Das Eichhornkuckuck (Piaya cayana) ist eine Vogelart aus der Familie der Kuckucke (Cuculidae), die von Mexiko über Belize, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Venezuela, Trinidad, Guyana, Suriname, Französisch-Guayana, Brasilien, Ecuador, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien bis Uruguay vorkommt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.
Merkmale Der Eichhornkuckuck erreicht eine Körperlänge von ca. 40,0 bis 46,0 cm bei einem Gewicht der Weibchen von 95 bis 103 g und der Männchen von 84 bis 103 g. Die Oberseite ist kastanien- bis rostbraun, auf dem Oberkopf meist heller. Dabei hat er einen roten Augenring. Die Schwungfedern sind an den Spitzen graubraun gefärbt. Der Schwanz ist lang und gestuft, die Steuerfedern der Oberseite sind rostkastanienbraun gefärbt, mit einem breiten weißen Endfleck und einem schwarzen subterminalen Band. Die Unterseite der Steuerfedern ist vorwiegend bräunlich schwarz und weist einen breiten weißen Endfleck auf. Die Kehle und die Brust sind zimtfarben. Der Bauch ist grau und geht an den Flanken, dem Untersteiß sowie den Unterschwanzdecken in Schiefergrau bis Schieferschwarz über. Der Schnabel und der Schnabelspalt von ausgewachsenen Vögeln sind gelblich grün, die Iris karminrot. Bei den Füßen sind die inneren und äußeren Zehen nach hinten und die beiden anderen Zehen nach vorne gerichtet. Dabei sind die Läufe und die Zehen hell bläulich grau.
Bei Jungvögeln ist der Schnabel gräulich, die Iris braun und der Augenring grau.John van Dort, u. a. (2025)
Lautäußerungen Flügge Jungvögel wurden dabei beobachtet, wie sie mit einem leisen Klicklaut und Flügelschlagen nach Futter bettelten oder alternativ laute, quietschende skraahh-Laute ausstießen. Ebenso wurde bei Jungvögeln von einem scharfen ii-ka berichtet.
Der typische Gesang wird als lange, gleichmäßige Abfolge von 20 bis 30 oder mehr identischen, kurzen und leicht verschliffenen Tönen berichtet, die wie whip-whip-whip.... klingen. Die Töne erreichen eine maximale Frequenz von ca. 2,4 bis 3,1 kHz und dauern ca. 0,09 bis 0,14 Sekunden. Diese werden mit einer Rate von ca. 1,1 bis 1,8 Tönen pro Sekunde vorgetragen. Die Darbietung kann laut oder leise erfolgen oder laut beginnen und zum Ende hin leiser werden. Meist wird der Gesang in einem gleichmäßigen Rhythmus vorgetragen, wenngleich der Beginn und das Ende einer Gesangsstrophe zögerlicher klingen können.
Er gibt verschiedene Rufe von sich. Einer besteht aus zwei Tönen, einem kurzen, betonten und scharf abgerundeten tschick! oder kek!, dem nach einer Pause ein tieferer, längerer und gedämpfterer, nasal klingender meist ebenfalls abgerundet bu oder whiu folgt. Dieser zweite Ton wirkt wie eine Auflösung der Spannung, die durch das erste Element aufgebaut wurde. Der erste Ton dauert 0,08 bis 0,1 Sekunden und erreicht eine Frequenz von etwa 3 bis 4 kHz. Der zweite Ton währt 0,4 bis 0,5 Sekunden mit einer maximalen Grundfrequenz 1,1 bis 1,5 kHz, woraus sich eine Gesamtdauer von etwa einer Sekunde ergibt. Dies ist der am häufigsten zu hörende Ruf. Er wird typischerweise nur einzeln oder in großen zeitlichen Abständen geäußert. Einige örtliche Namen für den Vogel spiegeln diesen Ruf wieder.
Ein zweiter Ruf ist ein tiefer, trockener, rollender Hik-a-ro- oder Gip-karir-Ruf. Er besteht aus etwa sieben nasalen Tönen, wobei der erste und der letzte typischerweise am längsten sind und die mittleren gerasselt wie Hi-krrr-oo klingen. Die Dauer dieses Rufs beträgt 0,6 bis 0,9 Sekunden, und er ist von eher geringer Lautstärke. Der Ruf wirkt recht stereotyp und weist über sein gesamtes Verbreitungsgebiet hinweg nur geringe Variationen auf. Die klangliche Qualität variiert jedoch von deutlich nasal bis hin zu rau oder kratzend. Zwei oder mehr Vögel können sich gegenseitig mit demselben Ruf-Typ antworten.
Ein weiter Ruf ist ein explosives kik!, häufiger noch verdoppelt als kik-kik!. Zusätzlich ruft er ein trockenes, kehliges Rasseln, welches wie tshurrrrr klingt und mit weit geöffnetem Schnabel und vibrierendem Unterschnabel vorgetragen wird. Dieser Ruf ist nur selten zu hören. Der Ruf im Flug besteht aus einer schnellen Abfolge von vier bis sechs kik-Rufen.
Er äußert sich das ganze Jahr über stimmlich, jedoch häufiger während der Brutsaison. Auf dem Höhepunkt der Brutsaison kann der Gesang unaufhörlich vorgetragen werden, oft stundenlang am Stück und mit einer Frequenz von bis zu 96 Tönen pro Minute. Auch von Schnabelklappern wurde berichtet.
Fortpflanzung Balz Er gilt als monogam. Der Kopulation geht eine Balzfütterung voraus, jedoch ohne zusätzliche Zurschaustellungen oder Lautäußerungen. Aus Brasilien wurde berichtet, dass die Brautgeschenke sowohl Schuppenkriechtiere als auch Wirbellose (Dictyoptera, Fangschrecken, Schnabelkerfen sowie Larven von Schmetterlingen) umfassten.
Neststandorte Bedingt durch das enorme Verbreitungsgebiet nördlich und südlich des Äquators ergeben sich geografische Unterschiede in den Brutzeiten. so wird aus Brasilien vom Nestbau berichtet, der von Ende November bis Anfang Dezember dauert. Aus Espírito Santo wurde der Nestbau Mitte September beschrieben. Im Norden Argentiniens wurde ein Paar im Januar beim Nestbau beobachtet, es wurden jedoch keine Eier gelegt. Die Nistplätze sind fast immer gut vor Blicken verborgen, und der Nistuntergrund wird möglicherweise so gewählt, dass er möglichst unauffällig ist, da der lange Schwanz während der Brutzeit immer hervorragt. Der Eichhornkuckuck baut auch Nester, die er nicht zur Brut nutzt.
Er baut die Nester aus Stöckchen in üppiger Vegetation, die meist nicht einsehbar sind. Diese baut er in Höhen von bodennah bis zu zwölf Meter über dem Boden. In Brasilien wurde ein Nest in einem Baumstammkirsche (Plinia cauliflora) gebaut. Ein weiteres Nest in Espírito Santo wurde in sechs Meter Höhe in einer dichten parasitären Kletterpflanze aus der Familie der Riemenblumengewächse etwa fünfzig Zentimeter unterhalb der Baumkrone des Baumes errichtet. Der Baum befand sich einige Meter von anderen Bäumen entfernt. In Minas Gerais befanden sich neun Nester in einer Höhe von fünf bis acht Metern über dem Boden. Davon eines in einem Baum der Gattung Pisonia, eines in einem Mango-Baum sowie zwei in nicht identifizierten Palmen und fünf in nicht identifizierten Sträuchern. In Alagoas fand man ein Nest in Cordia trichotoma, eines in Myrcia guianensis, zwei in Mango-Bäumen, zwei in Zitruspflanzen, eines in Vochysia dardanoi, der in Lianen verwickelt war, und eines in einem nicht identifizierten Strauch, alle in durchschnittlich 5,4 Meter Höhe. Aus dem Norden Argentiniens ist ein Nest bekannt, welches in dichten Lianengeflechten in sieben Meter Höhe gebaut wurde. Aus Trinidad wurde von einem Nest in 4,5 Meter Höhe in einem Kakaobaum berichtet, ein weiteres Nest in 7,5 Meter Höhe in einem nicht identifizierten Baum. In Costa Rica wurde ein Nest in 2,5 Meter Höhe in einer dichten Hecke von Zitronen, die eine Weide von einer von Reitern und Fußgängern genutzten Straße trennte, ein weiteres Nest in einem dichten Gewirr von Adlerfarn und einer vereinzelten Heterocondylus vitalbae nur 75 Zentimeter über dem Boden und ein drittes Nest auf einer buschigen, verlassenen Weide, wo es sich in einem Gewirr aus Adlerfarn, Heterocondylus vitalbae und Melinis minutiflora nur einen Meter über dem Boden entdeckt. Ebenfalls in Costa Rica wurde ein Nest in einer Zitruspflanze in 7,5 Meter Höhe über dem Boden gefunden, das in einem Gewirr aus schlanken, abgestorbenen Ranken zwischen dichtem Laub und reifen Früchten gebaut war. Das Nest war jedoch nicht fertiggestellt, und vermutlich baute dasselbe Paar daraufhin ein Nest in einem hohen Bambusa oldhamii etwa hundert Meter vom ersten Nistplatz entfernt. Dieses Nest befand sich in 12 Meter Höhe. Ein weiteres Nest aus Costa Rica befand sich 2,7 Meter über dem Boden zwischen den Ästen eines kleinen Baumes, gut verborgen durch die Blätter einer Kletterpflanze.
Bauprozess In der Regel sammelt ein Individuum, vermutlich das Männchen, den Großteil des Nistmaterials, während der Partner, vermutlich das Weibchen, mehr Zeit am Nest verbringt und das Nest aus dem beigebrachten Material baut. Kleine Stöckchen und Zweige werden im Schnabel herangetragen und dem Vogel am Nest gereicht, der diese zügig in das Nest steckt. Auch Blätter werden während des Nestbaus sowie in den frühen Phasen der Brutzeit zum Nest gebracht. Nicht immer gelingt der Bau und so wurde in Barro Colorado von Alexander Frank Skutch beobachtet, wie der Bau scheiterte, da die offenen Struktur eines Mangobaums dem ausgewählte Nistplatz nicht genügend Halt für den Nestbau bot und jeder Zweig oder jedes Blatt, das das mutmaßliche Männchen zum Nistplatz brachte, wurde von seiner Partnerin genommen und an einen Ast geklebt, von dem es unweigerlich zu Boden fiel. Die Nester liegen in der Regel nicht direkt in der Sonne. In Costa Rica wurde ein Nest auf einer mit Gestrüpp bewachsenen Weide neben einer Pflanze der Gattung Pfeffer gebaut, die dem Nest etwas Schatten spendete. In Brasilien wurde ein Nest in einem Abstand von 30 cm zu einem alten Nest gebaut, was darauf hindeutet, dass zwar der Standort, nicht aber das Nest wiederverwendet wird.
Aufbau, Zusammensetzung und Größe Das Nest ist eine offene Schale aus trockenen Zweigen und grünen Blättern, die von den Erwachsenen während der Nutzungszeit regelmäßig erneuert wird. Die Innenseite der Schale kann mit Graswurzeln ausgekleidet sein, während Bambusblätter zur Befestigung an der Außenseite des Nestes verwendet werden können. Nachdem die Jungvögel das Nest verlassen hatten, wurde ein Nest aus Brasilien mit einer Gesamtmasse von 98 Gramm in seine Hauptbestandteile zerlegt, die wie folgt zusammengesetzt waren. Der äußere Teil enthielt 68 Blattstiele und Blattadern von 1 bis 10 Zentimeter Länge mit einer Gesamtmasse von 12 Gramm, 78 Zweige von 10 bis 20 Zentimeter Länge mit einer Gesamtmasse von 50 Gramm und 18 Zweige von 20 bis 30 Zentimeter Länge mit einer Gesamtmasse von 21 Gramm. Der Innenraum enthielt 53 trockene Blätter von 1 bis 10 Zentimeter Länge mit einer Gesamtmasse von 8 Gramm, 25 Blattadern von 1 bis 15 Zentimeter Länge mit einer Gesamtmasse von 5 Gramm, sowie 2 Gramm anderes Pflanzenmaterial. Manchmal suchen kleine Ameisen Schutz zwischen den Blättern im Nest und gründen eine Kolonie unter den brütenden Vögeln. Der Außendurchmesser ist ca. 18 bis 25 Zentimeter, und die Außenhöhe 5 bis 17 Zentimeter, der Innendurchmesser von 10,2 bis 15 Zentimeter und eine Innenhöhe von 4 bis 7 Zentimeter.
Eier Die ovalen Eier sind weiß und mit einer dünnen Kalkkruste überzogen. Durch den Kontakt mit den als Nestauskleidung verwendeten Blättern verfärben sie sich schließlich braun oder grün. Aus Costa Rica wurde die Eigröße für P. cayana thermophila mit 34,1 bis 36,5 × 25,4 bis 26,2 mm gemessen. Aus der Sierra Nevada de Santa Marta wurde für P. c. mehleri von einer Größe der Eier von 33,0 bis 37,0 × 24,0 bis 25,0 mm berichtet. Für P. c. insulana aus Trinidad liegen Daten von 32,0 bis 35,5 × 25,7 bis 27,0 mm vor. Aus Suriname ist eine Messung von 32,4 × 23,5 mm bekannt. Für P. c. pallescens wurde aus den atlantischen Wäldern in Minas Gerais im Osten Brasiliens Größen 33,75 × 24,48 mm und aus Alagoas von 34,2 bis 23,6 × 33,8 bis 24,4 mm gemessen. Ein Gelege besteht aus einem bis drei Eiern.
Brut