Die Medienunternehmen in Dänemark umfassen öffentlich-rechtliche und private Akteure in den Bereichen Fernsehen, Radio, Printmedien und Online-Medien. Dänemark gilt mit rund 5,9 Millionen Einwohnern als einer der weltweit medienpluralsten Staaten.EurOMo (2025): Denmark. Country report 2025. DOI:10.25598/EurOMo/2025/DK. Roskilde University. Online: media-ownership.eu

Im World Press Freedom Index belegt Dänemark 2026 Platz 4 von 180 Ländern.RSF: Länderprofil Dänemark. Online: rsf.org

Überblick und Marktstruktur

Der dänische Medienmarkt ist durch einen starken öffentlich-rechtlichen Sektor (DR), einen dualen Fernsehmarkt (TV 2 als öffentlich-kommerzieller Sender) und durch zwei dominante Privatverlage (JP/Politikens Hus und Berlingske Media, letztere 2024 von Amedia übernommen) geprägt. Besonderheit: Ende 2024 übernahm das norwegische Medienunternehmen Amedia die Berlingske Media-Gruppe, was die nordische Medienkonsolidierung weiter vorantrieb.

Geschichte

Das dänische Radio begann 1925 mit Statsradiofonien (Vorgänger von DR); das Fernsehen nahm 1951 seinen Betrieb auf. TV 2 wurde 1988 als öffentlich-kommerziell finanzierter Sender gegründet. Die 1990er-Jahre brachten Privatfernseh-Expansion; der Printmarkt wurde durch Digitalisierung und Auflagenverluste ab den 2000er-Jahren konsolidiert.

Öffentlich-rechtliche Medien

DR – Danmarks Radio

DR (Danmarks Radio) ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk Dänemarks und Mitglied der EBU. Sie betreibt DR1, DR2 und weitere Spartenkanäle (DR3, DR Ramasjang für Kinder) sowie DRTV (Streaming) und mehrere Radioprogramme. DR ist EBU-Mitglied; Finanzierung: staatliche Medienlizenzgebühr.DR: Om DR. Online: dr.dk

TV 2

TV 2 ist ein öffentlich-kommerziell finanzierter Sender im staatlichen Eigentum und betreibt TV 2 (Hauptprogramm), TV 2 Zulu, TV 2 Film und weitere Spartenkanäle sowie TV 2 Play (Streaming). TV 2 finanziert sich durch Werbeeinnahmen und Abonnements.

Private Medienlandschaft

JP/Politikens Hus

JP/Politikens Hus ist die größte dänische Mediengruppe und verlegt Politiken, Jyllands-Posten (bekannt durch die Mohammed-Karikaturen-Kontroverse 2005) und Ekstra Bladet sowie mehrere Regionalzeitungen. Die Gruppe steht im gemischten Besitz von Stiftungen und Familienanteilen.

Berlingske Media (Amedia-Gruppe)

Berlingske Media verlegt Berlingske (älteste noch erscheinende dänische Zeitung, gegr. 1749), BT und weitere Titel. Seit 2024 gehört Berlingske Media vollständig zur norwegischen Amedia-Gruppe (Eigentümer: Amedia-Stiftung). In Oktober 2025 schlossen Amedia und Berlingske Media ein Kreuzbeteiligungsabkommen mit dem dänischen Medienunternehmen JFM.

Aller Media

Aller Media ist der führende dänische Zeitschriftenverlag und auch in Schweden, Norwegen und Finnland aktiv. Das Familienunternehmen verlegt Wochenzeitschriften und Unterhaltungsmedien.

Regulierung

Die Medienunionskommission (Radio- og tv-nævnet / Mediemyndighed) ist die zuständige Regulierungsbehörde. Dänemark hat ein Medienverbreitungsgesetz (Medieansvarsloven), das auch Online-Nachrichtenanbieter einbezieht.Danmarks Mediestyrelse. Online: mediestyrelsen.dk Siehe auch Listen von Medienunternehmen nach Staat

Literatur Euromedia Ownership Monitor (EurOMo, 2025): Denmark. Country report 2025. DOI:10.25598/EurOMo/2025/DK Reuters Institute (2025): Digital News Report 2025 – Denmark.

Weblinks

EurOMo – Länderbericht Dänemark 2025 RSF – Länderprofil Dänemark Danmarks Mediestyrelse – nationaler Medienregulator

Einzelnachweise

Kategorie:Medienunternehmen (Dänemark) Danemark