mini|Holzstatue der Heiligen Agatha aus der Kirche Sontga Gada, um 1400 aus Arvenholz gefertigt Das Klostermuseum Disentis () ist ein Lokal- und kulturhistorisches Museum innerhalb der Benediktinerabtei Disentis in Disentis/Mustér, Graubünden, Schweiz. Die Ausstellung zeigt die 1300-jährige Geschichte des Klosters auf und gibt Einblick in die Geschichte, Kultur und Natur der Surselva.
Geschichte Das Sammeln gehört auch im Kloster zur Tradition. Die Sammelleidenschaft umfasste natürlich Bücher – den Grundstock der heutigen Klosterbibliothek –, aber auch viele andere religiöse und weltliche Gegenstände. Bedeutende Wissenschaftler aus der Gemeinschaft der Klosterbrüder waren Placidus a Spescha (1752–1833) und Karl Hager (1862–1918). Beide haben die Bergwelt der Surselva erkundet, und beiden ist in der Ausstellung des Museums auch eine Vitrine gewidmet.
Daneben gruben auf dem Klostergelände schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts Archäologen auf den Spuren nach den ältesten Kirchenbauten. Die vielen Tausend archäologischen Fundstücke wollte man schon 1906 als Grundlage für ein Klostermuseum verwenden. Schon 1909 waren die Funde in mehreren Vitrinen in einem ersten «Klostermuseum» ausgestellt. 1923 wurde die Ausstellung in einen grösseren Raum überführt, in dessen Zentrum ein Modell des mittelalterlichen Klosters stand.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts gehörte das Klostermuseum zu den bedeutenden Sammlungen von Bündner Kulturgut. Die Ausstellung wurde über die Zeit mit verschiedenen Schätzen aus dem Klosterarchiv und Kunststücken aus der Region ergänzt, darunter eine Holzschnitzerei «Maria mit dem Kind» aus Surcasti (um das Jahr 1200), die als eines der wichtigsten Objekte im Museum galt. Gerettet wurden auch verschiedene Textilien wie kirchliche Gewänder und vieles andere, was die Mönche in der Region fanden.
Betreut wurde das Museum während Jahrzehnten vom Historiker und Pater Iso Müller (1901–1987).
1992 konnte das Museum in neuen, grösseren Räumen wiedereröffnet werden. Die benachbarte Bibliothek wurde hingegen erst 1995 eingeweiht.
Sammlung und Ausstellung mini|Adular aus dem Val Cristallina in der Kristall- und Mineralienausstellung Ein Kernstück der Ausstellung sind Stücke aus der Geschichte des Klosters und archäologische Fundstücke vom Klostergelände. Neben der Klostergeschichte sind sakrale Kunst, christliche Volkskunst und Textilien weitere Themenbereiche: Liturgische Geräte, Gewänder und Textilien sowie christliche Statuen geben Einblick in die Glaubenswelt der Region.
Eine naturhistorische Abteilung erläutert die Fauna und Flora der Region und zeigt Kristalle und Mineralien aus den Bergen der Surselva. Sie widmet sich auch den Naturforschern unter den Mönchen am Kloster.
Eine Sonderausstellung zeigt russische und griechische Ikonen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.
Das Museum ist täglich geöffnet. Es befindet sich in Räumlichkeiten oberhalb der Marienkirche im Nordbereich des Klosters, die durch Umbauten der Kirche in den Jahren 1980 bis 1984 entstanden sind, indem das Kirchengewölbe umgenutzt wurde. Die kunsthistorische Ausstellung befindet sich direkt über der Marienkirche, die naturgeschichtliche Ausstellung eine Etage höher, darüber die Bibliothek.
Das Museum gehört zum Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Literatur
Siehe auch Liste der Kulturgüter in Disentis/Mustér
Weblinks
Museum auf der Website des Klosters Disentis
Einzelnachweise
Kategorie:Museum im Kanton Graubünden Museum Disentis Kategorie:Kulturgut von nationaler Bedeutung im Kanton Graubünden Kategorie:Museumsgründung 1909