Friedrun Roswitha Hau (* 1941 in Dortmund), geborene Friedrun Roswitha Müller, zeitweise auch Friedrun Roswitha Hau-Müller, ist eine deutsche Medizinhistorikerin. Sie war außerplanmäßige Professorin für Geschichte der Medizin an der Universität Bonn und arbeitete vor allem zur Medizin in der mittelalterlichen islamischen Welt.

Leben und Wirken Hau studierte Islamwissenschaft mit Arabisch, Persisch und Türkisch sowie Semitistik mit Hebräisch.Contributors to this Issue. In: Acta Academiae Internationalis Historiae Medicinae. Band 18, 1978, S. 397 (online). Sie habilitierte sich 1981 in Bonn. Ihre Antrittsvorlesung vom 20. Januar 1981 behandelte die Rezeption der griechischen Heilkunst durch die arabische Medizin.Kurze Hinweise. In: Gesnerus. Band 38, 1981, S. 275 (online).

Am Medizinhistorischen Institut der Universität Bonn befasste sie sich mit der Geschichte der arabischen Medizin, Medizin im islamischen Mittelalter, Medizinethik, Pharmakognosie und dem Zād al-musāfir des Ibn al-Dschazzar.Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Medizinhistorisches Institut: Chronik 1988. Bonn 1988, S. 3–4 (online). In der Lehre behandelte sie unter anderem Krankheitslehre in der arabischen Medizin des Mittelalters, die Lektüre arabischer medizinischer Texte und arabische Arztphilosophen.Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Medizinhistorisches Institut: Chronik 1988. Bonn 1988, S. 8 (online).

Mit Ablauf des Monats März 2006 trat Hau in den Ruhestand.Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn: Chronik des Akademischen Jahres 2005/2006. Bonn 2006, S. 107 (online).

Forschung Hau veröffentlichte zur arabischen Medizin des Mittelalters, zur griechisch-arabischen medizinischen Überlieferung, zur ärztlichen Ausbildung im islamischen Mittelalter und zur Arzneimittelgeschichte. In ihren Arbeiten behandelte sie unter anderem ar-Rāzīs Gutachten über Rosenschnupfen, Gondeschapur als medizinisches Zentrum, den medizinischen Unterricht im islamischen Mittelalter und die Überlieferung antiker Medizin in arabischen, persischen, hebräischen und lateinischen Zusammenhängen.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war Ibn al-Dschazzar. Ihre 1991 erschienene Untersuchung zu den Magenkrankheiten im vierten Buch des Zād al-musāfir ging aus ihrer Bonner Habilitationsschrift hervor. Daneben verfasste Hau zahlreiche Beiträge für die Enzyklopädie Medizingeschichte, besonders zu arabischen Ärzten, zur islamischen Medizin und zu Begriffen wie Kauterisation.

Schriften (Auswahl) Razis Gutachten über Rosenschnupfen. In: Medizinhistorisches Journal. Band 10, 1975, S. 94–102. Taqrīr al-Rāzī ḥawl al-zukām al-muzmin ʿinda tafattuḥ al-ward. In: Journal for the History of Arabic Science. Band 1, 1977, S. 57–61. Die Bildung des Arztes im islamischen Mittelalter. In: Clio Medica. Band 13, 1978, S. 95–124 und 175–200; Band 14, 1979, S. 7–33. Gondeschapur. Eine Medizinschule aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. In: Gesnerus. Band 36, 1979, S. 98–115. mit Gundolf Keil und Charlotte Schubert (Hrsg.): „Istorgia dalla Madaschegna“. Festschrift für Nikolaus Mani. Pattensen bei Hannover 1985, ISBN 3-921456-69-X. Die Behandlung der Magenkrankheiten aus dem 4. Buch des „Zâd al-musâfir“ („Viaticum“) des Ibn al-Ğazzâr (10. Jh.). Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 41), ISBN 3-88479-603-8. Paracelsus im Vorderen Orient. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 12, 1994, S. 183–184. Heil-Kunst im Islam während des Mittelalters. In: Hans-Joachim Klimkeit (Hrsg.): Heil und Heilung in den Religionen. Harrassowitz, Wiesbaden 1995, S. 21 ff.

Lexikonartikel Beiträge in Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, darunter:

Einzelnachweise

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