Dymnik () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Rychliki im Powiat Elbląski.
Geographische Lage Dymnik liegt am Ostufer des Flüsschens Brzeźnica () im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 15 Kilometer südwestlich der Stadt Pasłęk bzw. 21 Kilometer südöstlich der heutigen Kreismetropole Elbląg.
Geschichte Ortsgeschichte Der kleine Ort namens Dymsteynes bestand aus einem Rittergut, dessen Anlagen an der Nordseite mit einem großen Park versehen waren.Dietrich Lange: Stein, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Im Jahre 1285 bereits wurde der Ort anlässlich einer Landverleihung genannt, Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Stein (Landkreis Preußisch Holland) 1437 erfolgte seine Erwähnung im Zinsbuch des Deutschen Ordens. Am 1. Februar 1629 erlitt Stein im polnisch-schwedischen Krieg einen Überfall polnischer Söldner mit totaler Ausplünderung der Einwohner.
Im Jahre 1729 wurden als Besitzer des Rittergutes Gottfried und Anna Plehn genannt, im Jahre 1778 Georg und Dorothea Neumann.Horst Zlomke: Stein. Auszug aus „Das Kirchspiel Königsblumenau“. Chronik, Geschichte und Berichte
1785 wurde Stein als ein adliges Gut, Vorwerk und Dorf mit zwölf Feuerstellen genannt, 1820 als adliges Vorwerk mit 22 Feuerstellen bei 107 Einwohnern. Im 19. Jahrhundert war der Gutsbesitz bei den Familien Hahn, von Carlowitz, von Keltsch sowie von Arnim.
Im Jahre 1874 wurde im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland der Amtsbezirk Königlich Blumenau (ab 1931: „Königsblumenau“) errichtet. Eingegliedert war auch der Gutsbezirk Stein.Rolf Jehke: Amtsbezirk Königlich Blumenau/Königsblumenau
1885 zählte Stein 177 Einwohner, 1910 waren es 151. Am 30. September 1928 verlor Stein seine Eigenständigkeit, als es nach Königlich Blumenau (Königsblumenau) eingemeindet wurde.
Im Januar 1945 eroberte die Rote Armee das westliche Ostpreußen. Angeführt von Oberinspektor Karl Hein machte sich am 21. Januar 1945 ein Flüchtlingstreck auf den Weg Richtung Westen, kurzzeitig gemeinsam mit einem gleichen Treck aus Königsblumenau. Über Preußisch Stargard und das pommersche Stettin gelangte man über Parchim und Dönitz nach wochenlangen Strapazen in die Lüneburger Heide, und über Suderburg am 8. April bis nach Wichtenbeck im Landkreis Uelzen.
Das gesamte südliche Ostpreußen kam 1945 in Kriegsfolge an Polen. Stein erhielt die polnische Namensform „Dymnik“ und ist heute eine Ortschaft innerhalb der Gmina Rychliki im Powiat Elbląski, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Das Gutshaus Bei dem Steiner Gutshaus handelte es sich um ein Gebäude mit abgeflachtem Satteldach auf gestrecktem, rechteckigem Grundriss. Besonders auffällig war der am westlichen Giebel gelegene Aussichtsturm, der einen faszinierenden Rundblick auf die hügelige Landschaft ermöglichte. In der Zeit der Familie von Carlowitz erfuhr das Bauwerk mehrere Umbaumaßnahmen.
Religion Bis 1945 war Stein in das Kirchspiel Köngisblumenau der vereinigten evangelischen Kirchengemeinden Blumenau-Heiligenwalde in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 470 außerdem in die römisch-katholische Pfarrei Christburg im Dekanat Stuhm des damaligen Bistums Ermland eingegliedert.
Heute gehört Dymnik evangelischerseits zur St.-Georgs-Kirche in der Stadt Pasłęk, einer Filialkirche von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, außerdem katholischerseits zur Pfarrkirche in Kwietniewo im Dekanat Dzierzgoń des jetzigen Bistums Elbląg.
Verkehr Dymnik liegt an der verkehrsreichen Woiwodschaftsstraße 527, die die Städte Dzierzgon, Pasłęk, Morąg und Olsztyn miteinander verbindet. In Dymnik wird diese Straße durch eine Landwegverbindung von Wysoka nach Wopity gekreuzt.
Eine Bahnanbindung besteht für Dymnik nicht mehr. Von 1893 und 1945 war Blumenau die nächste Bahnstation. Sie lag am Abschnitt Elbing–Miswalde der Bahnstrecke von Elbing über Osterode i. Ostpr. nach Hohenstein, die heute nicht mehr existiert und deren Anlagen weitestgehend demontiert sind.
Persönlichkeit Victor von Keltsch (1813–1884), preußischer Rittergutsbesitzer und Parlamentarier, nach 1840 Eigentümer des Steiner Guts, starb hier am 6. August 1884
Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Stein
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Rychliki