Limmie Pulliam (* 10. Januar 1976 in Kennett, Missouri; † 20. Mai 2026 in Houston, Texas) war ein US-amerikanischer Opernsänger (Tenor).
Leben Limmie Pulliam wuchs als Sohn eines Predigers in seiner Geburtsstadt auf und sang zunächst im Kirchenchor seiner Gemeinde, bevor sich seine Leidenschaft für die klassische Musik entwickelte.Scott Cantrell: Limmie Pulliam, tenor soloist in Dallas Symphony’s recent Mahler Eighth, has died. Nachruf. In: The Dallas Morning News vom 20. Mai 2026 vom 20. Mai 2026. Abgerufen am 21. Mai 2026.Tenor Limmie Pulliam ’98, Who Sang on Stages Worldwide, Dies at 50. Nachruf. Offizielle Internetpräsenz des Oberlin College. Abgerufen am 21. Mai 2026. Er studierte Gesang am Oberlin Conservatory of Music, wo er Schüler von Richard Miller war, der eine entscheidende Rolle bei seiner Stimmausbildung spielte. Er war Teilnehmer an den Ausbildungsprogrammen für junge Opernsänger an der Cleveland Opera, der Opera Delaware und der Opera Memphis.Francisco Salazar: Obituary: Tenor Limmie Pulliam Dies at 51. Nachruf bei OperaWire.com vom 20. Mai 2026. Abgerufen am 21. Mai 2026. 1998 beendete er am Oberlin College seine Gesangsausbildung.
Nach seinem Abschluss erhielt Pulliam, der bei Vorsingen wegen seines Übergewichts regelmäßig abgelehnt, diskriminiert und Opfer gewichtsbezogener Stigmatisierung wurde, keine Engagements. Er gab deshalb das Singen vollständig auf und arbeitete zwölf Jahre lang als Schuldeneintreiber und Wachmann, zeitweise führte er sogar ein eigenes Sicherheitsunternehmen. Als er 2008 in Missouri als Organisator für Barack Obamas Präsidentschaftswahlkampf tätig war, wurde er gebeten, bei einer Wahlkampfveranstaltung die US-Nationalhymne zu singen, nachdem der ursprünglich vorgesehene Sänger kurzfristig abgesagt hatte. Pulliam setzte daraufhin seine Gesangsstudien fort und beteiligte sich an verschiedenen Gesangswettbewerben. 2012 gewann er im Alter von 36 Jahren die „National Opera Association’s Vocal Competition“. 2013 wurde er Sieger beim „Concorso Internazionale di Canto della Fondazione Marcello Giordani“ in Catania (Sizilien).
Er trat im Verlauf seiner Karriere an mehreren US-Opernhäusern (New Orleans Opera, Austin Opera, Madison Opera und Florida Grand Opera) und als Konzertsänger, u. a. mit dem Minnesota Orchestra, dem Baltimore Symphony Orchestra, dem Orchestre Métropolitain, dem Cleveland Orchestra, dem Dallas Symphony Orchestra und dem Gewandhausorchester Leipzig, auf.
In der Saison 2021/22 debütierte er als Manrico in Il trovatore an der Los Angeles Opera.Gordon Williams: LA Opera 2021-22 Review: Il Trovatore. Opernkritik. Abgerufen am 21. Mai 2026. Im Mai 2022 sang er mit dem Cleveland Orchestra die Titelrolle in Otello in einer halbszenischen Aufführung unter Franz Welser-Möst.Peter Feher: The Cleveland Orchestra: Verdi’s Otello (May 21). Konzertkritik. Abgerufen am 21. Mai 2026. Im Juni 2022 übernahm er unter der musikalischen Leitung von Yannick Nézet-Séguin mit dem Philadelphia Orchestra die Tenor-Partie in der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven, gemeinsam mit den Solisten Angel Blue, Mihoko Fujimura und Ryan Speedo Green.Linda Holt: The Philadelphia Orchestra and the Philadelphia Symphonic Choir present Beethoven’s Ninth. Konzertkritik. Abgerufen am 21. Mai 2026. Im Dezember 2022 debütierte er als Radamès in Aida an der Metropolitan Opera in New York City und war in dieser Rolle der erste afroamerikanische Sänger an diesem Haus.Aida. Besetzungen der Saison 2022/23. Offizielle Internetpräsenz der Metropolitan Opera. Abgerufen am 21. Mai 2026. Im Januar 2023 folgte sein Debüt in der Carnegie Hall mit der Titelrolle in dem Oratorium The Ordering of Moses von Robert Nathaniel Dett. Im Mai 2023 übernahm er, wieder mit dem Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst, in einer konzertanten Aufführung die männliche Hauptrolle des Dick Johnson in der Oper La fanciulla del West von Giacomo Puccini.The Girl of the Golden West: A conversation with tenor Limmie Pulliam. Abgerufen am 21. Mai 2026.
In der Saison 2023/24 sang er an der Madison Opera den Cavaradossi in Tosca.Tosca. Offizielle Internetpräsenz der Madison Opera. Abgerufen am 21. Mai 2026. Im April 2024 gab Pulliam sein Europa-Debüt mit der Tenor-Partie im Verdi-Requiem im Gewandhaus Leipzig.Gastkonzert im Leipziger Gewandhaus. Besetzung. Abgerufen am 21. Mai 2026. Im Juni 2024 trat er an der Wiener Volksoper als Lazarus in John Adams’ passionsähnlichem Oratorium The Gospel According to the Other Mary auf. Im Dezember 2024 übernahm er die Titelrolle in der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Oper Omar von Rhiannon Giddens und Michael Abels bei einer Aufführung in der Finney Chapel des Oberlin College.Elissa Nadworny: Former Oberlin students return to the Finney Chapel for a performance of Omar. Abgerufen am 21. Mai 2026.
Im Oktober 2025 übernahm er, wieder mit dem Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst, die Tenor-Rolle in Gustav Mahlers Liederzyklus Das Lied von der Erde.Mahler’s Song of the Earth. Abgerufen am 21. Mai 2026. Sein für Januar 2026 an der Utah Opera geplantes szenisches Debüt als Florestan in Fidelio musste Pulliam aus gesundheitlichen Gründen absagen.Limmie Pulliam. Abgerufen am 21. Mai 2026. Im Februar 2026 debütierte er an der Seite von Christine Goerke als Calaf in Turandot in der Detroit Music Hall.Duante Beddingfield: New opera series at Detroit’s Music Hall gets off to spectacular start. Konzertkritik. Abgerufen am 21. Mai 2026. Im Mai 2026 sang er in Dallas (Texas) unter der musikalischen Leitung von Fabio Luisi und dem Dallas Symphony Orchestra in drei Aufführungen von Gustav Mahlers 8. Sinfonie die Tenor-Partie des Doctor Marianus.
Limmie Pulliam starb am 20. Mai 2026, drei Tage nach seinem letzten Auftritt, im Alter von 50 Jahren in Houston (Texas).Norman Lebrecht: Famed US tenor dies at 5o. SlippedDisc vom 20. Mai 2026. Abgerufen am 21. Mai 2026.Norman Lebrecht: A day of mourning for American opera star. SlippedDisc vom 20. Mai 2026. Abgerufen am 21. Mai 2026.
Weblinks
Limmie Pulliam – Internetpräsenz Limmie Pulliam sings Nessun Dorma – Tondokument (Live-Mitschnitt, 2019) Curtain Call in Aida – Tondokument und Schlussapplaus (Live-Mitschnitt, Dezember 2022) Limmie Pulliam sings Make Them Hear You – Tondokument (Live-Mitschnitt, Amherst College, Februar 2025)
Einzelnachweise
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