Jobst Anton vom Hagen (auch Hans Jobst Anton) (* 21. März 1740 in Briesnigk; † 7. Oktober 1807) war ein preußischer Leutnant, Landrat und Landesdirektor.
Herkunft Jobst Anton vom Hagen war Angehöriger des Adelsgeschlechts vom Hagen. Er war ein Sohn von Jobst Carl vom Hagen (1706–1765), Erbherr auf Briesnigk und Drieschnitz im Landkreis Cottbus, und dessen Ehefrau, eine geb. von Loeben.
Leben Jobst Anton vom Hagen besuchte zunächst eine Schule in Cottbus, bevor er von 1755 bis 1758 an der Fürstenschule in Meißen unterrichtet wurde. Seine militärische Laufbahn begann er im Jahr 1760 als Fähnrich im Infanterie-Regiment von Sobeck. Nachdem er 1763 zum Leutnant im Regiment Anhalt-Bernburg befördert worden war, wurde er 1774 mit ziviler Versorgung dimmissioniert. In den Jahren 1773/74 war er zusammen mit Philipp Ludwig Muzel Herausgeber der Zeitschrift Gelehrte Zeitung für das Frauenzimmer. ISBN 978-3-86829-956-4 Gelehrte Zeitung für das Frauenzimmer vom Jahre Verlag: Curt, Halle, 1773 Nach einer bestandenen Prüfung im Finanzfach bei der Kammerdeputation in Halle, bat er im Mai 1775 um die Zulassung zum Rigorosum.
In Anwesenheit des Ministers von der Schulenberg-Kehnert absolvierte er am 2. Dezember 1775 das große Examen. Da seine Kenntnisse hinsichtlich städtischem Wissen sowie der Grundsätze im Steuer- und Kameralwesen zum Zeitpunkt der Prüfung als zu gering angesehen wurden, empfahl man ihm vorerst als Referendar bei der Kriegs- und Domänenkammer zu arbeiten. Noch im Dezember 1775 wurde er dann als Referendar zur kurmärkischen Kammer versetzt.
Am 18. Juni 1783 wurde er schließlich zum Landrat des Kreises Kamin ernannt, wo er die Nachfolge von Carl Rudolph Ludwig von Billerbeck antrat. Im Sommer 1786 bemühte er sich um ein in Sequestration befindliches kleines Gut, was aber letztlich ohne Erfolg blieb. Am 19. Mai 1795 ersuchte er vergeblich aus Lobsens unter Hinweis seiner 15-jährigen Dienstzeit, um das Prädikat eines Landesdirektors. Das Patent als Landesdirektor erhielt er einige Jahre später am 3. April 1804, womit er Nachfolger von Xaver Andreas von Oppeln-Bronikowski wurde. Bei der Ernennung hieß es, dass er der „älteste Landrat im Department, rechtschaffen, fleißig und seine Dienstführung eine gute sei“.
Familie Jobst Anton vom Hagen war mit Anna Ernestine, geb. von Urbanowska, verheiratet. Ein Sohn aus dieser Ehe war Johann Anton Karl (1786–1865), königlich preußischer Postmeister und Major a. D., vermählt mit Karoline Luise (1813–1878), geb. Dürselen.
Literatur
Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, Band 5, Gotha 1904, bei Justus Perthes S. 291
Einzelnachweise
Jobst Anton Kategorie:Landrat (Preußen) Kategorie:Landeshauptmann Kategorie:Leutnant (Preußen) Kategorie:Preuße Kategorie:Geboren 1740 Kategorie:Gestorben 1807 Kategorie:Mann