Limbe Botanic Garden (Limbe Botanical Gardens, , LBG) ist der bedeutendste botanische Garten Kameruns. Er wurde 1892 während der deutschen Kolonialzeit in „Victoria“ (dem früheren Namen von Limbe) zwischen der Küste der Bucht von Bonny und dem Kamerunberg angelegt. Ursprünglich für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, hat er sich zu einer der wichtigsten Erholungs- und Touristenattraktionen der Region Sud-Ouest entwickelt.

Lage Der Botanische Garten von Limbe liegt an der Küste der Morton-Bucht in Limbe, an der Mündung des Flusses Limbe, der durch den Garten fließt. Er befindet sich im Bezirk Fako der Südwestprovinz Kameruns. Heute ist die komplette Umgebung bebaut. Im Westen grenzen Hafen und Pier Bota an, das Park Hotel Miramar liegt mitten im Zentrum des Gartens und im Osten grenzen die historischen Gebäude Victoria Governor House und Victoria Doctor’s House, sowie das Atlantic Beach Hotel an. Im Norden grenzt das Limbe Centenary Stadium an.

Geschichte Der Garten wurde 1892 von Deutschen unter der Leitung von Paul Rudolph Preuss angelegt. Ursprünglich diente er als Versuchsgarten, ein Zentrum für Experimente und die Akklimatisierung nützlicher tropischer Pflanzenarten wie Kautschuk, Kaffee, Kakaobaum, Ölpalmen, Bananen, Teak und Zuckerrohr, welche für Kamerun und andere deutsche Kolonien bestimmt waren. In seiner Blütezeit galt er als einer der bedeutendsten tropischen botanischen Gärten der Welt.

1920 übernahmen die Briten den Garten in Zusammenarbeit mit den Royal Botanic Gardens (Kew), deren Mitarbeiter Beratung und Schulungen anboten. Nach ihrem Abzug 1932 und bis 1958 wurde der Garten direkt von kamerunischen Mitarbeitern verwaltet, bevor er 1961 nach der Unabhängigkeit von der Regierung übernommen wurde.

1988 ermöglichte eine Partnerschaft mit dem Vereinigten Königreich die Renovierung und Weiterentwicklung des Botanischen Gartens. Ursprünglich für die Landwirtschaft gedacht, konzentriert er sich heute auf Naturschutz, Bildung, Wissenschaft, Tourismus und Freizeit.

Heute umfasst der Garten, der ursprünglich 250 Hektar (620 Acres) groß war, nur noch etwa 48 Hektar (120 Acres). Einige Gebäude, darunter das Labor und die Bibliothek, wurden vor einiger Zeit in ein Krankenhaus umgewandelt. Heute befindet sich dort ein Luxushotel.

Persönlichkeiten Direktoren: 1892–1902: Paul Rudolph Preuss 1906–1907: August Weberbauer 1927–1932: Thomas Douglas Maitland

Hubert Winkler arbeitete 1904 bis 1905 und Carl Ludwig Ledermann 1908 im Botanischen Garten.

Sammlungen Der Garten verfügt über rund 1.500 Taxa (1.000 krautige und 500 Gehölze). Es gibt seltene oder bedrohte Pflanzen: 150 endemische, 100 aus SoudOuest, darunter Calamus, Prunus africana und Gnetum. Einige Arten sind Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit, insbesondere die afrikanischen Palmen, die Endemiten des Mount Cameroon und der Bananen (Musa). Andere werden zu Erhaltungszwecken kultiviert: Irvingia gabonensis, Garcinia kola, Afrostyrax kamerunensis, Cola spp., Prunus africana, Gnetum, Pterocarpus soyauxii, Diospyros, Rauvolfia vomitoria, Nauclea diderrichii, Terminalia spp., Annickia chlorantha, Eremomastax speciosa, Bryophyllum spp. und Physostigma venenosum.

Der botanische Garten beherbergt auch ein Herbarium, welches im Jahr 2001 rund 21.000 und in jüngerer Zeit 30.000 Exemplare umfasste. Die Abkürzung im Index Herbariorum ist SCA.

Militärfriedhof m Botanischen Garten befinden sich die Gräber mehrerer Soldaten des Commonwealth of Nations, vier aus dem Ersten Weltkrieg und sechzehn aus dem Zweiten Weltkrieg.

Tourismus mini|Gartenplan mini|Jungle Theatre Ein Besucherzentrum namens „Dschungeldorf“ (Jungel Village) wurde eingerichtet und dient als Rahmen für die Organisation kultureller Veranstaltungen zur Unterhaltung der Touristen.Emmanuel Agwe Njang: Limbe tourist guide and yellow pages. Limbe 1999: S. 22. Mehrere angelegte Wege ermöglichen den Zugang innerhalb des Gartens:

der Küstenweg (coastal track), von dem aus man einen Blick auf den westlichen Teil des Gartens hat; Der Biodiversitätspfad (biodiversity trail), der den Besuchern einen Einblick in die gesamte Artenvielfalt des Gartens ermöglicht; Der Bota-Pfad (Bota trail), um große Bäume und Wildtiere zu entdecken; Ein Weg, der am Fluss entlangführt, wo Bäume und Pflanzen wachsen, die über hundert Jahre alt sind.

Einzelnachweise

Literatur Frank Nigel Hepper: Limbe (Victoria) Botanic Gardens, SW Cameroon. In: Kai Larsen, Brian Morley, Gustav Schoser: International Association of Botanic Gardens: Proceedings: Tenth General Meeting and Conference 2–7 August 1987, Palmengarten, Frankfurt/M., F.R. Germany. International Association of Botanical Gardens, Koch 1989: S. 75–85. Adolf Engler: Victoria und Buea in Kamerun als zukünftige botanische Tropenstationen. In: Notizblatt des Königlichen botanischen Gartens und Museums zu Berlin. vol. 3, Nr. 21. 17. Januar 1900: S. 1–3 Sylvia Howe, Sarah A. Laird, ill. Karen Sidwell: Medicinal Plants of the Limbe Botanic Garden. Mount Cameroon Project 1996. oclc=70217811

Sara Oldfield |title=Great botanic gardens of the world |publisher=New Holland |location=London |date=2008 |isbn=978-1-84537-593-5 (preface by Charles, Prince of Wales)

Weblinks

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