Shenzhen Inovance Technology Co., Ltd. (), meist kurz Inovance, ist ein börsennotiertes chinesisches Unternehmen mit Sitz in Shenzhen, das elektrische Ausrüstung, industrielle Automatisierungs- und Steuerungstechnik sowie Produkte im Bereich Robotik herstellt und vertreibt. Über die Tochtergesellschaft Suzhou Inovance Automotive Co. produziert das Unternehmen außerdem elektrische Systeme für die Automobilindustrie. Die Sparte für industrielle Automatisierung hatte 2025 einen Umsatzanteil von 49 % und die schnelle wachsende Abteilung für New Energy Vehicles und Eisenbahntechnik einen Anteil von 45 Prozent.
Inovance gilt als größtes Unternehmen für industrielle Automatisierung in China und als zweitgrößter einheimischer Hersteller von Industrierobotern. Da das Unternehmen von einer Gruppe ehemaliger Huawei-Ingenieure gegründet wurde, wird es in der Branche auch als „kleines Huawei“ bezeichnet.
Geschichte Inovance wurde im April 2003 von Zhu Xingming und mehreren weiteren Ingenieuren aus dem Umfeld von Huawei gegründet. Bei der Gründung verfolgte das Unternehmen das Ziel, im oberen Marktsegment mit ausländischen Anbietern zu konkurrieren und nicht in einen Preiskampf mit chinesischen Wettbewerbern einzutreten.
Am 28. September 2010 führte Inovance seinen Börsengang durch und wurde an der Börse Shenzhen notiert. Anschließend erweiterte das Unternehmen seine Produktpalette von einzelnen Frequenzumrichtern auf weitere Produkte der industriellen Steuerungstechnik, darunter speicherprogrammierbare Steuerungen und Servosysteme.
Ursprünglich bediente Inovance vor allem das untere Marktsegment. Das Unternehmen rückte jedoch schrittweise in höherwertige Marktbereiche vor und gewann dort Marktanteile gegenüber etablierten europäischen und japanischen Anbietern.
Laut einem Bericht der Deutschen Bank aus dem Jahr 2017 konnte Inovance erheblich von der industriepolitischen Strategie Made in China 2025 profitieren, da diese die inländische Nachfrage nach industrieller Automatisierung erhöhte. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierten ausländische Unternehmen noch rund 65 % des chinesischen Marktes für industrielle Automatisierung.
Im Juni 2021 gab Inovance bekannt, im Rahmen einer Privatplatzierung 2,1 Milliarden Yuan von zwölf Investoren eingeworben zu haben, darunter Hillhouse Investment, CITIC Securities, JPMorgan Chase, Morgan Stanley, UBS und AIA Group. Das Unternehmen plante, die Erlöse für den Erwerb der verbleibenden 49-prozentigen Beteiligung an der Tochtergesellschaft Inovance Control Technology sowie für den Ausbau der Produktion von Automatisierungssteuerungen und die Entwicklung intelligenter Software zu verwenden. Nach der Ankündigung stieg der Aktienkurs des Unternehmens um knapp 8 %.
Im Januar 2024 kündigte das Shenzhen Institute of Information Technology eine Zusammenarbeit mit Inovance an. Ziel war die Einrichtung eines Programms zur Ausbildung leitender Ingenieure sowie eines technologischen Forschungsinstituts für Robotik.
Im April 2024 erklärte Zhu, das Unternehmen hoffe, innerhalb von fünf Jahren größere Wettbewerber wie ABB und Siemens herausfordern und unter die drei größten Unternehmen der Branche weltweit aufsteigen zu können. Er äußerte zudem die Ansicht, chinesische Automatisierungsunternehmen würden globale Lieferketten aufrechterhalten und diese gegen Protektionismus abschirmen, während sie versuchten, international zu expandieren.
Im Januar 2026 wurde berichtet, dass Inovance eine Zweitnotierung an der Börse Hongkong erwäge.
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