miniatur|Das Museum im Jahr 2012 Das Musée Dobrée ist ein Museum in Nantes, das Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Vermächtnis des reichen Bürgers Thomas Dobrée II. hervorgegangen ist. Seine postalische Adresse ist 1 place Jean V.

Sammlungen Die Sammlungen umfassen über 135.000 Objekte und decken von der Vorgeschichte bis ins 20. Jahrhundert die Geschichte und Kulturgeschichte der Umgebung ab. Zu den bekanntesten Exponaten gehört der Reliquienschrein der Anne de Bretagne. Das Herz der Anne de Bretagne wurde in der Nacht vom 13. auf den 14. April 2018 aus dem Museum gestohlen, aber später wiedergefunden.

Der chronologisch und thematisch angeordnete Museumsparcours führt den Besucher an etwa 2000 Exponaten vorbei. Die archäologische Abteilung mit etwa 25.000 Sammlungsstücken gehört zu den umfangreichsten archäologischen Sammlungen Westfrankreichs.

Geschichte Nach der Widerrufung des Toleranzedikts floh die protestantische Familie Dobrée nach Guernsey. Ende des 18. Jahrhunderts kehrte sie nach Frankreich zurück und ließ sich in Nantes nieder. Thomas Dobrée (1781–1828) kam unter anderem durch die Forges de Basse-Indre, ein Eisenwerk, und durch Walfang zu Reichtum. Sein gleichnamiger Sohn (1810–1895) konnte sich deshalb schon in jungen Jahren zur Ruhe setzen und seiner Sammlerleidenschaft frönen. Er kaufte mit dem Geld aus seinem Erbe zahlreiche Kunstwerke und Bücher an und erwarb, um diese Sammlungen unterzubringen, schließlich das Herrenhaus „la Touche“. Den Turm aus dem 15. Jahrhundert samt Hochbau ließ er um ein neomittelalterliches Gebäude erweitern. Die Sammlungen Dobrées wurden später durch Schenkungen und weitere Ankäufe ergänzt. Unter anderem besitzt das Museum auch griechische, etruskische und römische Artefakte.

Das Département Loire-Inférieure erbte nach Dobrées Tod dessen Sammlung sowie 100.000 Francs; der Architekt Hippolyte Durand-Gasselin war Alleinerbe seiner übrigen Besitztümer. Zum Kurator des Museums wurde schon vor dessen Eröffnung Pitre de Lisle du Dréneuc bestimmt, der diesen Posten bis zu seinem Tod im Jahr 1924 innehatte.Marie-Hélène Santrot, Fortuné Parenteau (1814-1882) et Pitre de Lisle du Dreneuc (1846-1924) collectionneurs et conservateurs passionnés, in: Annales de Bretagne et des Pays de l'Ouest, Nr. 118-3, 30. September 2011, S. 151-242 (ISSN 2108-6443)

Das 1899 eröffnete Museum wurde mehrmals erweitert und vor seiner Wiedereröffnung im Mai 2024 mehrere Jahre lang modernisiert und umgestaltet.

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