Marc Bühlmann (* 23. Februar 1971 in Glarus) ist ein Schweizer Politologe.
Leben und Wirken Marc Bühlmann absolvierte 1992 das Lehrerseminar und arbeitete danach drei Jahre als Lehrer. Zwischen 1996 und 2001 studierte er Politikwissenschaft, Philosophie und Soziologie an den Universitäten Bern und Genf. In Bern promovierte er 2005 zum Dr. rer. soc. bei Wolf Linder und Andreas Ladner und habilitierte sich dann 2013 zum Privatdozent (Venia Docendi für Politikwissenschaft) bei Edeltraut Roller, Adrian Vatter und Wolfgang Merkel. Seit 2011 arbeitet er als Direktor von Année Politique Suisse. Seit 2016 arbeitet er auch als assoziierter Professor an der Universität Bern.
Seine Forschungsinteressen sind Schweizer Politik, Demokratietheorie, Demokratiemessung, Vergleichende Politik, Sozialkapital und Politische Soziologie.
Im Rahmen politischer Fragen gibt Bühlmann regelmässig Interviews. Diese betreffen zum einen lokale und nationale Abstimmungen und Wahlen, deren Kampagnen, und auch deren Ergebnisse. Zum anderen informiert Bühlmann auch über allgemeinere Fragen zu Politik und Politikwissenschaft. Bühlmann thematisiert beispielsweise Transparenz bezüglich Parteien- und Kampagnenfinanzierung. Auch das Thema Demokratie wird von Bühlmann mehrfach thematisiert.
Bühlmann war an der Entwicklung der ersten Version des Demokratiebarometers beteiligt, welches eine Skala zur Demokratiemessung darstellt.
Publikationen (Auswahl) Politische Partizipation im kommunalen Kontext – Der Einfluss lokaler Kontexteigenschaften auf individuelles politisches Partizipationsverhalten. Bern, Stuttgart, Wien: Haupt. 2006 mit Andreas Ladner: Demokratie in den Gemeinden. Der Effekt der Grösse auf die Qualität der lokalen Demokratie in Schweizer Gemeinden. Zürich, Chur: Rüegger. 2007 mit Markus Freitag: Crafting Trust. The Role of Political Institutions in a Comparative Perspective. In: Comparative Political Studies 42 (12), 1537–1566. 2009 mit Wolfgang Merkel, Lisa Müller, Heiko Giebler, Bernhard Weβels: Demokratiebarometer: ein neues Instrument zur Messung von Demokratiequalität. In: Zeitschrift für vergleichende Politikwisenschaft 6, 115–159. 2012 mit Hanspeter Kriesi, Sandra Lavenex, Frank Esser, Jörg Matthes und Daniel Bochsler: Democracy in the Age of Globalisation and Mediatization. Houndmills, Basingstoke: Palgrave Macmillan. 2013 als Herausgeber: Année Politique Suisse. Schweizerische Politik im Jahr 2014. Bern: Institut für Politikwissenschaft. 2015. Reformbedarf in der direkten Demokratie? Elitistische Einsprüche, partizipatorische Ansprüche und prozedurale Gelassenheit. In: Leges 2015 (3): 571–583. 2015 Populismus, Elitismus und direkte Demokratie – die Schweiz als Beispiel. In: Riedweg, Christoph, Riccarda Schaimd und Andreas V. Walser (Hg.). Demokratie und Populismus in der griechischen Antike und heute. Berlin: De Gruyter; 75–99. 2023. mit Jan Fivaz: Political Representation: Roles, represent-atives and the represented. London: Routledge. 2016 mit Anja Heidelberger, Marlène Gerber et al.: APS-Jahresrückblick 2025. Bern: Année Politique Suisse, Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern. 2025
Medienauftritte (Auswahl) Flugticket-Abgabe ja oder nein? Auf die Umfrage kommt es an! In SRF 4. Mai 2026. Bühlmann erklärt, wie zwei Umfragen mit der gleichen Frage zu verschiedenen Ergebnissen kommen können. Schweiz: Welche Rolle spielt Geld bei Abstimmungen? In SRF (10vor10). 17. April 2026. Bühlmann erläutert, dass es Hinweise darauf gibt, dass Werbung in Abstimmungskampagnen oft nur von Leuten gesehen wird, welche sich für Politik interessieren und oft schon eine Meinung zur Abstimmung haben. Demokratie statt Autokratie: Schweizerinnen und Schweizer mögen ihre Staatsform, sehr sogar. In SRF. 31. März 2026. Hier vertritt Bühlmann die Position, dass Nicht-Abstimmen auch ein Zeichen für Zufriedenheit der Bürger und Bürgerinnen sein kann, da diese Vertrauen haben, dass Entscheidungen zu ihren Gunsten ausfallen. "Vertrauen" ist ein Forschungsthema von Bühlmann. Gefälschte Unterschriften, falsche Prognosen, unklare Vorlagen: Ist die Demokratie in der Krise? In NZZ. 7. September 2024 Demokratie nach Schweizer Modell: Wenn die AfD ins Schwärmen gerät. In NZZ. 27. Januar 2024. Blosse Symbolik oder ein neuer Geist? In SRF. 6. Dezember 2018. Bühlmann äussert sich zur gleichzeitigen Wahl von Viola Amherd und Karin Keller-Sutter in den Bundesrat in 2018. Er vertritt die Position, dass die Charaktere der Individuen wichtiger seien als deren Geschlecht. Fluch der Initiative: Warum Vorgaben und Gesetz sich nie decken.In SRF. 3. Juli 2016. Bühlmann erklärt, warum die Gesetze vom Parlament formuliert werden. Das Dilemma der SVP. In: SRF. 29. Oktober 2015. Bühlmann erläutert, dass die SVP den zweiten Bundesratssitz bei der Bundesratswahl 2015 erhalten wird.
Weblinks Publikationen und Medienauftritte Marc Bühlmann bei Année Politique Suisse Profil auf der Seite des Instituts für Politikwissenschaft (IPW) der Universität Bern Marc Bühlmann bei ORCID
Einzelnachweise
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