mini|alt=Eine Kriegsszene im Meer vor einer Felslandschaft, darüber Zeppeline; im Vordergrund ein U-Boot, dahinter kleinere Kampfschiffe. Der Text verweist auf Helgoland. Die Überschrift lautet „Ein Versteck der Banditen der Lüfte und der Meere“.|Le Miroir Nr. 75, „Ein Versteck der Banditen der Lüfte und der Meere“, Paul Carrey Le Miroir (Der Spiegel) war eine französische illustrierte Wochenzeitschrift, die 1910 zunächst als Beilage zum Le Petit Parisien gegründet wurde und ab Januar 1912 als eigenständige Zeitschrift erschien. Sie enthielt hauptsächlich aktuelle Fotografien. Im Juli 1920 wurde sie in Le Miroir des sports umbenannt; zu Beginn des Zweiten Weltkriegs erschien sie kurzzeitig erneut.

Geschichte Fotozeitschriften waren zu dieser Zeit in Frankreich bereits populär – 1898 waren La Vie illustrée und 1910 Excelsior erschienen. 1910 war Le Miroir zunächst als eine von verschiedenen Beilagen in der Ausgabe des Petit Parisien illustré erschienen, die am Wochenende zum Preis von 5 Centimes herauskam.

Erst ab 1912 wurde sie zu einer unabhängigen ZeitungSiehe Literaurliste Beurier 2007 Le Miroir geht auf die Initiative von Félix Juven zurück (der bereits hinter La Vie illustrée stand), in Zusammenarbeit mit Paul Dupuy, dem Eigentümer des Petit Parisien. Die Zeitung bestand aus einer Mischung aus Gesellschaftsnachrichten, Seiten zu Unterhaltung und Sport sowie Romanfortsetzungen; die vorherrschenden Illustrationen waren Reproduktionen von Fotografien, aber es arbeiteten auch zahlreiche Illustratoren mit. Von den etwa zwanzig Seiten waren in der Regel vier in Farbe. Ab März 1912 führte Le Miroir nicht mehr den Untertitel „(Sonntags-)Beilage mit Illustrationen des Petit Parisien“; das Erscheinen der eigenständigen Zeitung wurde in dieser Ausgabe angekündigt. Seine höchste Auflage erreichte der Miroir während des Ersten Weltkriegs, dem vorherrschenden Thema des Blattes.

1913 erschien Le Miroir in einer Auflage von 400.000 Exemplaren und lag damit auf dem Niveau des Petit Parisien. Vor August 1914 trug es manchmal den Untertitel „Le plus bel illustré français“ (Die schönste französische Illustrierte) und kostete im Durchschnitt 15 Centimes, wobei der Preis für eine 60-seitige Ausgabe bis zu 50 Centimes betragen konnte. In dieser Zeit waren einige Titelseiten mit Farbillustrationen versehen; ab Ende 1913 war dies nicht mehr der Fall. Das Verkaufsargument wurde nun die Fotografie.

Bereits im ersten Monat des Ersten Weltkriegs verkündet er auf seinem Titelblatt: „Le Miroir zahlt jeden Preis für fotografische Dokumente zum Krieg, die von besonderem Interesse sind“. Das Blatt zögerte nicht, Leichen von Soldaten zu zeigen, zum Beispiel auf der Titelseite vom 6. Dezember 1914 (ein Deutscher, der an einem Baum hängt) oder auf der vom 8. Oktober 1916 (ein unter Stroh entdecktes Massengrab mit erschossenen Zivilisten). Joëlle Beurier stellte fest, dass Le Miroir während dieses Krieges und fast ausschließlich in Europa als Medium diente, das der französischen Heimatfront eine realistische Sicht auf die herrschende Gewalt vermittelte. „Um den Krieg zu schildern, (muss man) seine Gewalt nachstellen. Es ist der Einsatz des visuellen Schocks als Ersatz für das erlebte Ereignis.“ Mithilfe des „Foto-Kämpfers“, dem Vorläufer des Fotojournalisten, gelang es ihm, die sensationellsten und bis dahin noch nie veröffentlichten Fotos des Krieges zu beschaffen und zu veröffentlichen.Siehe Literaturliste Beurier 2018, S. 93

1920, wurde aus Le Miroir Le Miroir des sports, ein ebenfalls ausschließlich aus Fotografien bestehendes Sportmagazin. Dessen Erscheinen endete 1939 und Le Miroir erschien bis 1941 erneut im gleichen Stil wie zu Zeiten des Ersten Weltkriegs. 1941 wurde die Illustrierte wieder in Le Miroir de sports umbenannt.

2007 wurde der Zeitschrift eine Ausstellung im Palais du Tau in Reims gewidmet.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Publikumszeitschrift Kategorie:Zeitung (Frankreich, Erscheinen eingestellt) Kategorie:Ersterscheinen 1912 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1920