mini|Verlauf der Pipeline Die China-Zentralasien-Erdgaspipeline (auch Central Asia–China Gas Pipeline oder Turkmenistan-China-Gaspipeline) ist ein internationales Erdgaspipeline-System, das Erdgas aus Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan über Xinjiang in das chinesische Gasnetz einspeist. Die drei in Betrieb befindlichen Leitungen A, B und C bilden einen der wichtigsten Landkorridore für chinesische Erdgasimporte aus Zentralasien.

Geschichte Die Pipeline entstand aus langfristigen Energieabkommen zwischen China und den zentralasiatischen Gasproduzenten. Die ersten beiden parallelen Leitungen A und B wurden ab 2008 verlegt; Leitung A nahm im Dezember 2009 und Leitung B im Oktober 2010 den Betrieb auf. Leitung C verläuft parallel zu A und B und begann 2014 mit Lieferungen nach China. Die Baukosten der drei Leitungen lag bei 11 Milliarden US-Dollar, finanziert von der China Development Bank und der Bank of China. Partner in dem Projekt sind die Staatsunternehmen Uzbekneftegaz, KazMunayGas, Turkmengaz und die China National Petroleum Corporation und weitere Unternehmen aus den beteiligten Ländern.

Eine vierte Leitung, Linie D, wurde seit 2013/14 geplant und soll von Turkmenistan über Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan nach China führen. Das Projekt ist jedoch verzögert; Reuters nannte 2023 Preisverhandlungen, technische Schwierigkeiten bei der Erschließung des Gasfeld Galkynysch und die schwierige Gebirgstopographie als zentrale Gründe. Im Mai 2023 forderte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping die Beschleunigung der Arbeiten an Linie D. Im Januar 2026 gab das staatliche Unternehmen Turkmengaz bekannt, dass das Galkynysch-Gasfeld in sieben Phasen in Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China erschlossen werden solle, wobei die erste Phase bereits erfolgreich abgeschlossen worden sei. Die vierte Phase, die 2026 beginnen soll, würde die Fertigstellung der Leitung D umfassen.China to Accelerate Extraction at Turkmenistan’s Giant Gas Field Caspian News

Wirtschaftliche und strategische Bedeutung Für China ist die Pipeline ein Instrument zur Diversifizierung seiner Gasimporte, da sie Lieferungen über Land ermöglicht und die Abhängigkeit von verflüssigtem Erdgas auf dem Seeweg verringert. 2023 war Zentralasien eine der drei Quellen chinesischer Pipelinegasimporte neben Russland und Myanmar. Dabei stehen die Projekte in Zentralasien auch in einem gewissen Konkurrenzverhältnis zu Projekten wie Kraft Sibiriens 2, welche russische Erdgasexporte von Europa in den Fernen Osten umleiten sollen.

Für Turkmenistan wurde China durch die Pipeline zum wichtigsten Absatzmarkt für Erdgas. Das Oxford Institute for Energy Studies stellte 2019 fest, dass Lieferungen von rund 30 bis 35 Milliarden Kubikmetern pro Jahr nach China die früher dominierenden Exporte nach Russland als Grundlage des turkmenischen Gasgeschäfts ersetzt hatten. Der Großteil der turkmenischen Gasexporte geht inzwischen nach China, wobei die Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden soll. Dies steht auch mit der vertieften Präsenz Chinas in Zentralasien im Rahmen der neuen Seidenstraße im Zusammenhang.

Technische Daten Die Leitungen A und B beginnen an der turkmenisch-usbekischen Grenze, verlaufen durch Usbekistan und Kasachstan und erreichen China bei Khorgos in Xinjiang. Beide Leitungen sind jeweils rund 1.833 Kilometer lang und verfügen zusammen über eine jährliche Transportkapazität von 30 Milliarden Kubikmetern. Leitung C ist ebenfalls parallel zu A und B gebaut, nahm 2014 den Betrieb auf und hat eine Auslegungskapazität von 25 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Die drei bestehenden Leitungen erreichen damit zusammen eine Nennkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr, die mit Leitung D auf 85 Milliarden gesteigert werden soll. LeitungStatusLängeKapazitätVerlaufAin Betrieb seit 2009ca. 1.833 kmzusammen mit B 30 Mrd. m³/JahrTurkmenistan/Usbekistan – Usbekistan – Kasachstan – KhorgosBin Betrieb seit 2010ca. 1.833 kmzusammen mit A 30 Mrd. m³/JahrTurkmenistan/Usbekistan – Usbekistan – Kasachstan – KhorgosCin Betrieb seit 2014parallel zu A und B25 Mrd. m³/JahrTurkmenistan/Usbekistan – Usbekistan – Kasachstan – XinjiangDgeplant bzw. verzögertca. 966 km30 Mrd. m³/JahrTurkmenistan – Usbekistan – Tadschikistan – Kirgisistan – China Quelle:

Einzelnachweise

Kategorie:Erdgaspipeline Kategorie:Energiewirtschaft (Volksrepublik China) Kategorie:Energiewirtschaft (Usbekistan) Kategorie:Energiewirtschaft (Kasachstan) Kategorie:Energiewirtschaft (Turkmenistan) Kategorie:Erbaut 2009 Kategorie:Versorgungsbauwerk in Usbekistan Kategorie:Versorgungsbauwerk in der Volksrepublik China Kategorie:Versorgungsbauwerk in Asien