Die Grottes de Combe-Nègre ([]), ()Eine Vielzahl französischer Höhlen trägt den Namen Combe-Nègre bzw. Combe Nègre; es sind Schreibweisen mit und ohne Bindestrich gebräuchlich. Zu dem Höhlensystem bei Frayssinet-le-Gélat finden sich, selbst in wissenschaftlichen Publikationen (im selben Artikel), beide Schreibweisen. sind ein horizontales Höhlensystem und eine archäologische Fundstelle in der Nähe der südfranzösischen Gemeinde Frayssinet-le-Gélat im Département Lot.

Die 2001 entdeckten jungpaläolithischen Höhlenmalereien werden der Frankokantabrischen Höhlenkunst zugerechnet.

Geographische Lage und Topographie Die Grottes de Combe-Nègre befinden sich auf der Gemarkung Thèze Basse unweit der Stelle, an der die Départementgrenzen von Lot, Lot-et-Garonne und Dordogne zusammentreffen. Der von den drei Entdeckern gewählte Name Combe-Nègre wurde beibehalten, auch wenn es sich dabei um die Bezeichnung eines benachbarten Tals handelt. Das System besteht aus 2 Höhlen, die über mehrere Gänge und Spalten miteinander verbundenen sind. Die vergitterten Eingänge befinden sich im rechten Talhang der Thèze in einer nach Osten gerichteten Kalksteinbank auf bewaldetem Privatgrund.

Combe-Nègre 1 Die Höhle 1 hat einen etwa 2,2 m hohen und 1,2 m breiten Eingang, der sich rasch verengt und in einen 27,8 m langen, wenig gewundenen und leicht abfallenden Gang mündet. Er ist als enger Schlauch ausgebildet und kann nur robbend befahren werden. Die Wände bestehen aus trockenem, stark verwittertem, rissigem Kalkstein. Nach etwa 20 m zweigt an einer Engstelle ein Gang nach rechts aus, der mit Höhle 2 verbunden ist. An der Höhlenwand links der Verengung befinden sich mehrere Tierdarstellungen, ein Handnegativ und 13 fingerabdruckgroße Punkte.

Combe-Nègre 2 Auch die 168,9 m lange Höhle 2 verengt sich kurz hinter dem Eingang zu einer engen Röhre. Diese führt zu einem tiefen Schacht, der nur mit entsprechender Ausrüstung überwunden werden kann. Wenige Meter dahinter weitet sich der Gang in zwei Räume, die durch eine Engstelle verbunden sind, in der sich ein Sinterbecken befindet. Die Höhle ist von Sickerwasser betroffen und entsprechend feucht. Es haben sich Tropfsteine und Sinterröhrchen gebildet, Wände und Boden sind mit Sinter überzogen.

Forschungsgeschichte Die Höhlen wurden am 24. bzw. 31. März 2001 von den Speläologen Joël Magdelaine, Christian Mommeja und Jean-Luc Huvier teilweise freigelegt und erstmals befahren. Dabei entdeckten sie die Malereien und erkannten deren prähistorischen Ursprung. An der ersten wissenschaftlichen Begutachtung der Höhlen am 27. April 2001 nahmen unter anderem der prähistorische Archäologe Jacques Jaubert und die Paläontologin Hélène Martin teil. In den Jahren 2002 und 2003 dokumentierten Valérie Feruglio und Michel Lorblanchet umfassend die Wandkunst beider Höhlen.

Das Höhlensystem ist seit dem 26. Februar 2010 als Monument historique eingestuft.

Parietalkunst Die angebrachten Motive und Maltechniken unterscheiden sich zwischen beiden Höhlen stark. Alle Abbildungen sind mit Kalzit unterschiedlicher Schichtstärke überzogen, weshalb deren Echtheit und hohes Alter außer Zweifel stehen.

Combe-Nègre 1

Hier wurde blassschwarzer, fast bläulicher Farbstoff – wahrscheinlich Manganoxid-Mischungen – mit den Fingern zu folgenden vereinfachten Umrisszeichnungen verarbeitet: zwei ca. 20 cm lange, nach rechts gewandte Pferde bei der Paarung ein ca. 15 cm langer Bison ein ohne Schablone gezeichnetes Handnegativ mit mehreren anatomischen Darstellungsfehlern 13 fingerkuppengroße Punkte, wie sie auch in der Grotte des Fieux und der Grotte de Cougnac vorkommen

Combe-Nègre 2

Hier finden sich keine figürlichen Darstellungen, sondern ausschließlich große Punkte, die mittels Blas- oder Spucktechnik aufgetragen wurden. Die meisten der 476 Punkte sind in schwarzer Farbe ausgeführt und auf 8 Hauptgruppen verteilt. Einige sind zu Punktwolken gruppiert, andere bilden horizontale, parallele Linien bzw. mehr oder weniger regelmäßige Netze. An einer lehmigen Wand wurden mehrere Punkte mit Hilfe eines Werkzeugs eingetieft. Für 15 Punkte wurde rote oder rotbraune Farbe verwendet.

Alter und Einordnung Aufgrund des Stils, der angewandten Techniken und der räumlichen Nähe zu Höhlen mit vergleichbaren Darstellungen (z. B. Pech Merle), wird eine gravettienzeitliche Entstehung der Bildwerke vor ca. 29.000 bis 24.000 Jahren BP angenommen. Die beteiligten Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei den Höhlen um ein Heiligtum oder einen Kultplatz für rituelle Handlungen gehandelt hat, der aufgrund der beengten Platzverhältnisse einem sehr eingeschränkten Personenkreis vorbehalten war.

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

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