Der Militärflugplatz Krytschau () ist ein ehemaliger sowjetischer Militärflugplatz in der Mahiljouskaja Woblasz im Osten von Belarus. Von Mai 1949 bis 1993 war dort das 28. Jagdfliegerregiment der Luftverteidigung stationiert.

Lage und Anlage Der Flugplatz befindet sich im Rajon Klimawitschy, östlich der Stadt Krytschau, nahe dem Dorf Barsuki und unweit der Grenze zu Russland.

Geschichte Sowjetische Nutzung Im Mai 1949 wurde das 28. Jagdfliegerregiment der Luftverteidigung von Wnukowo nach Krytschau verlegt. Das Regiment gehörte zunächst zur 98. Garde-Jagdfliegerdivision der Luftverteidigung und wurde 1960 dem 2. Luftverteidigungskorps des Moskauer Luftverteidigungsbezirks unterstellt.

Das Regiment flog nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst Bell P-63 Kingcobra, ab 1950 MiG-15 und ab 1954 MiG-17. Ab 1963 wurde in Krytschau die Suchoi Su-9 eingesetzt; ab Sommer 1981 wurde das Regiment auf die MiG-25P umgerüstet. Nach Daten des Vertrags über konventionelle Streitkräfte in Europa verfügte das Regiment 1990 über 38 MiG-25.

Zwischenfall von 1964 Am 4. Juni 1964 verunglückte der Pilot Wiktor Georgijewitsch Daschkin bei einem Trainingsflug mit einer Su-9 tödlich. In Krytschau erinnern ein aufgestelltes Su-9-Flugzeug, eine Gedenktafel und eine Stele an den Piloten.

Schließung Das 28. Jagdfliegerregiment wurde 1993 in Krytschau aufgelöst. Damit endete die reguläre sowjetische beziehungsweise postsowjetische Nutzung des Flugplatzes als Luftverteidigungsstützpunkt.

Militärische Nutzung im Rahmen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine Im Dezember 2025 wurde der Flugplatz für die Stationierung von russischen ballistischen Mittelstreckenraketen des Typs Oreschnik identifiziert.

Einzelnachweise

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