mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet des Kleinen Nacktrückenflughundes
Der Kleine Nacktrückenflughund (Dobsonia minor) ist ein auf Neuguinea und vorgelagerten Inseln verbreitetes Fledertier in der Familie der Flughunde. Das Typusexemplar stammt aus dem Regierungsbezirk Manokwari im indonesischen Teil von Neuguinea. Ein 1987 auf Sulawesi gefundenes Exemplar der Art hatte sich vermutlich auf einer Wanderung verirrt. Es könnte sich auch um eine nicht beschriebene Unterart handeln, da das Tier größere Zähne und eine längere untere Zahnreihe hatte.
Merkmale Wie aus dem Namen erkennbar ist die Art mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 102 bis 135 mm, einer Schwanzlänge von 5 bis 28 mm und einem Gewicht von 63 bis 90 g der kleinste Vertreter der Gattung Dobsonia. Das Tier hat 78 bis 92 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 16 bis 24 mm Länge und 13 bis 22 mm lange Ohren. Die Flügel erreichen sich auf dem Rücken, womit dieser nackt erscheint. Darunter ist Fell vorhanden, das wie an anderen Stellen der Ober- und Unterseite dunkelbraun ist. Typisch sind leicht durchscheinende Flughäute und eine fehlende Putzkralle am zweiten Finger. Dieser Flughund hat dunkle Krallen an den Zehen der Füße. Kennzeichnend für den Kopf sind längliche Ohren, kurze rohrförmige Nasenöffnungen, die leicht nach außen gerichtet sind und große Augen mit brauner Regenbogenhaut. Die schmalen Schwanzflughäute verlaufen an den Innenseiten der Beine, so dass der kurze Schwanz frei liegt. Am jedem Fuß befindet sich ein kleiner Fersensporn (Calcar). Wie bei allen Gattungsmitgliedern ist die Zahnformel I 1/1, C 1/1, P 2/3, M 3/3, was 28 Zähne im Gebiss ergibt. Dabei sind die Schneidezähne winzig.
Verbreitung Der Kleine Nacktrückenflughund bewohnt die tieferen Bereiche von Neuguinea bis 700 Meter Höhe und die Insel Yapen. Er hält sich in tropischen Wäldern in Sumpfgebieten mit Bäumen und in Gärten auf. Die Wälder können verändert sein.
Lebensweise Die Tagesverstecke des nachtaktiven Tieres liegen im Unterwuchs der Wälder an Bäumen mit breiten Blättern. Die Exemplare ruhen meist allein oder in kleinen Gruppen. Im Gegensatz zu anderen Nacktrückenflughunden werden keine Höhlen besucht. Jedes Tier hat bis zu drei Ruheplätze, die bis zu 300 Meter voneinander entfernt sind. Die Nahrung besteht überwiegend aus Feigen wie Ficus bernaysii und Ficus hispidioides, aus Papaya und aus anderen Früchten. Dieser Flughund besucht oft den nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführten Busch Piper aduncum. Dieser ist vor allem in Dörfern und an Flussbänken verbreitet. Die Reviere beider Geschlechter sind 1,5 bis 9,5 Hektar groß und die weitesten Flüge sind 1.115 Meter lang. Um eine konstante Körpertemperatur von 36,5 °C zu halten werden öfter schattige Bereiche mit dichtem Laubwerk besucht. Feinde des Flughundes sind baumbewohnende Schlangen wie Pythons, Boas oder die Braune Nachtbaumnatter. Ein fliegendes Tier gab kurze schrille Laute ab, die vermutlich an andere Exemplare der Art gerichtet waren.
Laut den wenigen Beobachtungen ist die Paarungszeit mit keiner Jahreszeit gekoppelt oder es gibt zwei Paarungszeiten pro Jahr. Pro Wurf wird ein Nachkomme geboren. Trächtige Weibchen sind aus unterschiedlichen Monaten bekannt und hilfebedürftige Jungtiere aus den Monaten August und Dezember bekannt. Paarungsbereite Männchen wurden im Juni gefunden.
Gefährdung Für den Bestand sind keine Bedrohungen bekannt. Der Flughund hat eine weite Verbreitung uns es gibt verschiedene Schutzzonen. Die IUCN listet den Kleinen Nacktrückenflughund als nicht gefährdet (least concern).
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Einzelnachweise
Kategorie:Flughunde