mini|Budapest Quartett mit Stephan Ipolyi (Viola), Emil Hauser (Violine), Alfred Indig (Violine), Harry Son (Cello) (1919) Emil Hauser (; geboren als Emmanuel Hauser 17. Mai 1893 in Budapest, Österreich-Ungarn; gestorben 27. Januar 1978 in Jerusalem) war ein ungarisch-israelischer Violinist, Musikpädagoge und Konservatoriumsleiter.
Leben Emil Hauser war ein Sohn des Ignác Hauser und der Henriette Hauser, er hatte einen Bruder und eine Schwester. Hauser erlernte das Violinspiel, er beendete mit siebzehn Jahren die erste Ausbildung am Konservatorium Budapest und setzte sie bei Otakar Ševčík fort. Er wurde Zweiter Geiger des Rebner-Quartetts in Frankfurt am Main und begann am Dr. Hoch’s Konservatorium zu unterrichten. 1914 ging er zum Studium an die Musikakademie nach Wien und erhielt 1915 das Staatsdiplom. Von 1915 bis Ende 1917 leistete er Kriegsdienst.
Hauser war 1917 Mitgründer des Budapest Quartet und spielte in den nächsten Jahren die Erste Violine in mehr als 1300 Konzerten. Er heiratete die Dänin Olga Nienstædt (1902–1985), deren biologischer Vater der Polarforscher Ludvig Mylius-Erichsen (1872–1907) war. Die Tochter Jonna Henriette Hauser (1932–1983) wurde in Dänemark Musiklehrerin, der Sohn Michael Hauser (1930–2016) Musikdozent und Musikethnologe. Die Ehe wurde 1934 geschieden. Hauser war danach seit 1934 in zweiter Ehe verheiratet mit der Kinderärztin Helena Kagan (1889–1978), er war dadurch verschwägert mit der Politikerin Rachel Cohen-Kagan.
Hauser schied 1932 aus dem Budapest Quartett aus, reiste Ende des Jahres nach Palästina und schmiedete schon bald Pläne für einen längeren Aufenthalt. Binnen kurzem gründete er mit der Cellistin Thelma YellinThelma Yellin-Bentwich, bei jewishvirtuallibrary, Hanoch Jacoby und Wolfgang Alexander Schocken das Jerusalem Quartett, gewann die Gunst des musikbegeisterten britischen Hochkommissars Arthur Wauchope und gründete mit deren Unterstützung 1933 das Palestine Conservatory of Music in Jerusalem, das gleichwohl die ganze Zeit unter großen finanziellen Schwierigkeiten litt. Bis 1939 etablierte er neben der Musikschule eine Musikakademie für die Ausbildung von Berufsmusikern. Hauser fuhr mehrmals nach Europa, um Schüler zu prüfen, die sich für ein Studium an der Musikakademie beworben hatten, dafür hatte er mit der britischen Mandatsverwaltung ein Kontingent an Einreisevisa vereinbart. In Zusammenarbeit mit dem Palästinaamt der Jewish Agency rettete er damit etliche Menschen vor der nationalsozialistischen Judenverfolgung.Lühe, S. 173
Hauser trat im September 1939 eine Fundraisingreise in die USA an, bei der er Gelder zur finanziellen Stabilisierung des Palestine Conservatory und für den Bau eines eigenen Schulgebäudes sammeln wollte. In Jerusalem wurde er durch seine Frau Helena Kagan-Hauser vertreten. Bedingt durch den Kriegsausbruch kam er erst 1944 nach Palästina zurück. 1947 reiste das Ehepaar Hauser erneut zum Spendensammeln in USA. Helena Kagan-Hauser kehrte nach Palästina zurück und führte das 1947 von einem Lehrerstreik und dem nachfolgenden Weggang von Lehrern dezimierte Konservatorium, bis dieses in Wirren der israelischen Kulturpolitik 1953 aufgelöst wurde. Helena Kagan-Hauser erhielt 1975 einen Israel-Preis.
Hauser hingegen blieb in den USA und leitete bis 1959 eine Kammermusikklasse an der Juilliard School in New York City. Außerdem unterrichtete er vier Jahre in Zermatt die Schüler von Pablo Casals’ Meisterkursen. Danach, bis Mitte der 1960er Jahre, leitete er eine Kammermusikklasse am Bard College und scharte dann einen Kreis Schüler in Basel um sich. An Parkinson erkrankt kehrte er um 1970 nach Israel zurück.Lühe, S. 202
Schriften (Auswahl) Interpretation of Music for Ensemble. Annandale, 1952
Literatur Barbara von der Lühe: Die Emigration deutschsprachiger Musikschaffender in das britische Mandatsgebiet Palästina. Ihr Beitrag zur Entwicklung des israelischen Rundfunks, der Oper und Musikpädagogik seit 1933. Frankfurt am Main: Lang, 1999 Barbara von der Lühe: Die österreichische "Hauser Alija" 1938/39 und das Palestine Conservatoire in Jerusalem. In: Exil (Forschung, Erkenntnisse, Ergebnisse). 24,1 (2004), S. 43–55. Nat Brandt: Con brio. Four Russians called the Budapest String Quartet. New York: Oxford University Press, 1993 Armin A. Wallas (Hrsg.): Eugen Hoeflich. Tagebücher 1915 bis 1927. Wien: Böhlau, 1999, ISBN 3-205-99137-0, S. 379
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, Stand 2014
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