mini|Jean-Baptiste Santerre – Selbstporträt (1704). Schloss Versailles Jean-Baptiste Santerre (* 1. Januar oder 23. März 1651 in Magny-en-Vexin; † 21. November 1717 in Paris) war ein französischer Historien- und Porträtmaler.
Leben Jean-Baptiste Santerre war das zwölfte Kind eines Kaufmanns und absolvierte zunächst eine Lehre beim Porträtmaler Jean Lemaire (1597–?). Nach dessen Tod wechselte er in das Atelier des Historienmalers Jean-Baptiste-Siméon Chardin. Im Jahr 1698 wurde er als assoziiertes Mitglied (Membre agréé) in die Académie royale de peinture et de sculpture aufgenommen und sechs Jahre später dann als vollwertiges Mitglied. Mit dem vielgerühmten Werk Susanna im Bade (Paris, Louvre) etablierte er sich als Historienmaler. Gleichzeitig reichte er ein Porträt seines Malerkollegen Noël Coypel ein, das bereits auf seine Spezialisierung im Bildnisfach verweist.
Im Jahr 1704 war Jean-Baptiste Santerre mit mehreren Werken auf einem der seltenen frühen Salons vertreten, darunter zwei allegorische Verkörperungen der Malerei (Orléans, Musée des Beaux-Arts). In diesen Jahren musste er sich neben den meisterhaften Porträts von Hyacinthe Rigaud und Nicolas de Largillière sowie den Historien- und Rollenbildnissen von François de Troy behaupten. Dies gelang ihm durch die Rezeption von Stilelementen der niederländischen Genremalerei, insbesondere Rembrandts. Dadurch rückte die Atmosphäre in seinen malerischen Bildnissen in den Vordergrund (Junges Mädchen am Fenster, Orléans, Musée des Beaux-Arts). mini|Jean-Baptiste Santerre – Eine junge Frau in einem gelben Gewand mit einem Brief, genannt La Menaceuse. Ex-Christie’s New York Jean-Baptiste Santerre spezialisierte sich auf weibliche Halbfigurenbildnisse vor neutralem Hintergrund, in denen sich die ins Bildzentrum gesetzte und stimmungsvoll beleuchtete Dargestellte dem Betrachter teils kokettierend, teils aristokratisch-distanziert zuwendet. Bisweilen kombinierte er dabei fantastische Kostüme mit allegorischen Themen, wie im Porträt seiner Schülerin und wahrscheinlichen Geliebten Geneviève Blancheau als Allegorie der Malerei (Poitiers, Musée Sainte-Croix). Um 1700 schuf er eine Reihe repräsentativer Bildnisse für den Hof, darunter das Porträt der Herzogin von Burgund, Marie-Adélaïde de Savoie, die mit einem Putto und einem orientalisch gewandeten Sklaven durch einen Park wandelt (1709, Schloss Versailles).
Werk mini|Jean-Baptiste Santerre (1651–1717) – Philippe, Duc d’Orleans (1674–1723). Birmingham Museums Trust Jean-Baptiste Santerres malerisches Œuvre umfasst Porträts, weibliche Halbfigurenbilder, höfische Repräsentationsbildnisse sowie sakrale Historien. Seine Werke befinden sich unter anderem in Barcelona (Museu Nacional d’Art de Catalunya), Chambéry (Musée des Beaux-Arts), Madrid (Museo del Prado), Moskau (Puschkin-Museum), Nantes (Musée d’Arts), Orléans (Musée des Beaux-Arts), Paris (Galerie Éric Coatalem), Sceaux (Musée du Domaine départemental), Sankt Petersburg (Eremitage), Tours (Musée des Beaux-Arts) und Valenciennes (Musée des Beaux-Arts).
Literatur Marie-Paule Défossez, Les grands peintres du Val-d’Oise. Paris 2000. Nicole Reynaud, Isabelle Compin, Pierre Rosenberg, Catalogue illustré des peintures, école française, XVIIe et XVIIIe siècles.'Ausst.-Kat. Musée du Louvre, Paris 1974. Pierre Rosenberg, Dominique Mandrella, Gesamtverzeichnis französischer Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts in deutschen Sammlungen.Ausst.-Kat., Bonn/München 2005. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 12: Rouco – Sommer. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter 2009.
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Einzelnachweise
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