Otto Kähni (* 15. Februar 1900 in Heiligkreuzsteinach; † 1. September 1975 in Offenburg) war ein deutscher Gymnasiallehrer, Historiker und Heimatforscher. Über dreißig Jahre lang betreute er ehrenamtlich das Offenburger Stadtarchiv und das Heimatmuseum. Er wirkte viele Jahre als Vorsitzender des Historischen Vereins für Mittelbaden. Kähni hat zahlreiche Artikel und Bücher zu lokalhistorischen Themen veröffentlicht.
Leben Kähni wurde als Sohn eines Volksschullehrers in Heiligkreuzsteinach geboren. Die Familie zog mehrfach um: Von 1901 bis 1911 war sein Vater Lehrer in Aselfingen (heute ein Ortsteil von Blumberg im Schwarzwald-Baar-Kreis) und anschließend von 1911 bis 1927 in Hofweier bei Offenburg.Otto Kähni: Vorwort des Verfassers. In: derselbe: Hofweier in Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Gemeindeverwaltung Hofweier, Hofweier 1972, S. 12–13.
Kähni besuchte das humanistische Gymnasium (1937 umbenannt in Grimmelshausen-Gymnasium) in Offenburg, wo er 1919 das Abitur ablegte. Anschließend studierte er an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Heidelberg Philologie mit den Fächern Geschichte, Französisch und Latein. Am 30. Oktober 1923 promovierte er an der Universität Freiburg mit der Dissertation Verfassung und Verwaltung des ritterschaftlichen Dorfes Hofweier zum Dr. phil. 1924 bestand Kähni die Staatsprüfung für das höhere Lehramt.
Nach Abschluss des Vorbereitungsdienstes am humanistischen Gymnasium in Offenburg 1925 unterrichtete Kähni für jeweils kurze Zeiten in Rheinbischofsheim, Weinheim, Karlsruhe und Emmendingen.Karl Heitz: Ansprache des Oberbürgermeisters. In: Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Prof. Dr. Otto Kähni. Die Ortenau. Jahrbuch des Historischen Vereins für Mittelbaden, Band 55, 1975, S. 6–7 (Digitalisat der UB Freiburg, abgerufen am 3. Juni 2026). Von 1927 bis 1936 unterrichtete Kähni in Rastatt an der Oberrealschule und am Ludwig-Wilhelm-Gymnasium. Ab 1936 unterrichtete er in Offenburg, zuerst bis 1937 am Gymnasium, danach bis 1938 an der Oberrealschule und ab 1938 bis zu seiner Pensionierung 1964 am Grimmelshausen-Gymnasium. Am 3. Februar 1951 wurde er zum Oberstudienrat und am 21. August 1959 zum Gymnasialprofessor befördert. Von 1939 bis 1964 prüfte er im Abitur Geschichte und Französisch.
Am 3. November 1925 heiratete Kähni Friederike Isenmann aus Hofweier. Von 1959 bis 1961 war Kähni für die CDU Stadtrat in Offenburg und wirkte in dieser Zeit im Verwaltungs-, Kultur- und Bauausschuss mit.
Wirken als Historiker und Heimatforscher Nach Abschluss seines Studiums widmete sich Kähni in seiner Freizeit weiterhin heimatgeschichtlichen Forschungen und Aktivitäten. Bereits im Alter von 22 Jahren trat er dem Historischen Verein für Mittelbaden bei. Von 1949 bis 1971 war er Vorsitzender des Vereins. Kähni war Autor vieler Artikel in der vom Verein herausgegebenen Zeitschrift Die Ortenau sowie in anderen Publikationen und Tageszeitungen. Er veröffentlichte seine lokalhistorischen Forschungen auch in einer Reihe von Büchern. Wissenschaftliche Schwerpunkte seiner Veröffentlichungen waren die Geschichte der Ortenau, der Reichsstadt Offenburg und der Gemeinde Hofweier und Umgebung.Günther Haselier: Ansprache des Oberstaatsarchivdirektors. In: Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Prof. Dr. Otto Kähni. Die Ortenau. Jahrbuch des Historischen Vereins für Mittelbaden, Band 55, 1975, S. 7–9 (Digitalisat der UB Freiburg, abgerufen am 3. Juni 2026).
Kähnis Beschäftigung mit der Geschichte Hofweiers begann mit seiner Dissertation von 1923 zur Verfassung und Verwaltung des ritterschaftlichen Dorfes. In den Jahren 1937–1938 veröffentlichte er diese Arbeit in erweiterter Form in einer Artikelserie in dem Wochenblatt Die Ortenauer Rundschau und in einem 1937 herausgegebenen Sammelband Aus der Geschichte des ehemaligen ritterschaftlichen Dorfes Hofweier. 1972 legte Kähni mit Hofweier in Geschichte und Gegenwart eine vollständig überarbeitete, thematisch erweiterte und aktualisierte Fassung vor.Michael Bayer: Ansprache des Bürgermeisters von Hohberg-Hofweier. In: Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Prof. Dr. Otto Kähni. Die Ortenau. Jahrbuch des Historischen Vereins für Mittelbaden, Band 55, 1975, S. 9–10 (Digitalisat der UB Freiburg, abgerufen am 3. Juni 2026).
Das Offenburger Heimatmuseum und das Stadtarchiv betreute Kähni ehrenamtlich von 1938 bis 1973 als Nachfolger von Ernst Batzer.
1954 wurde Kähni bei der Gründung der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg vom Kultusminister zu einem der ersten ordentlichen Mitglieder berufen. Er gehörte dem auf 60 Mitglieder begrenzten Gremium bis 1974 an, als er auf eigenen Wunsch ausschied.
Schriften (Auswahl)
Auszeichnungen und Ehrungen
14. Februar 1960: Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Hofweier.Michael Bayer: Zum Geleit. In: Otto Kähni: Hofweier in Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Gemeindeverwaltung Hofweier, Hofweier 1972, S. 10–11. 10. Oktober 1971: Ehrenmitgliedschaft im Historischen Verein für Mittelbaden, in Würdigung seiner fünfzigjährigen Mitgliedschaft und der 22 Jahre als 1. Vorsitzender.Jahresbericht 1971. In: Die Ortenau. Jahrbuch des Historischen Vereins für Mittelbaden, Band 52, 1972, S. 13 (Digitalisat der UB Freiburg, abgerufen am 3. Juni 2026). 1974: Ehrenring der Stadt Offenburg. 25. Februar 1975: Bundesverdienstkreuz am Bande für Kähnis wissenschaftliche Arbeit als Historiker. Nach Kähni sind in Offenburg ein Fußweg und in Hohberg (Ortsteil Hofweier) eine Straße benannt, beide unter dem Namen Otto-Kähni-Weg.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geboren 1900 Kategorie:Gestorben 1975 Kategorie:Deutscher Kategorie:Mann Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Heimatforscher (Baden-Württemberg) Kategorie:Archivar (Baden-Württemberg) Kategorie:Museumsleiter (Deutschland) Kategorie:Person (Offenburg) Kategorie:Mitglied der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande