen Grundstücke als auch ggf. davon abweichende historische Grundstücke benannt. Soweit diese sich überschneiden, sind sie ungefähr räumlich zugeordnet, wobei das jeweils räumlich zuvor beginnende Grundstück oder Element auch zuvor eingeordnet ist. Die historischen Elemente befinden sich so tatsächlich zwischen dem Beginn des vorherigen und des nachherigen heutigen Grundstücks. Aktuelle Adressen sind fett geschrieben, historische Grundstücksnummern mit (alt) oder (älter) gekennzeichnet. Darüber hinaus werden Straßeneinmündungen eingeordnet. Nicht mehr bestehende Straßen sind mit (historisch) gekennzeichnet. Aktuelle Hausnummern sind fett geschrieben.

Die Darstellung folgt hier in der Reihenfolge der bis in die 1930er Jahre üblichen durchgehenden Nummerierung beginnend am nordöstlichen Ende nach Westen und von dort aus auf der Südseite wieder nach Osten. Aufgrund von Problemen bei der Zuordnung von Nummern fehlen derzeit für die Grundstücke auf der Nordseite die von den 1930er bis in die 1970er bestehenden Hausnummerierungen.