Das Ostseebad Baabe ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Sitz des Amtes Mönchgut-Granitz, dem weitere fünf Gemeinden angehören.

Geografie miniatur|links|Baabe aus der Luft

Das Ostseebad Baabe, ein Kurort im Südosten der Ostsee-Insel Rügen, liegt zwischen den Ostseebädern Sellin und Göhren auf der Halbinsel Mönchgut. Der Ort liegt am Mönchgraben, jener historischen Grenze, die die Halbinsel Mönchgut vom Rest der Insel Rügen trennt, zwischen der Ostsee und der Baaber Beek (Verbindungsgraben zwischen Selliner See und Having) und den Wäldern der Baaber Heide.

Baabe und Sellin bilden für ihre Umgebung ein gemeinsames Grundzentrum. – zentralörtliche Gliederung mit Ober-, Mittel- und Grundzentren, abgerufen am 12. Juli 2015

Geschichte miniatur|links|Tor zum Mönchgut, Baabe liegt am Mönchgraben Der Küstensiedlungsplatz Baabe wurde im Zuge des Neubaus eines Schutzdeiches untersucht. 1252 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Von einer deutlich älteren Siedlungsgeschichte zeugt jedoch das zerstörte Großsteingrab Spukbusch westlich des Orts. Baabe befand sich, wie die gesamte Halbinsel Mönchgut, bis 1535 im Besitz des Zisterzienserklosters Eldena bei Greifswald. Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts bestand Baabe nur aus einem Bauernhof mit mehreren Büdner- und Häuslerstellen.

Der Ort war bis 1326 Teil des Fürstentums Rügen und danach des Herzogtums Pommern. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde Rügen und somit auch das Gebiet von Baabe ein Teil von Schwedisch-Pommern. Der mittelalterliche Mönchgraben, eine Landwehr zwischen Baabe und Sellin, wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg und in den nachfolgenden Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts von den Schweden in ihr Verteidigungssystem aufgenommen und durch separate Schanzen nördlich des Grabens verstärkt.

1815 kam Baabe als Teil von Neuvorpommern zur preußischen Provinz Pommern. Von 1818 bis 1952 gehörte Baabe zum Kreis/Landkreis Rügen.

Baabe beherbergt seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Badegäste. 1895/96 entstand ein einfaches Bad mit Badesteg. Fischerei und Landwirtschaft waren aber lange noch der Haupterwerbszweig der Bevölkerung. 1913 wurde ein großes Herren-, Damen- und Familienbad errichtet. Von 1920 bis 1927 entstand die heute den Ort prägende Allee zum Ostseestrand. Gemeindevorsteher von 1919 bis 1926 war der Sozialdemokrat Albert Thormann. 1923 wurde eine kleine Seebrücke gebaut, die jedoch bald vom Seegang wieder zerstört wurde. In dieser Zeit hatte Baabe etwa 500 Einwohner. Jährlich besuchten 3000 bis 4000 Badegäste den Ort. Die Freiwillige Feuerwehr des Orts wurde 1925 gegründet. Im gleichen Jahr entstand das Gebäude der Gemeinde- und Kurverwaltung in der Strandstraße 2 sowie der Waldfriedhof. 1929/30 wurde die Dorfkirche Baabe gebaut.

miniatur|Rasender Roland bei der Einfahrt nach Baabe Von 1932 bis 1934 wurde neben einer neuen Badeanstalt eine 200 m lange Seebrücke errichtet, die jedoch 1942 durch Eisgang zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde. Ab 1941 war Baabe bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein Ziel der Kinderlandverschickung.

1953 wurde von den staatlichen Organen auch in Baabe die „Aktion Rose“ durchgeführt. Diese zielte auf die Enteignung privater Hotel- und Pensionsbesitzer ab und veränderte für fast 40 Jahre die Eigentumsstruktur grundlegend.

1956 errichtete und belegte die Verwaltung der Leipziger Kinderheime ein Betriebs-Ferienlager für die Kinder ihrer Betriebsangehörigen.Facebook-Eintrag

Nach der politischen Wende von 1989 wurden das Ortserscheinungsbild und die Gebäudesubstanz vieler Häuser grundlegend verbessert. 2008 wurde ein Gedenkstein für den ehemaligen, 1952 im Gefängnis in Bautzen umgekommenen Gemeindevorsteher Albert Thormann enthüllt.

Von 1952 bis 1955 war Baabe dem Kreis Putbus zugehörig. Die Gemeinde gehörte danach bis 1990 zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock und wurde im selben Jahr Teil des Landkreises Rügen des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 764 1995 776 2000 892 2005 914 2010 837 2015 883 Jahr Einwohner 2020 954 2021 939 2022 898 2023 921 2024 957

Stand: 31. Dezember des jeweiligen JahresStatistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Statistischer Bericht. Bevölkerungsstand. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung besteht aus acht ehrenamtlichen Mitgliedern und dem Bürgermeisterwww.amt-moenchgut.de. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024:

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Bürger für Baabe (BfB) – – 47,3 % 4 Bürgerbewegung Baabe (BBB) 32,6 % 3 32,5 % 2 CDU 47,7 % 4 20,2 % 2 Wählergemeinschaft Baabe (WB) 15,6 % 1 – – SPD 4,1 % – – – Insgesamt 100 % 8 100 % 8 Wahlbeteiligung 64,7 % 67,8 %

Bürgermeister Bürgermeister der Gemeinde ist Hartwig Diwisch (Bürger für Baabe). Er wurde 2019 ohne Gegenkandidat mit 89,1 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 Bei der Wahl am 9. Juni 2024 wurde er mit 84,6 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.

Wappen Das Wappen der Gemeinde wurde unter der Nr. 355 in der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: In Blau auf einem in zwei Reihen von Rot und Silber geschachten Wellenschildfuß ein riemenloses silbernes Wikingerboot mit Segel.§ 1 Abs. 2 der Hauptsatzung der Gemeinde Ostseebad Baabe (pdf; 324 kB).

Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche von Baabe mini|Hier in Baabe stellte Friedrich Wolf sein Werk Menetekel fertig. → Siehe auch Liste der Baudenkmale in Baabe Aussichtspunkt Baaber Bollwerk mit der Fähre Moritzdorf Reetgedeckte Häuser Mönchguter Küstenfischermuseum Dorfkirche Baabe von 1930 Gaststätte Inselparadies, denkmalgeschützter Bau von Ulrich Müther an der Strandpromenade Brautsteg 7, erinnert an den Aufenthalt von Friedrich Wolf in Baabe

Am nördlichen Ortsausgang verläuft der Mönchgraben, der Rest einer mittelalterlichen Landwehr. Der sagenumwobene Ritterstein liegt am östlichen Ufer des Selliner Sees.

Verkehr Durch Baabe führen die Bundesstraße 196 und die Schmalspurbahn Rasender Roland. Das Mönchgut-Tor überspannt die B 196 auf Höhe des Mönchgrabens.

Persönlichkeiten Ludwig Tessnow (1872–1939), Serienmörder, lebte in Baabe Albert Thormann (1878–1952), Kommunalpolitiker, 1919–1926 Gemeindevorsteher und Kurdirektor in Baabe Margit Werner (* 1951), Politikerin (PDS, FDP), Hotelbetreiberin in Baabe

Literatur Ingrid Walpusky: Erinnerungen an Baabe. Eine Familiengeschichte aus dem 20. Jahrhundert. Elmenhorst/Vorpommern: Edition Pommern 2015. ISBN 978-3-939680-28-4

Weblinks

Website der Kurverwaltung

Einzelnachweise

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