mini|Logo des Fleming Museum of Art.

Das Fleming Museum of Art, bis 2014 das Robert Hull Fleming Museum, ist das Kunstmuseum der University of Vermont in Burlington, Vermont. Es ging auf ältere Museumssammlungen zurück und wurde im Jahr 1931 eröffnet. Mit der Zeit entwickelte es sich vermehrt zu einem Kunstmuseum, so dass insbesondere die naturwissenschaftlichen Bestände an andere Institute der Universität abgegeben wurden. Die Sammlung des Museums umfasst rund 25.000 Objekte, womit es das größte Museum im Bundesstaat Vermont ist.

Geschichte Das Fleming Museum of Art geht auf Katherine Wolcott zurück, die 1929 aus Chicago nach Burlingtom kam, um als Erbin ihres Onkels Robert Hull Fleming ein Stipendium in dessen Namen einzurichten. Der erfolgreiche Getreidehändler gehörte zur Abschlussklasse 1862 der University of Vermont. Wolcott traf sich mit dem Präsidenten der Universität, Guy Bailey, der ihr die Idee des Baus eines Museumsgebäudes für die University of Vermont antrug. In der Folge spendete sie 150.000 US-Dollar für einen Museumsbau, der als Erinnerung an ihren Onkel dienen sollte. Weitere Mittel in Höhe von 100.000 Dollar kamen von James B. Wilbur aus Manchester, Vermont, der zudem seine Sammlung von Büchern und Dokumenten zur Geschichte der Universität stiftete. Damit war ein Gutteil der Baukosten von 300.000 Dollar gedeckt. Katherine Wolcott richtete zudem ein Endowment von 150.000 Dollar zugunsten des Museums ein.University of Vermont, Exzerpt aus Michael McQuillens Nominierung des Robert Hull Fleming Museums für das National Register of Historic Places, 1999, abgerufen am 13. Juni 2026.

Die Sammlung des University of Vermont ging auf das Jahr 1826 zurück, als die Gesellschaft College of Natural History eingerichtet wurde, deren Ziel „[…] der Erwerb und die Verbreitung von Wissen in jedem Bereich der Naturgeschichte, und das Zusammentragen von Büchern, Instrumenten und aller Materialien, die diesem Ziel dienen[.]“, war.University of Vermont, Exzerpt aus Michael McQuillens Nominierung des Robert Hull Fleming Museums für das National Register of Historic Places, 1999, abgerufen am 13. Juni 2026. Zitat im Original: „the acquisition and diffusion of knowledge in every department of natural history, and the accumulation of books, instruments and all materials which can advance these ends.“ Obwohl das College of Natural History anfangs von der University of Vermont unabhängig war, wurde dessen Sammlung im Old Mill Building auf dem University Green aufbewahrt. Zu den frühen Sammlungsobjekten gehörten unter anderem Fossilien, Vogelpräparate und eine Kanonenkugel, die ein Anwohner in seinem Garten gefunden hatte. In der Folge wuchs die eklketische Sammlung von zoologischen, geologischen und anthropologischen Objekten und wurde 1862 aus Platzgründen in die Torrey Hall verlegt. Im folgenden Jahrzehnt wurde das Gebäude um ein drittes Stockwerk erweitert, um eine Kunstgalerie zu beherbergen. In den späten 1920er-Jahren konnte Torrey Hall den Bedürfnissen der Sammlungen nicht mehr gerecht werden, weshalb der Bau eines neuen Museumsgebäudes angestrebt wurde.

Das Robert Hull Fleming Museum wurde 1931 erbaut und war Teil einer umfangreichen Expansion des Campus unter Universitätspräsident Bailey. Entworfen wurde das Gebäude von William Mitchell Kendall von dem bedeutenden Architekturbüro McKim, Mead and White aus New York City. Die Firma hatte zuvor bereits die Ira Allen Chapel im Jahr 1926 und Slade Hall 1928 für die University of Vermont geplant. Alle drei Gebäude teilten den Colonial Revival Style.

Das Robert Hull Fleming Museum war Teil des Museumsbooms in den USA in den 1920er-Jahren und folgte dem Trend einer zunehmenden Orientierung an den Bedürfnissen der Gemeinschaft. Bei seiner Eröffnung 1931 war das Museum eines der ersten, das einen Raum eigens für Kinder mit einem Aquarium und einem Diaprojektor umfasste. Über Jahrzehnte bot das Museum gratis Filmvorführungen, Vorlesungen sowie Tanz-, Malerei- und Keramikworkshops an. Kinder, welche die Veranstaltungsserie an Samstagen besuchten, wurden Teil der Juniorgilde. Für Schulen, deren Kinder nicht in das Museums selbst kommen konnten, führte das Robert Hull Fleming Museum ein Wanderausstellungsprogramm durch. In der Ausstellung Museum for the Blind präsentierte das Museum Objekte, die problemlos berührt werden konnten. Die lokalen Rotarier und der Lions Club finanzierten die Transportkosten für rund 500 Blinde in Vermont, die postalisch eingeladen worden waren. Dieses Bemühen um die Gemeinschaft schlug sich in den Besucherzahlen nieder. Mitte der 1930er-Jahre, als die Stadt Burlington rund 27.000 Einwohner hatte, zog das Museum zwischen 25.000 und 30.000 Besucher an.

Das Robert Hull Fleming Museum war in die Lehre der Universität eingebunden. Die Institute für Kunst und Kunstgeschichte gingen aus dem Museum hervor. In den 1950er-Jahren war der Direktor zugleich Leiter des kunsthistorischen Instituts. Seminare in Anthropologie nutzten Objekte aus der Sammlung als Unterrichtsmaterial. Im Verlauf der 1950er-Jahre entwickelte sich das Robert Hull Fleming Museum zunehmend zu einem Kunstmuseum. Das Konvolut von Dokumenten zur Universitätsgeschichte von James Wilbur sowie die Filmsammlung wurden an die Universitätsbibliothek übertragen. Weitere Objekte aus der Gründungssammlung, denen der Charakter eines Kuriositätenkabinetts zugeschrieben wurde, wurden an die entsprechenden Institute abgegeben, um Raum für Neuzugänge in der Sammlung zu schaffen.

Von 1982 bis 1985 wurde das Robert Hull Fleming Museum für 1,3 Millionen Dollar renoviert. Es wurde unter anderem ein System zur Klimakontrolle installiert sowie einen von Crissman and Solomon Associates, Inc. entworfenen Erweiterungsbau auf der Rückseite des Gebäudes, der die Eingangssituation neu ordnete.

Nach der Tötung von George Floyd durch einen weißen Polizisten Ende Mai 2020 setzte sich das Museum unter der langjährigen Direktorin Janie Cohen auf Betreiben der Mitarbeitenden mit dem kolonialen Erbe in der Sammlung auseinander. Für die Ausstellung Fleming Reimagined: Confronting Institutional Racism and Historical Oppression im September 2021 wählte das Team Objekte für die Präsentation aus, die diverse Identitäten und Perspektiven thematisierten. Wo Objekte aus der ständigen Ausstellung entfernt wurden, wurde dies mit erläuternden Texttafeln erklärt und sichtbar gemacht. Die afrikanische und ägyptische Abteilungen wurden geschlossen. Zugleich senkte das Museum seine Eintrittspreise, um eine Hürde für den Besuch abzusenken.Marlon Hyde, Fleming Reimagined: A University Museum's Journey to Decolonize Its Collection, in: Vermont Public, 1. Oktober 2021, abgerufen am 21. Juni 2026. Seit 2022 führt die Direktorin Sonja Lunde diese Linie weiter.Marlon Hyde, How a Burlington museum is decolonizing its collection, with help from new leadership, in: Vermont Public, 19. Februar 2023, abgerufen am 21. Juni 2026.

Architektur Der Architekt William Mitchell Kendall entwarf das Fleming Museum of Art im Colonial Revival Style mit roten Ziegeln, die mit weißem Holz gerahmt wurden, und Elementen wie Dreiecksgiebeln, Pilaster, Gebälk und Balustraden. Diese Gestaltung hatte das Museumsgebäude mit weiteren Universitätsgebäuden der Firma McKim, Mead, and White gemein. Es handelt sich um ein symmetrisches, rechteckiges Gebäude mit zwei Etagen. Im Zentrum des Gebäudes wurde ein zweigeschossiger, offener Marmorhof errichtet. Dieser ging auf Wolcott zurück, die vom Skulpturenhof des Isaac Delgado Art Museum in New Orleans inspiriert war. Sie fertigte eine Zeichnung dieses Raumes an, die sie 1928 Kendall zukommen ließ. Dieser hatte bereits einen ähnlichen Hof für das Cohen Memorial Fine Arts Building des George Peabody College for Teachers in Nashville entworfen. Für den Hof des Robert Hull Fleming Museums wurde Marmor aus Italien, Frankreich und Vermont für die Säulen, den Boden und die große Treppe verwendet.

Sammlung Die Sammlung des Fleming Museum of Art umfasst über 25.000 Werke der bildenden und dekorativen Künste sowie Ethnografika.Fleming Museum of Art, Collection, abgerufen am 21. Juni 2026. In der Sammlung sind unter anderem Edouard Manet, Henri Matisse, Albrecht Dürer, Pablo Picasso und Winslow Homer vertreten. Es handelt sich um die umfangreichste Sammlung im Bundesstaat Vermont.

Literatur Robert Hull Fleming Museum (Hrsg.), Checklist of the Paintings, Prints, and Drawings in the Collection of the Robert Hull Fleming Museum, Burlington, VT 1977. Robert Hull Fleming Museum (Hrsg.), Recent gifts and acquisitions, 1976-1980, Burlington, VT 1980.

Weblinks

Website des Fleming Museum of Art YouTube-Kanal des Museums This Place in History: UVM's Fleming Museum auf dem YouTube-Kanal der Vermont Historical Society

Einzelnachweise

Kategorie:Kunstmuseum in den Vereinigten Staaten Kategorie:University of Vermont Kategorie:Museumsgründung 1931