Hans Schlag (* 18. Juli 1890 in Wenigenjena; † 28. Dezember 1970 in Jena) war ein deutscher Architekt.
Leben und Werk Schlag absolvierte eine Lehre als Zimmerer und besuchte die Baugewerkschule Erfurt. Daneben nahm er, u. a. mit Otto Herbig, Zeichenunterricht bei Erich Kuithan an der Carl-Zeiß-Schule in Jena. Dann studierte er bei Theodor Fischer an der Technischen Hochschule München. Er nahm als Soldat des Deutschen Heers am Ersten Weltkrieg teil. Ab 1919 unterhielt er mit Johannes Schreiter in Jena das Architekturbüro Schreiter & Schlag, wobei er die baukünstlerischen Arbeiten ausführte und Schreiter die geschäftlichen. In der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus projektierten sie etwa 200 Einzelbauten und über 1000 typisierte Siedlungshäuser. Sie beteiligten sich mehrmals mit Erfolg an Architekturwettbewerben. Einer ihrer ersten großen öffentlichen Bauten war das 1926 eröffnete Planetarium Jena.Anmerkung: Weitere wichtige Projekte siehe Schreiter & Schlag.
Schlag wurde nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs zur Wehrmacht eingezogen, nahm am Krieg teil und geriet in Kriegsgefangenschaft.
Nachdem sein Büropartner in den Ruhestand gegangen war, versuchte Schlag ab 1952 allein, an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Er erarbeitete groß angelegte Pläne zum Wiederaufbau der schwer kriegsbeschädigten Stadt Jena, die aber nur teilweise realisiert wurden. Ab 1953 arbeitete er freischaffend für den VEB Industrieprojektierung (IPRO) Jena und den VEB Carl Zeiss. 1957 legte er ein großes Projekt für die Planung zur Umgestaltung des Jenaer Stadtzentrums vor. Es sah mehrere gleichwertige dominierende Hochhäuser vor und wurde – offenbar als zu amerikanistisch – verworfen. Fertiggestellt wurde 1965 das vom VEB Carl Zeiss in Auftrag gegebene von Schlag projektierte Carl-Zeiss-Forschungshochhaus, der Bau 59, wohl sein bedeutendstes Einzelprojekt in der DDR.
Schlag war vor 1934 Mitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und in der DDR des Bundes der Architekten der DDR.
Rezeption
Literatur Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Architektur und Städtebau. Das Büro Schreiter & Schlag 1919–1952. Jena 1999. Cornelia Meurer: Hans Schlag. In: Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR. IRS, Erkner 2000, S. 198 f. Stephanie Eißing, Franz Jäger u. a. (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Thüringen II. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2025, ISBN 978-3-422-80272-8, S. 907 und öfter.
Weblinks
Porträtfoto Schlags in der Fotosammlung der Städtischen Museen Jena, auf www.museen.thueringen.de, zuletzt abgerufen am 13. Juni 2026 Biografie Hans Schlag (1890–1970) im Portal Architekturwelt Sülzhayn, zuletzt abgerufen am 13. Juni 2026
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Thüringen) Kategorie:Architekt (DDR) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1890 Kategorie:Gestorben 1970 Kategorie:Mann