Die Gewerkschaft Wissenschaft war die für den Wissenschaftsbereich zuständige Einzelgewerkschaft im Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB).
Organisationsbereich Zuständig war die Gewerkschaft Wissenschaft für Universitäten, Hoch- und Fachschulen, wissenschaftliche Akademien, wissenschaftliche Museen und Bibliotheken. Bis 1977 war sie auch für Archive, selbständige wissenschaftliche Institute und Forschungseinrichtungen, wissenschaftliche Organisationen und den Fremdsprachendienst der DDR zuständig. Die ab 1968 errichteten Ingenieurhochschulen wurden den jeweiligen Industriegewerkschaften zugeordnet. Abgerufen am 29. Mai 2026.
Geschichte Der Bundesvorstand des FDGB beschloss auf seiner achten Tagung im Februar 1952 auf Vorschlag von Gewerkschaftlichen Grundorganisationen mehrerer Hochschulen die Einrichtung einer eigenen Einzelgewerkschaft für den Wissenschaftsbereich. Konstituiert wurde die neue Gewerkschaft auf einer von einem Vorbereitungskomitee um Walter Neye einberufenen Zentraldelegiertenkonferenz im Mai 1953 in Halle. 1954 trat die Gewerkschaft der Weltföderation der Wissenschaftler bei.
+ Zentraldelegiertenkonferenzen ZDK Datum Ort Bemerkungen ZDK 15.–17.5.1953 Halle Günther Rienäcker zum Vorsitzenden des Zentralvorstands (ZV) gewählt. 1. ZDK 19.–20.4.1955 Berlin 2. ZDK 25.–27.9.1959 Weimar Alfred Wende ZV-Vorsitzender. 3. ZDK 28.–29.9.1963 Berlin Günter Ehmke ZV-Vorsitzender. 4. ZDK 30.–31.3.1968 Leipzig Gerhard Junghähnel ZV-Vorsitzender. 5. ZDK 26.–27.5.1972 Leipzig Horst Sander ZV-Vorsitzender. 6. ZDK 16.–17.4.1977 Halle 7. ZDK 26.–27.3.1982 Dresden Rolf Rinke ZV-Vorsitzender. 8. ZDK 28.–29.3.1987 Bernau
Im Zuge der Wende unterbreitete der Zentralvorstand 1989 zunächst einen Diskussionsentwurf zur Erneuerung der Gewerkschaft; auf einer außerordentlichen Zentraldelegiertenkonferenz im Januar 1990 in Seddin konstituierte sich die Gewerkschaft als „freie, unabhängige Gewerkschaft mit Tarifautonomie und Finanzhoheit“ neu und beschloss eine neue Satzung. Neuer Vorsitzender wurde Günter Eiselt, 1. stellvertretende Vorsitzende Larissa Klinzing (Humboldt-Universität zu Berlin), 2. stellvertretender Vorsitzender der Historiker Wolfgang Mallock. Die örtlichen Gewerkschaftsleitungen wurden neugewählt.
Die Gewerkschaft Wissenschaft setzte sich gegen die Einwände insbesondere der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) dafür ein, die einheitliche Organisation aller Mitglieder im Wissenschaftsbereich zu erhalten; als dies nicht gelang, empfahl sie ihren Mitgliedern, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) oder der ÖTV beizutreten. Am 29. September 1990 beschloss die letzte Zentraldelegiertenkonferenz die Auflösung zum 31. Oktober 1990. Innerhalb der Berliner GEW wurde infolge der Auflösung der Gewerkschaft Wissenschaft eine neue, den Bezirken gleichgestellte „Abteilung Wissenschaft“ eingerichtet.
Literatur
Einzelnachweise
Wissenschaft Kategorie:Verbandsgründung 1953 Kategorie:Aufgelöst 1990