mini|Peter Burian, Barcelona Peter Burian (* 16. Februar 1951 in Wien, Alsergrund) ist ein österreichischer Chorleiter, Dirigent und Komponist.

Leben Peter Ferdinand Burian ist ein Sohn der in Maria Enzersdorf geborenen Lehrerin Hildegard Sagl, vereh. Burian (1924–2014), und dem Architekten Dipl. Ing. Karl Burian (1920–1995), der aus Salzburg stammte. Er wuchs anfangs in Maria Enzersdorf auf, später dann gemeinsam mit seinem Bruder Rainer Burian (* 1954) in Wien-Mariahilf. Er besuchte das Realgymnasium für Studierende der Musik im 9. Bezirk, wo er 1970 maturierte. Seine ersten Klavierlehrer waren Roland Raupenstrauch (1903–1991) und Wilhelm Hübner (1911–1989).

Nach dem Präsenzdienst belegte er an der Musikhochschule Wien Musikpädagogik und an der Universität Wien Anglistik. Seine Lehramtsprüfung absolvierte er im Jahr 1975 mit Erfolg. Außerdem schloss er ein Instrumentalstudium in Klavier (bei Prof. Gertrude Kautzky, Lehrbefähigungsprüfung 1978 mit Auszeichnung) und Gesang (bei Prof. Hofbauer,o.Univ.-Prof. Mag. Kurt Hofbauer (* 18. Juni 1929 in Wien; † 10. September 2019 ebenda) Lehrbefähigungsprüfung 1979) ab.

Karriere Seine erste Anstellung als Chorleiter erhielt Peter Burian im Jahr 1975 bei den Wiener Sängerknaben, die er bis 1979 dirigierte. Mit den Sängerknaben absolvierte er über 400 Konzerte, davon 65 in den USA und Kanada. Die Auftritte ernteten praktisch durchgehend positive Kritiken. 1979–1981 war er Assistent des Chordirektors und Leiter des Kinderchores am Nationaltheater Mannheim, 1981 wechselte er, als jüngster Chordirektor Deutschlands, ans Stadttheater Augsburg. Ab 1984 wurde er von Sir Colin Davis an die Royal Opera Covent Garden (London) berufen, wo er auch die Tourneen nach Tokio, Seoul und Athen (Herod-Atticus-Festival) begleitete. Er arbeitete dabei, neben Sir Georg Solti, auch mit Carlos Kleiber zusammen. 1987 ging er, auf Einladung Plácido Domingos, der damals künstlerisch Leiter an der Los Angeles Opera (Dorothy Chandler Pavilion) war, nach Los Angeles.

1988 hatte Peter Burian die Chance, als Chorleiter für den erkrankten Wiener Staatsopernchordirekor Helmuth Froschauer bei den Bregenzer Festspielen einzuspringen (Samson et Dalila, Hoffmanns Erzählungen). Durch die grandiose Leistung des Chores in Samson und Dalila wurden der designierte Staatsoperdirektor Eberhard Waechter und Gerard Mortier auf ihn aufmerksam. Waechter und Ioan Holender boten ihm die Position des Chordirektors an der Wiener Staatsoper ab 1991 an. Für die Zwischenzeit betraute ihn Gerard Motier 1988 mit dem Aufbau eines neuen Opern-Chores für die Flämische Oper, den er, im Rahmen einer großen Audition, aus den Sängern des Genter- und Antwerpener Chores bildete. Unter Burians Leitung erreichte der junge Chor internationales Niveau und beeindruckte das belgische Publikum bei zahlreichen Chorkonzerten. Außerdem dirigierte er gelegentlich das Flämische Symphonieorchester (z. B. bei der Messa per Rossini). 1990 leitete er die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor bei den Salzburger Festspielen. Mit dem Wiener Staatsopernchor trat er bei der Expo 92 in Sevilla und dem Israel-Festival in Jerusalem (1993) auf, das unter der künstlerischen Leitung von Omri Nitzan stand.

Ab 1995 begann Peter Burians freischaffende Karriere als Chorleiter: Hilversum: Niederländischer Rundfunkchor (Groot Omroepkoor) London: Philharmonia Chorus Johannesburg: Chor des Roodepoort-Theaters Prag: Prager Kammerchor

1997–2002 übernahm Peter Burian wieder den Opern-Chor der Flämischen Oper, auf Halbzeit-Basis, um anderen Tätigkeiten nachgehen zu können; wie den Opernchor des Gran Teatre del Liceu in Barcelona und das Johannesburg Philharmonic Orchestra in Südafrika als Gast zu leiten.

Weitere Stationen 2002–2008: Chef des Chœurs in Paris (Opéra Garnier und Opéra Bastille) 2007: für Seiji Ozawa: Gast-Chordirigent Tannhäuser (Tokyo Opera Nomori) und Pique Dame (Matsumoto Festival) 2008–2010: Teatro Real 2010–2013: Teatro Colón 2014–2015: Gran Teatre del Liceu

Peter Burian wirkt auch als Liedbegleiter, z. B. für Wolfgang Bankl bei der Winterreise in Moskau (1996), als Komponist und als Lehrer für Chorische Stimmbildung.

Auszeichnungen (Auswahl) 2008: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

Werke

Literatur

Österreichischer Bundestheaterverband, Bericht 1992/93. Österreichischer Bundestheaterverband, Bericht 1993/94.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Dirigent Kategorie:Chorleiter Kategorie:Komponist (Österreich) Kategorie:Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (1952) Kategorie:Absolvent der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1951 Kategorie:Mann