mini|Katholische Kirche St. Nikolaus in Geldern-Walbeck St. Nikolaus in Walbeck, einem Stadtteil von Geldern westlich von Duisburg, ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Maria Magdalena (Geldern). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Nikolaus und gehört zum Kreisdekanat Kleve im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist eine zweischiffige Pseudobasilika aus dem Mittelalter und hat 240 Sitzplätze.

Geschichte Der erste Sakralbau in Walbeck wurde vor 1064 von der Urpfarre St. Peter und Paul (Straelen) abgetrennt und erstmals 1255 als „parrochia ecclesie de Walbeche“ urkundlich erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten gab es viele Erweiterungen. 1667 verdrängte die Schutzherrschaft St. Nikolaus das bisherige Patrozinium St. Luzia. Das Gotteshaus war 1804 bis 1821 (im Zuge der napoleonischen Verwaltungsordnung) eine Filiale der Kantonskirche St. Maria Magdalena (Geldern) und danach wieder selbstständig. Nach Twisteden (1571) wurde St. Rochus (Lüllingen) 1957 abgepfarrt.

Baubeschreibung 1064 gab es in Walbeck ein kleines Gotteshaus, das 1329 stark erweitert werden musste und 1432 einen Turm bekam. Nach den Plänen der Architekten Max von Hausen und Ortwin Rawe (Münster) erfolgten 1968–74 mehrere Umgestaltungen sowie ein Sakristeianbau. 2015 wurde das Gebäude grundlegend renoviert.

Die Kirche ist ein zweischiffiger Bau der Backsteingotik mit einem Kreuzrippengewölbe unter einem Satteldach. Der Chor mit Fünfachtelschluss liegt im Osten und der Fassadenturm im Westen hat ein Helmdach. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk und Dächern aus Naturschiefer. Direkt daneben steht die gotische Kapelle St. Luzia, die 1500–16 gebaut sowie 1966–70 und 1992 restauriert wurde.

Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören die Altentagesstätte (mit Bücherei) von 1625, das Pfarrhaus von 1926, die Kaplanei von 1964, das Schwesternhaus von 1964, der Kindergarten von 1970 und das Pfarrheim von 1975. St. Nikolaus steht mit der Denkmalnummer GE10029 in der Liste der Baudenkmäler in Geldern.

Strukturentwicklungen Am 26. August 2007 fusionierten die Pfarreien St. Nikolaus (Walbeck) und St. Maria Magdalena sowie fünf weitere Gemeinden der Region Geldern zur neuen Großpfarrei St. Maria Magdalena, sodass St. Nikolaus seitdem nur noch eine Filialkirche dieser Gemeinde ist.

Am 1. Januar 2024 schlossen sich im Kreisdekanat Kleve die Pfarreien St. Maria Magdalena (Geldern), St. Anna Issum (Sevelen), St. Dionysius (Kerken), St. Martinus (Rheurdt), St. Peter und Paul (Straelen) und St. Marien (Wachtendonk) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Gelderland“.

Glocken St. Nikolaus in Walbeck besitzt im Fassadenturm die folgenden fünf Kirchenglocken sowie eine noch ältere sechste Glocke in der Friedhofskapelle:

Glocke 1: Schlagton: c1; Ø 191 cm; Material: Stahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1949 Glocke 2: Schlagton: es1; Ø 161 cm; Material: Stahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1949 Glocke 3: Schlagton: f1; Ø 140 cm; Material: Stahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1949 Glocke 4: Schlagton: as1; Ø 120 cm; Material: Stahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1949 Glocke 5: Schlagton: fis1; Ø 117 cm; Material: Bronze; Gießerei: Alexius & Henricus Petit (Gescher); Gussjahr: 1772 Glocke 6: Schlagton: fis1; Ø 101 cm; Material: Bronze; Gießerei: Nicolas und Michael Brochart (Metz); Gussjahr: 1630.

Orgel 1752 schuf der Orgelbauer Henricus Titz sen. (Korschenbroich) ein Instrument für das niederländische Kreuzherrenkloster Venlo. Diese Pfeifenorgel wurde 1803 vom Johann Henricus Titz jun. (Grefrath) im Gotteshaus St. Nikolaus in Walbeck aufgestellt. Der Orgelbauer Pieter Frans van Dinter (Tegelen/NL) führte 1820 größere Reparaturen durch. Unter Verwendung des Orgelprospekts von 1752 erstellte die Firma Franz Breil (Dorsten) 1930 eine Orgel mit 23 Registern und elektropneumatischen Kegelladen. Der Orgelneubau von 1993 mit 29 Registern und mechanischen Trakturen sowie mit zwei Manualen und Pedal stammte von der Manufacture d’Orgues Muhleisen (Straßburg).

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks

Website von St. Nikolaus (Walbeck) Website vom Kreisdekanat Kleve

Einzelnachweise

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