Aldeia Vila ist eine osttimoresische Aldeia im Suco Poetete Vila (Verwaltungsamt Ermera, Gemeinde Ermera).Direcção-Geral de Estatística: 2015 lebten in der Aldeia 2761 Menschen.Direcção-Geral de Estatística: .

Geographie Aldeia Vila bildet das südliche der beiden Territorien des Sucos Poetete Vila. Im Westen und Süden grenzt es an den Suco Samatrae, im Norden und Südosten an den Suco Leguimea und im Nordosten an den Suco Talimoro. Der kleine Buri folgt der Grenze im Südosten. Er gehört zum Flusssystem des Lóis.

Der Ort Ermera breitet sich über einen Großteil der Aldeia aus. Neben dem Sitz des Sucos befinden sich im Ort die Sekundärschule Escola Secundaria Katolik Imaculada Conçeição Ermera, das kommunale Gesundheitszentrum Ermera Lama, die Zentrale Primarschule (Escola Primaria Central EPC) Poetete Vila und die Zentralgrundschule (Escola Básica Central EBC). Die Pfarrkirche (Igreja Matriz) Imaculada Conceição stammt aus der portugiesischen Kolonialzeit. Ihr gegenüber steht am anderen Ende der Hauptstraße die Villa des ehemaligen Großgrundbesitzers. An der Straße findet freitags ein Markt statt.

Geschichte mini|links|Die nach dem Krieg zerstörte Kirche von Ermera (1946)

Während der Schlacht um Timor im Zweiten Weltkrieg war der Ort Ermera der einzige portugiesische Militärposten, der nicht von den Japanern erobert wurde. Stattdessen besetzte die Sparrow Force der Alliierten Ermera 1942 mehrmals. Die Kirche, der Militärposten und andere Gebäude wurden im Krieg zerstört.Australia War Memorial: ERMERA, PORTUGUESE TIMOR. 1946-01-26, abgerufen am 4. Februar 2024.

Anfang 1976 erreichten die indonesischen Invasionstruppen Ermera. Ein Teil der Bevölkerung floh aus Angst in die Berge. Nach der Eroberung von Samara (Verwaltungsamt Hatulia) am 24. April wurden 500 seiner Einwohner für die spätere Umsiedlung im Ort Ermera interniert. Aufgrund der fehlenden Nahrungsmittelversorgung in dem sogenannten Transit Camp litten die Menschen an Hunger. Das Camp bestand bis Ende 1979.„Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)

Die Distriktshauptstadt wurde in der Besatzungszeit von Ermera nach Gleno verlegt. Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus Ermera und dem Suco Ponilala von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer, das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Bestrafung gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum Arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Distriktshauptstadt Gleno 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurden nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, verhungerten Einwohner. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos wieder frei bewegen.

Am 10. April 1999 brannten indonesische Soldaten gemeinsam mit Darah-Merah-Milizionären dutzende Häuser im Ort Ermera nieder.

Politik 2023 wurde José Alves da Crus zum Chefe de Aldeia gewählt.Gemeinde Ermera: POSTO ADMINISTRATIVO ERMERA, abgerufen am 9. Mai 2026.

Einzelnachweise

Kategorie:Aldeia in Ermera (Verwaltungsamt)