mini|Übersichtskarte mit den Kirchen auf Murano mini|Jacopo de’ Barbari: Murano (Ausschnitt aus seiner Luftansicht Venedigs, entstanden um 1500) San Jacopo Maggiore, auch San Giacomo di Galizia, hieß ein Komplex aus Kirche nebst Kloster im Südosten der venezianischen Insel Murano, genauer auf der Insel Navagero. Schon im 13. Jahrhundert bestand eine Filialkirche S. Andrea, dann ein Kloster. Letzteres stand um 1330 leer, die Mönche wurden durch Nonnen ersetzt. Doch blieb das Kloster eines der ärmeren Venedigs und wurde noch zur Zeit der Republik Venedig aufgegeben und schließlich abgerissen.
Geschichte Es ist unbekannt, wann das Kloster nebst der Kirche gegründet wurde. Die erste Erwähnung erfolgt in einem Testament vom 29. Juli 1324. Darin hinterlässt ein D. Lena Valla aus der Gemeinde S. Maffio seinen Töchtern Maria und Catterina ein Haus in der Nähe des Klosters San Jacopo. Zu dieser Zeit waren dort Augustinereremiten.
Allerdings stand um 1330 das Kloster leer. Der Bischof von Torcello, Barolammeo de Paschalibus (de’ Pascali oder Pasquali, ein Bolognese), wollte daraus ein Nonnenkloster machen. Die Priorin des Klosters, die den letzten Prior namens Domenico ablöste, kam aus dem Kloster Santa Maria degli Angeli und hieß Gaudenzia. Die Augustinerregel wurde beibehalten, nur dass Frauen in dem Kloster eine Gemeinschaft bildeten.
Domenico de’Domenici, gleichfalls Bischof von Torcello, setzte 1478 eine Klosterreform durch, wofür Maria Emo, Nonne des Klosters Santa Caterina, die Observanz durchsetzte. Sowohl unter Gaudenzia als auch unter Emo, die Priorin auf Lebenszeit wurde, kam es zu Umbaumaßnahmen, 1494 veranlasste der Senat einen radikalen Umbau, 1504 befreite er die Nonnen vom Zehnten. Deren Zahl war, wie der Beschluss des Senats vom 22. April 1504 vermerkt, seit der Reformierung von acht oder zehn bis zur Reform auf achtzehn, dann auf dreißig angewachsen.Emmanuele Antonio Cicogna: Delle Inscrizioni Veneziane, Bd. 6, Tipografia Andreola, Venedig 1853, S. 420. Mittels Indulgenzen sollte das verarmte Kloster wieder zu mehr Zuwendungen kommen.
Mitte des 16. Jahrhunderts kam es zu einer weiteren Restaurierung, um die sich ein Andrea Boldù verdient machte. Am 8. August 1694 wurde ein neuer Hochaltar errichtet, dessen Preis, 875 Lire, überliefert ist. Noch vor dem Ende der Republik Venedig im Jahr 1797 musste das Kloster aufgegeben werden. Die verbliebenen Frauen gingen nach Santa Maria degli Angeli. Noch vor 1807–1808 erwarb ein englischer Konsul die verbliebenen Kunstschätze und wohl auch die Inschriften, wie Cicogna schreibt, der bei seinem Besuch keine Inschrift mehr von ihnen vorfand.
Literatur Emmanuele Antonio Cicogna: Delle Inscrizioni Veneziane, Bd. 6, Tipografia Andreola, Venedig 1853, S. 415–424. (Digitalisat) Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 646 f. (Digitalisat) Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil III,1, Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1791, S. 56. („S Jacopo“). (Digitalisat)
Siehe auch Liste der Bischöfe von Torcello
Anmerkungen
Jacopo Maggiore Kategorie:Kirche auf Murano Kategorie:Murano Murano