mini|Blick auf San Pietro Martire von Südosten her mini|Der Hof, im Hintergrund der 46 m hohe GlockenturmCesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 151, S. 95 f. San Pietro Martire ist eine der beiden Pfarrkirchen auf der venezianischen Insel Murano, genauer auf der südlichen Insel Santo Stefano. Die zweite Pfarrkirche ist die Basilica di Santi Maria e Donato. San Pietro Martire, Kirche und Dominikanerkloster, reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Das Kloster wurde 1806 aufgelöst, die 1813 wiederhergestellte Pfarrkirche beherbergt heute ein bedeutendes Museum.
Geschichte Kirche und Dominikanerkloster entstanden ab 1348, das Kloster stand zunächst unter dem Patrozinium des San Giovanni Apostolo ed Evangelista, also des Evangelisten Johannes. Mit dem Testament des Marco Michieli aus diesem Jahr wurde die Kirche den Prokuratoren von San Marco de citra überlassen.
Auf Initiative dieses Marco Michiel, der 1349 starb, wurde sie ab 1363 neu gebaut, jedoch erst am 19. September 1417 geweiht. Die Aufsicht über die Kirche führte der Prior Niccolò Medici von San Zanipolo, der dort zwölf Dominikaner mitbrachte. Die Investitur bestätigte 1420 Papst Martin V. Von einer zwischenzeitlich errichteten Kapelle übernahm die Kirche den Namen San Pietro martire, wobei noch eine Bulle des besagten Papstes von 1434 beide Namen nennt. mini|Giovanni Bellini: Thronende Madonna mit dem knienden Dogen Agostino Barbarigo zu ihrer Rechten mini|Andrea da Murano (fl. 1463–1502): Polyptychon, Tempera auf Holz, um 1478, heute in den Gallerie dell’Accademia 1474 zerstörte ein Feuer das Bauwerk vollständig. Der backsteingotische Neubau, wie er heute noch weitgehend erhalten ist, entstand, unterstützt durch päpstliche Indulgenz, bis 1509. Die Erweiterung und damit der Abriss des benachbarten Hospizes Santo Stefano wurden vom Papst zwar gestattet, doch für die vier armen Frauen, wie es heißt, die dort lebten, musste das Kloster ein neues, gleichwertiges Haus errichten.Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 630. Die Kirche wurde am 10. August 1511 geweiht. In dieser Zeit entstand auch der Campanile. 1488 malte Giovanni Bellini die sogenannte Pala Barbarigo, eine Thronende Madonna mit Jesuskind. „Der hl. Augustinus im mit Gold und Edelsteinen geschmückten Prachtornat steht auf der einen Seite, während auf der anderen der sehr schlicht, aber würdig gekleidete San Marco der Madonna den anbetenden Dogen präsentiert: Es ist Agostino Barbarigo“.Herbert Rosendorfer: Kirchenführer Venedig, Edition Leipzig, 2008, 2. Aufl., E. A. Seemann, 2013, S. 220.
Die Mönche mussten 1806 auf Anordnung der von Napoleon eingesetzten Regierung die Insel verlassen. Die Kirche wurde 1813 allerdings als Pfarrkirche wieder eröffnet, nachdem die Kirche Santo Stefano auf der anderen Seite des Kanals abgerissen worden war.
Heute ist die Kirche eine der beiden verbliebenen Pfarrkirchen auf Murano; sie wurde 1928 restauriert.Herbert Rosendorfer: Kirchenführer Venedig, Edition Leipzig, 2008, 2. Aufl., E. A. Seemann, 2013, S. 218. Sie beherbergt ein Museum, in dem sich eine Reihe bedeutender Gemälde befindet, darunter Giovanni Bellinis Thronende Madonna.
Literatur Pietro Bullo: Chiesa di San Pietro Martire Murano, in: Venice Café II (2021) 9–35. Herbert Rosendorfer: Kirchenführer Venedig, Edition Leipzig, 2008, 2. Aufl., E. A. Seemann, 2013, S. 218–220. Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 151, S. 95 f. Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 629 f. (Digitalisat) Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil III,1, Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1791, S. 57–59. („S. Pietro Martire“). (Digitalisat)
Weblinks
Anmerkungen
Pietro Martire Kategorie:Erbaut 1417 Kategorie:Kirche auf Murano Kategorie:Murano Murano Kategorie:Erbaut 1509 Kategorie:Kunstmuseum in Venedig Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Bauwerk der Gotik in Venedig Kategorie:Gotischer Backsteinbau in Italien