mini|Amtsgerichtsgebäude Das Amtsgericht Engen war ein badisches und später baden-württembergisches Amtsgericht mit Sitz in Engen im heutigen Landkreis Konstanz.
Geschichte Das Amtsgericht Engen wurde im Jahr 1857 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung in Baden während der staatlichen Neuorganisation nach der Revolution 1848/49 gegründet. Dem Gericht war das Hofgericht des Seekreises in Konstanz übergeordnet,Meinhard Schaab: Die räumliche Entwicklung der Gerichtsorganisation in Südwestdeutschland im 19. und 20. Jahrhundert. In: Eckhard Franz u. a.: Gerichtsorganisation in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen im 19. und 20. Jahrhundert. Hannover 1989, S. 4 f., 21 an dessen Stelle 1864 das Kreis- und Hofgericht Konstanz und 1879 das Landgericht Konstanz traten.Schaab S. 5–6, 22, 24
Zum 1. Januar 1929 entstand das Amtsgericht Singen (Hohentwiel). Aus dem Sprengel des Amtsgerichts Engen wurden die Gemeinden Beuren am Ried, Binningen, Büßlingen, Duchtlingen, Ebringen, Hilzingen, Riedheim, Schlatt am Randen und Schlatt unter Krähen an das neue Amtsgericht abgetreten.Verordnung vom 21. November 1928, Badisches Gesetz- und Verordnungsblatt S. 299, online
Im Jahr 1943 wurden die Amtsgerichte Engen und Radolfzell zu Zweigstellen- und Geschäftstagsgerichten des Amtsgerichts Singen herabgestuft. Die beiden Amtsgerichte wurden nach dem Krieg wiederhergestellt. Das Amtsgericht Engen wurde 1974 aufgehoben und sein Sprengel dem Amtsgericht Singen zugeordnet.Geschichte des Amtsgerichts Singen
Amtsgerichtsgebäude Das Amtsgerichtsgebäude (Marktplatz 2) steht unter Denkmalschutz. Es wird heute als städtisches Verwaltungsgebäude genutzt. Es ist ein in halboffener Bebauung den Marktplatz nach Westen abschließendes dreigeschossiges Gebäude mit Walmdach. Ehemals waren dies zwei eigenständige Häuser, das südliche mit Ecklisenen, Fassaden einheitlich verputzt, hoher Sockel mit profiliertem Gesims im Erdgeschoss, die Rahmungen mit Verdachungen in Form von Dreiecksgiebeln, das linke, südliche erbaut als Wohnhaus 1807, das rechte, nördliche ehemalige „Gasthaus zum Engel“ nach Brand 1845 wiederaufgebaut, beide Häuser nach Erwerb durch den Badischen Staat zum Amtsgericht vereinigt 1864.
Der Standort des ehemaligen Amtsgerichtes liegt im Bereich der höchsten Erhebung des Bergsporns, auf dem die vor dem 11. Jahrhundert gegründete herrschaftliche Burg errichtet worden war. Nach der Stadtgründung in den 1280er Jahren gehörten der Marktplatz mit dem Wirtshaus Adler und Bereich um das Rathaus zum repräsentativen Areal der Stadtburg. Nach dem Stadtbrand 1845 wurde der linke Flügel als Wohn- und Geschäftshaus und der rechte Flügel zunächst als Gasthaus Engel mit der Posthalterei wieder aufgebaut, bevor die Stadt 1864 beide Gebäude erwarb und als Amtsgericht nutzte. Im Rahmen der postmodernen Stadtsanierung in den 1970er/80er Jahren wurde der neuklassizistische Arkadengang eingefügt. Für die Marktplatzgestaltung gewann die Stadt Engen 1983 beim Landeswettbewerb „Bauen und Wohnen in alter Umgebung“ einen Sonderpreis.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmale in Engen Gerichte in Großherzogtum und Republik Baden
Weblinks
Einzelnachweise
Engen Engen Kategorie:Organisation (Engen) Kategorie:Gerichtsgründung 1857 Kategorie:Aufgelöst 1974