Wittmoor ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil KribbeAuflistung als Gemeindeteil von Karstädt im Kommunalverzeichnis Brandenburg; abgerufen am 14. Mai 2026 der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg.

Geographische Lage Wittmoor liegt etwa 5,6 km nordwestlich von Karstädt entfernt. Der Ort gehört zur naturräumlichen Einheit der Prignitz. Die Umgebung ist durch flachwellige Niederungs- und Ackerlandschaften geprägt. Nachbarorte sind im Uhrzeigersinn von Norden aus Kribbe, Neuhof, Karstädt und Dallmin. Durch den Ort führt die Straße Viktorshöh, die eine Verbindung mit der westlich verlaufenden L 131 herstellt. Die umgebenden Flächen werden vorzugsweise landwirtschaftlich genutzt und im Norden durch den Graben I/68 entwässert. Im Südwesten befindet sich das Waldgebiet Holzpläne, im Südosten das Waldgebiet Teufelsgrund. Die Höhenlage beträgt rund .Wittmoor, Brandenburgviewer, abgerufen am 25. Mai 2026.

Das Gutsareal Dallminer Wiedmoor lag als Wüstung südöstlich von Dallmin. Etwa 2,5 km westlich davon befindet sich die Fundstelle Dreiteichengrund östlich des Waldes an der Straße Karstädt–Dallmin, bei der es sich vermutlich um eine jungslawisch-frühmittelalterliche Siedlung des 11. bis 12. Jahrhunderts sowie späterer Zeit handelt.Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (= Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 976

Geschichte und Etymologie Etymologie Der Ort wurde erstmals 1581 als Witmohr urkundlich erwähnt und erschien 1584 als Wietmohr. Es ist unklar, ob im Mittelalter bereits ein Dorf bestanden hat. Der Name leitet sich aus dem Mittelniederdeutschen ab und bedeutet „Weißes Moor“Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 183, ISBN 3-937233-17-2.. Fischer weist darauf hin, dass Moore im Herbst durch die Samenstände von Gras- und Schilfarten eine weiße Färbung annehmen können.

16. und 17. Jahrhundert Für Wittmoor ist im Mittelalter keine eindeutige urkundliche Erwähnung als Dorf belegt. Im Jahr 1581 besaß die Kirche zu Strehlen zwei Stück Land in der Flur von Wittmoor. 1584 wird ein Kamp mit der Bezeichnung Wittmoor genannt, der aus 60 Stücken Land bestand.

Für das 17. Jahrhundert liegen keine konkreten Angaben zur Siedlungsentwicklung vor. Angesichts der regionalen Verhältnisse ist jedoch davon auszugehen, dass auch Wittmoor von den Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs betroffen war, der vielerorts zu Bevölkerungsverlusten und Verwüstungen führte.

18. und 19. Jahrhundert Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts tritt Wittmoor wieder deutlicher in Erscheinung: 1799 wird ein Vorwerk erwähnt, das auf eine gutsherrliche Nutzung des Areals hinweist.

1817 bestand das Vorwerk weiterhin. 1846 werden drei Häuser genannt, während 1860 zwei Wohngebäude und sieben Wirtschaftsgebäude vorhanden waren. Für dasselbe Jahr ist eine Flächengröße von 1202 Morgen überliefert, darunter ein Morgen Gehöfte, ein Morgen Gartenland, 900 Morgen Ackerland sowie 300 Morgen Wald. Die Angaben zeigen die klare agrarische Prägung der Siedlung als Gutsstandort.Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (=Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 977

20. Jahrhundert Wittmoor gehörte ursprünglich zum Gutsbezirk Dallmin im Kreis Westprignitz. Der Gutsbezirk Dallmin wurde am 30. September 1928 in die Gemeinde Dallmin eingegliedert.Amtsblatt der Regierung Potsdam 1928, S. 305 1933 wurde das ehemalige Gut aufgesiedelt und Wittmoor im selben Jahr der Gemeinde Kribbe zugeordnet.

1960 entstanden zwei LPG vom Typ I, Goldene Ähre und Vereinte Kraft, die noch im selben Jahr zur LPG Goldene Ähre mit 24 Mitgliedern und 132,67 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche zusammengeschlossen wurden. 1968 erfolgte der Anschluss dieser LPG an die LPG Frohes Schaffen in Kribbe. 1964 und erneut 1995 wird Wittmoor als Ortsteil von Kribbe geführt.

Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung in Wittmoor von 1817 bis 1991 Jahr 1817 1837 1858 1871 1925 1991 Einwohner 22 24 32 44 48 47

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Karstädt (Prignitz) Kategorie:Ort im Landkreis Prignitz Kategorie:Ersterwähnung 1581