Die Opiniâtre () war ein 64-Kanonen-Linienschiff der französischen Marine, das von 1751 bis 1758 in Dienst stand.

Geschichte Bau Die im französischen Klassifizierungssystem zum 3. RangDie französische Einteilung in Rangklassen wich von der britischen ab. Zum Zeitpunkt der Indienststellung der Opiniâtre waren französische Schiffe Dritten Ranges Zweidecker mit 64 Kanonen. gehörende spätere Opiniâtre wurde am 25. Dezember 1748 bestellt und von dem Marinearchitekten Jean Geoffroy entworfen und unter seiner Bauaufsicht im Januar 1749 im Marinearsenal von Brest auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte im August 1750 und die Indienststellung im April 1751.

Einsatzgeschichte Im Mai 1755, vor dem offiziellen Ausbruch des Siebenjähriges Krieges in Europa, verließ ein französischer Verband, geführt von Chef d’escadre (Konteradmiral) Dubois de La Motte die französische Marinebasis Brest mit Ziel Neufrankreich. Ziel dieses aus 14 Linienschiffen und 4 Fregatten bestehenden Verbandes war die Verstärkung der dortigen französischen Truppen, welche sich bereits seit 1754 im Konflikt mit lokalen britischen Kräften befanden. Hierfür waren 11 der 14 Linienschiffe nur leicht bewaffnet (Armer en flûte) und wurden als Truppentransporter eingesetzt, darunter die auf eine Bestückung von 22 Kanonen reduzierte und von Capitaine de Vaisseau de Moëlien geführte Opiniâtre. Bei Rückkehr von diesem Auftrag wurde die einzeln segelnde Opiniâtre am 20. September 1755 vor der bretonischen Küste bei Penmarch von einer britischen Fregatte (36 Kanonen) und Sloop (12 Kanonen) angegriffen. Nach einem intensiven Gefecht, (die Franzosen verfeuerten 523 Kugeln) konnte die Opiniâtre entkommen. mini|links|Seegefecht bei Cap-Français– Gemälde von John Cleveley the Elder – Im Folgejahr wurde das Schiff, immer noch unter dem Kommando von de Moëlien stehend, dem Verband von Guy François de Kersaint zugeteilt. Dieser Verband verließ am 23. November 1756 den Hafen von Brest und zerstörte im Februar 1757 die britischen Handelsposten im Senegal und in Gambia, wobei zahlreiche Sklavenschiffe gekapert werden konnten. Bevor sie den Atlantik mit dem Ziel der französischen Kolonie Saint-Domingue querten.

Im Oktober verließ Kersaint’s Verband als Geleitsicherung eines Konvois die Hauptstadt von Saint-Domingue Cap-Français mit Ziel Frankreich. Dieser Geleitzug wurde am 21. Oktober durch drei britische Linienschiffe angegriffen (Seegefecht bei Cap-Français). Nach einem heftigen, aber ergebnislosen Gefecht kehrten die französischen Schiffe nach Cap-Français zurück. Am 12. November 1757, nach Behebung der während des Gefechts erlittenen Schäden und erneuter Sammlung des Handelskonvois, verließ die Opiniâtre zusammen mit den anderen Schiffen Cap-Français und erreichte einen Monat später die Küste Frankreichs.

Beim Einlaufen in die Reede von Brest, in der Nacht vom 13. auf den 14. Januar 1758, ging die Opiniâtre bei Plougastel zusammen mit zwei weiteren Schiffen im Sturm durch Schiffbruch verloren. Im anschließenden Militärgerichtsverfahren wurde der Verlust des Schiffes auf menschliches Versagen zurückgeführt und die beiden diensttuenden Offiziere dafür bestraft.

Technische Beschreibung Die Opiniâtre war als Batterieschiff mit zwei durchgehenden Geschützdecks konzipiert und hatte eine Länge von 48,73 Metern (Geschützdeck), eine Breite von 13,1 Metern und einen Tiefgang von 6,31 Metern bei einer Vermessung von 1.100 tons (bm) bzw. Verdrängung von 2.150 Tonnen.

Das Schiff war in der damals üblichen Rahtakelage als Fregattschiff mit drei Masten (Fockmast, Großmast und Kreuzmast) ausgeführt. Die Masten und Rahen bestanden aus Kiefernholz, während das Tauwerk und die Segel aus Hanf bestanden. Ein zweiter Satz, Segel und Tauwerk wurde im Laderaum als Reserve mitgeführt.

Der aus Eichenholz bestehende Rumpf schloss im Heckbereich mit einem Heckspiegel, in den Galerien integriert waren, die in die seitlich angebrachten Seitengalerien mündeten. An der obersten Position des Heckspiegels befanden sich traditionell drei Hecklaternen. Die Beplankung war kraweel ausgeführt, das heißt, die Kanten der Planken stießen stumpf aufeinander, so dass eine glatte Außenfläche entstand.

Die Bewaffnung bestand aus 64 Kanonen in unterschiedlichen Kalibern und verteilte sich auf die verschiedenen Decks. UnteresBatteriedeck OberesBatteriedeck Backdeck Achterdeck Kanonen(Geschossgewicht)Bei der Berechnung des Gewichtes einer Breitseite kann es zu Unterschieden kommen, da in der damaligen Zeit ein Pfund, je nach Land, unterschiedliche Gewichtswerte hatte. Das französische Livre hatte z. B. ein Gewicht von 489,506 Gramm während das englische Pound ein Gewicht von 453,592 Gramm hatte. Design 26 × 24-Pfünder 28 × 12-Pfünder 4 × 6-Pfünder 6 × 6-Pfünder 64 Kanonen(249,65 kg)

Besatzung Die Besatzung hatte eine Stärke von 508 Mann (6 bis 8 Offiziere und 500 Unteroffiziere bzw. Mannschaften).

Bemerkungen

Siehe auch Liste der Linienschiffe der französischen Marine

Literatur

Weblinks Opiniâtre auf threedecks.org (englisch)

Einzelnachweise Rif Winfield & Stephen S Roberts: French Warships in the Age of Sail 1626–1786. S. 143. Jonatha R. Dull: The French Navy and the Seven Years’ War. S. 63. Jonatha R. Dull: The French Navy and the Seven Years’ War. S. 82 ff. Georges Lacour-Gayet: La Marine militaire de la France sous le règne de Louis XV., Éditions Honoré Champion, 1902, S. 258 (online)

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